Kultur | 09.11.2009

Die Vollblutamateure

Text von Jasmin Back
Am Samstag, 14. November, feiern die drei Basler Jungs von Rapbau die Plattentaufe ihrer EP "Momäntuffnahm" im Culturium. Tink.ch hat sie vor einer Woche in ihrem Bandraum im Herzen des Kleinbasels besucht.
Fotos: zVg Müssen ihrer EP noch den letzten Schliff geben: Marco (hinten links), Raphael (hinten rechts) und Amadis von Rapbau.

“Rapbau is back” stand vor zwei Wochen noch auf der Homepage. Doch: “Eigentlich waren wir nie wirklich weg”, dementiert Amadis Brugnoni (22), alias MR. L.I.M.E., von Rapbau. “Wir hatten einfach eine lahme Phase”, ergänzt TriggerMC. Der Student heisst mit bürgerlichem Namen Raphael Pfister (20). “Auch haben wir die Deadline für die fertige CD immer wieder hinausgeschoben”, erzählt der Dritte im Bunde Marco Schock (21), alias Otaku. Die drei sitzen auf den tiefgelegenen Sofas in ihrem Bandraum. Durch das Kellerfenster ist in der Ferne der Verkehr der Kleinbasler Strassen zu hören. Doch jetzt ist Endspurt angesagt. “Es muss noch viel getan werden”, sagt Amadis. “Zu viel”, fällt ihm Marco ins Wort und Raphael zählt grinsend auf: “Die Songs müssen noch fertig gemixt werden, das Layout ist noch nicht definitiv. Und dann müssen die CDs natürlich noch vervielfältigt werden.” Die Liste scheint zu lange für diese kurze Zeit. Doch die drei haben auch Helfer, so übernimmt ein Freund das Schneiden des Videoclips.

“Das war eine interessante Erfahrung”, meint Raphael. Die anderen grinsen nur. “Sagen wir es so”, fährt er fort, “die Schminke war definitiv eine Neuheit. Wir haben aber sehr professionell gewirkt.” “Vergiss es! Wir sind nicht professionell”, fällt ihm Amadis ins Wort. “Aber wir sind professioneller geworden”, erwidert Raphael, “Jetzt sind wir nicht mehr Amateure, sondern Vollblutamateure.” “Verändert haben wir uns schon”, diskutiert Marco mit, “Wir haben inhaltlich gesehen mehr auszusagen, als noch vor ein paar Jahren.”

Von der pubertierenden Schülerband, die über ihre Schule rappt, zu Erwachsenen, die ihre Gigs selber organisieren und auch mit Livemusik vor einem sehr gemischten Publikum auftreten; nur ihre Kritikunfähigkeit ist dieselbe geblieben, wie sie während des Gesprächs immer wieder – in der typischen Basler Ironie – betonen.

Nach dem Interview hören sich die Freunde die (noch nicht ganz) fertigen Tracks an, die sie im Verlauf der letzen Monate bei Amadis zu Hause aufgenommen haben, um ihnen den letzten Schliff zu verpassen. Denn die Plattentaufe naht.

Rapbau tritt am Samstag, 14. November im Culturium im Volkshaus, Rebgasse 12-14, auf. Türöffnung: 20 Uhr.

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