Kultur | 30.11.2009

Die Erfolgsgeschichte der Liebeskäfer

Text von Elia Blülle
Was vor 15 Jahren als unspektakuläres Projekt junger Freunde begann, entwickelte sich zu einer erfolgreichen Schweizer Rock- und Pop-Institution.
Ein eingespieltes Team gibt Vollgas: Die Lovebugs 2009. Fotos: PD Die neue CD vereint die grössten Hits der Liebeskäfer.

Die „Liebeskäfer“ rocken die Schweiz. Hühnerhaut, ein rasendes Herz und die Luft scheint zu Knistern vor Spannung. Im Vordergrund des Geschehens steht nicht etwa ein grusliger Horrorfilm, sondern eine Basler Rockband. Aber nicht irgendeine, die ohrenschädlichen Lärm verursacht, sondern eine Gruppe, die es versteht, Liebe, Musik und Leidenschaft miteinander zu vereinen. Die Lovebugs sind angesagt wie noch nie. Ihre Hits sind Radiodauerbrenner und kein Konzert geht über die Bühne ohne einen gewaltigen Publikumsaufmarsch.

Ursprung im Plattenladen

In der Schweiz sind ihre Hits zeitlos und sprechen ein breites Publikum an. Obwohl sie ihre Texte in der international verständlichen Sprache Englisch singen, gelang es ihnen bisher nicht, die Charts ausserhalb der Schweiz zu stürmen. Daran änderte auch ihr zweifelhafter Auftritt am Concours d`Eurovision nichts. Die Geschichte von Lovebugs begann vor 15 Jahren in einem Plattenladen, damals ahnte noch niemand, dass sie einige Jahre später zu den erfolgreichsten Schweizer Rockbands gehören. Trotz 1000 Konzerten und zehn Alben sind sie auf dem Boden geblieben, haben an ihrer alten Art festgehalten und sind trotzdem nicht eingerostet. Auf dem letzten Album «The Highest Heights- passten sie sich mit Elektro-Rock dem Zeitgeist an, ohne sich anzubiedern.

Jede erfolgreiche Band bringt irgendeinmal ein Best-Of-Album heraus – so auch die Lovebugs. Schon Gehörtes wird wiederverwertet und auf eine CD gepresst. Was auf den ersten Blick nach Geldmacherei riecht, entpuppt sich bei den „Liebeskäfern“ nicht als solches. Mit „Shine“ und „Only forever“ haben sie noch zwei neue Titel aufgenommen, die einem die tristen Wintertage versüssen. „Endlich einmal ein Best-Of-Album, auf dem richtige Hits drauf sind“, meinte der sonst so kritische SF-Reporter Roman Kilchsperger. Was man aber gerade bei diesem Album feststellen muss, ist, dass die Band eine gewisse Monotonie aufweist. Jeder Titel ist zwar eine heisse Nummer, nichts desto trotz fehlt die Abwechslung, um auch International mit den ganz Grossen mitzuhalten. Wollen die Basler Jungs jetzt erstmal einen Gang runterschalten? Nicht wikrlich, viel eher nutzen sie die Gunst der Stunde und treten das Gaspedal voll durch. Das Ende noch in weiter Ferne. Wir können uns auf weitere energiegeladene Songs mit Ohrwurmpotenzial freuen. Wie Sänger Adrian Sieber sagt: „Wir geben Gas, ohne dass dabei das Feeling auf der Strecke bleibt.“

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