13.10.2009

„Wir möchten mehr mit den Jugendmedien arbeiten“

Text von Elia Blülle | Bilder von Elia Blülle
Der Basler Dr. Paolo Barblan ist Geschäftsführer des Forum Helveticum und Organisator des Linguissimo-Sprachenwettbewerbs. Im Gespräch mit Tink.ch gab er Auskunft über Gegenwart und Zukunft des Projekts.
Dr. Paolo Barblan: Ich denke es gibt kein Grabenkrieg, sondern mehr ein Ignorieren.
Bild: Elia Blülle

Tink.ch: Was ist Ihr Fazit nach diesem intensiven Sprachentreff?

Dr. Paulo Barblan: Es war schlichtweg grossartig. Mit dieser Aussage repräsentiere ich auch die Meinungen der Jugendlichen. Die Reaktionen fielen auschliesslich positiv aus. Es war eine einmalige Gelegenheit, eine ausgezeichnete Atmosphäre und es war fantastisch mit den Musikern zusammen zu arbeiten. Ich hörte auch immer wieder, dass es hervorragend war, in dieser coolen und ungezwungenen Art, mit Jugendlichen aus verschiedenen Sprachregionen zusammen zu sein.

Sie waren verantwortlich für die gesamte Organisation, wie gross war der Aufwand?

Es war die erste Ausgabe von diesem Projekt. Das heisst, dass man auch besonders viel Aufwand betreiben muss. Was man nicht vergessen darf, ich musste alles viersprachig führen. Das ist enorm viel schwerer als nur einsprachig.

Aber ich beziehe den Aufwand nicht nur auf mich, denn auch die Sänger/innen haben sich freiwillig getroffen und die Workshops gemeinsam vorbereitet. Das wäre ja nicht so schwer, wenn sie alle in derselben Region wohnten, aber sie mussten stundenlang Auto fahren, um sich zusammenzusetzen. Der Einsatz war sehr gross, aber schlussendlich hat er sich ausgezahlt.

Wann kann  mit einem nächsten Linguissimo Wettbewerb gerechnet werden?

Das ist schon bald und zwar wird er am 2. November 2009 lanciert – zum Thema Werbetexte.

Was habt ihr aus dem ersten Linguissimo gelernt?

Wir wollen mehr über die Jugendmedien und Jugendverbände arbeiten, weil wir denken, dass es auf diese Weise besser ankommt, als über Lehrpersonen.

Werden die Gräben zwischen den Sprachgebieten konstant grösser?

Ich denke es ist kein Grabenkrieg, sondern mehr ein Ignorieren. Man kennt sich nicht und es besteht eine gewisse Gleichgültigkeit. Aber es braucht nicht viel, dass diese zusammenfällt – wie wir es an diesem Wochenende erleben durften.

Nur ein Rätoromane beteiligte sich an diesem treffen, wird diese Sprache früher oder später aussterben?

Das ist eine Frage die ich nicht beurteilen kann. Vor allem Wissenschaftler und Politiker befassen sich mit dieser Problematik. Es ist aber auch so, dass die räteromanische Schweiz vom Bund unterstützt wird.

Beim Linguissimo war es so, dass sich drei Personen aus dem Kanton Graubünden, aus welchem Grund auch immer, kurzfristig abgemeldet haben. Es ist schade, wir hätten gerne alle vier Sprachen vertreten gehabt.

Hatten Sie schon jemals erlebt, dass sich anderssprachige Jugendliche so gut verstanden?

Ja und zwar in einem ähnlichen Rahmen. Ich habe in einem Vorgängermodell etwas ähnliches gemacht und da stellten wir dieselbe erfreuliche Tendenz fest.

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