Gesellschaft | 27.10.2009

Vorschau: PinkPanorama 2009

Text von Andreas Renggli | Bilder von PD
Vom 12. bis 18. November 2009 bringt PinkPanorama Farbe in die nebligen und dunklen Herbstnächte Luzerns. Die achte Ausgabe des einzigen LesBiSchwulen Festivals in der Zentralschweiz verspricht zwölf cineastische Leckerbissen abseits von Hollywoods eintöniger Traumfabrik.
Sorgt wohl für Diskussionsstoff: Der israelische Film "Eyes wide open".
Bild: PD

Versteckte Sehnsüchte, grenzenlose Leidenschaft, unterdrückte Freiheiten, Auf- und Ausbrüche sowie Wechselbäder zwischen Lust und Frust. Das bietet das 8. LesBiSchwule Festival PinkPanorama mit seinen zwölf Filmen vom 12. bis 18. November 2009 im stattkino in Luzern. Der Fächer reicht von der Alltagsgeschichte über das opulente Kostümdrama bis hin zur dokumentarischen Oper.

Ein israelscher Film, der hierzulande garantiert noch für Diskussionsstoff sorgen wird, ist „Eyes wide open“. Aaron, ein verheirateter orthodoxer Jude und Vater von vier Kindern (Zohar Strauss), verliebt sich in Ezri (Ran Danker), einen 19-jährigen Talmudstudenten, und lässt diesen als Lehrling in seiner Metzgerei arbeiten. Dort entsteht zwischen den beiden eine enge Freundschaft, die sich schliesslich zu einer sexuellen Beziehung entwickelt. Beide sehen sich fortan mit dem absoluten Tabuthema der Homosexualität in der orthodoxen Welt wie auch mit dem eigenen inneren Kampf konfrontiert.

Eine geheimnisvolle Liebesgeschichte von Frauen zwischen zwei Kulturen und zwei Städten erzählt „Ghosted“. Der ungeklärte plötzliche Tod ihrer taiwanesischen Geliebten Ai-ling wirft die Hamburger Künstlerin Sophie Schmitt (Inga Busch) völlig aus der Bahn. Sie widmet ihr eine Videoinstallation, die auch in Taipeh gezeigt wird. Während der Eröffnung heftet sich Mei-li an ihre Fersen. Die geheimnisvolle Besucherin scheint von Ai-Lings Schicksal besessen, gleichzeitig aber umwirbt sie Sophie.

Eingebettet werden die Filme in ein vielfältiges Rahmenprogramm. So findet am Samstagabend zum ersten Mal ein Improvisationstheater mit den „Platzhirschen“ statt. Und nach dem Film „Were the World Mine“ steigt im Kinofoyer Bourbaki die Disco von Mona Lila mit DJ Glitzerhaus. Am Sonntagmorgen verfeinern „les Belles et les Femmes“ den Brunch im Hotel-Restaurant Hofgarten mit musikalischen Leckerbissen. Der Chor besingt verschiedenste Lebenswelten von Frauen und untermalt diese mit szenischen Darstellungen. Am Sonntagabend gewährt der Dokumentarfilm „It’s Elementary“ Einblick in amerikanische Schulstunden, in denen über Homosexualität gesprochen wird. Er dient als Einstimmung auf das anschliessende Podium, wo Fachleute wie Esther Schönberger, CVP-Kantonsrätin und Rektorin der kaufmännischen Berufsschule Luzern, und Ulrich Zimmermann, Leiter des Moduls Sexualpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz, über sexuelle Orientierung in der Schule diskutieren.

Auch die Homosexuellen Arbeitsgruppen Luzern (HALU) sind in ihrem Jubiläumsjahr am Festival präsent. Zu ihrem 30. Geburtstag runden sie ihre Jubiläumsfilmreihe am Dienstag mit dem Film «Soundless Wind Chime» und einem Apéro ab.

Unterstützt wird das Festival insbesondere von Network, Wybernet, AIDS-Hilfe Luzern, Gemeinnützige Gesellschaft der Stadt Luzern, Homosexuelle Arbeitsgruppen Luzern (HALU), Lesbenorganisation Schweiz (LOS), Pink Cross und Elterngruppe Schweiz (FELS).

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