Gesellschaft | 04.10.2009

„Solange mir kein Apfel auf den Kopf fällt“

Text von David Naef | Bilder von David Naef
Ein Tink.ch-Reporter hat sich eine Woche lang mit Tieren und Obst beschäftigt und lässt nun einige Erlebnisse Revue passieren.
Die Tiere hatten den Fotografen zum Knabbern gern.
Bild: David Naef

Morgenstund…

Als Stadtei tut es gut, etwas Zeit auf einem Bauernhof zu verbringen. Das hatte auch ich gemerkt und mich beim Landdienst angemeldet. Schon bald befand ich mich auf dem Weg in eines der grössten Käffer der Schweiz (da fährt nicht einmal ein Postauto hin). Aber um nicht zu unhöflich zu werden, die Umgebung war schön. Ein Hügel am anderen, in der Ferne der Glockenturm der Dorfkirche und Kühe soweit das Auge reichte. Doch viel Zeit, um die Umgebung zu betrachten, blieb nicht. Schliesslich wurde dem Begriff „Ausschlafen“ wenig Beachtung geschenkt, Aufstehen war um halb Sieben angesagt.

Gefahrenquellen

Man merke sich, Ziegen zu melken ist gefährlich! Sogar mit automatischer Melkmaschine. Das durfte auch ich durch einen schmerzhaften Hufschlag ins Gesicht erfahren. Aber nicht nur die Ziegen sind eine potentielle Gefahr, auch Äpfel können einem das Leben auf dem Bauernhof schwer machen. Ich werde diese Früchte zukünftig nur noch nach dem Motto „Solange mir der Apfel nicht auf den Kopf fällt“ pflücken. Denn auch das kann ganz schön wehtun.

Zum Knabbern gerne

Trotz allem war es der Landdiensteinsatz wert. Man lernt Neues kennen und sammelt Erfahrungen, für die man im Leben Verwendung hat. Dazu gehören beispielsweise zahlreiche Kartoffelrezepte, dass Kühe harmlos sind, dass bei 4 Jährigen mindestens jede Stunde nachgefragt werden sollte, ob sie auch wirklich nicht aufs Klo müssen und vieles mehr. Übrigens: Sogar die Ziegen hatten mich bis zum Schluss noch zum knabbern gerne. Mein Pullover musste tatsächlich dran glauben.