Kultur | 19.10.2009

Im musikalischen Geiste von Miles Davis

Am 11. Jazznojazz in Zürich dürften die Herzen von Jazzliebhabern wieder höher schlagen. Aber nicht nur die; das Festival bietet auch musikalische Weiterentwicklungen.
Miles Davis lebt weiter, zumindest in der Musik am Jazznojazz-Festival.
Bild: www.milesdavis.com Gast aus Norwegen Nr. 1: Nils Petter Molvaer. Fotos: www.allblues.ch Gast aus Norwegen Nr. 2: Mari Boine. Bossanova am Festival: Die französische Coverband Nouvelle Vague.

Der Begriff „Jazznojazz“ sorgt in jedem Herbst aufs Neue für Verwirrung: Was wird den nun gespielt, Jazz oder No Jazz? Doch die Bezeichnung für das Festival, das sich vom 28. – 31. Oktober zum elften Mal jährt, wurde durchaus mit Bedacht gewählt. Im Zentrum der dreitägigen Konzertreihe steht Jazz. Doch Jazz ist nicht immer nur Jazz. Es gibt diverse Subkategorien: Acid Jazz, Free Jazz, Jazz mit Funk, Jazz mit Soul – die gesamte Liste erinnert an die Speisekarte einer sortimentsreichen Pizzeria und ist für nicht-Insider kaum zu überblicken.

Punk im Bossanova-Kleid

Am Jazznojazz ist es möglich, einige dieser Subkategorien zu entdecken. Doch das Festival öffnet sich noch weiter: Auch in diesem Jahr treten Formationen auf, die stilistisch komplett ausschweifen und nur noch am Rande etwas mit Jazz zu tun haben: Nouvelle Vague verkleiden Punk- und New Wave-Klassiker in einem luftigen Bossanova-Kleid, die Brand New Heavies sind seit Jahren eine prägende Funk-Soul-Zusammensetzung und die Musik der Norwegerin Mari Boine ist auch eher dem Folk-Pop als dem Jazz zuzuordnen. Diese und noch andere Bands rechtfertigen auch in diesem Jahr wieder die Bezeichnung „No Jazz“.

Der Geist von Miles Davis

Liebhaber des Jazz im klassischen Stil kommen auch auf ihre Kosten: In einer grossen Nostalgienacht wird etwa der erfolgreichsten aller Jazzplatten gehuldigt: Eine Allstar-Formation um den amerikanischen Schlagzeuger Jimmy Cobb widmet sich den Werken von Miles Davis` „Kind of Blue“. Am Donnerstag dem 29. Oktober wandelt der Geist des Jazz-Trompeters durch die Gessnerallee.

Tink.ch am Jazznojazz

Tink.ch berichtet direkt vom Jazznojazz-Festival. Bei folgenden Bands hören wir genauer hin und berichten mit Konzertberichten und Interviews:

Nils Petter Molvaer: Vielversprechender norwegischer Jazz-Trompeter, der in seiner noch relativ jungen Karriere schon diverse Kritikerpreise einheimste und daneben noch Filmmusik schreibt (Stratosphere Girl).

Am Donnerstag dem 29. Oktober im ewz-Unterwerk Selnau, ab 20 Uhr. Tink.ch verlost 2×2 Tickets für dieses Konzert. Email mit Name an martin.sturzenegger(at)tink.ch

– Mari Boine: Die Norwegerin spielt eine weltmusikalische Mischung aus Jazz, Folk und Rock. Ihre Texte wechseln zwischen ihrer samischen Muttersprache, Englisch und Norwegisch. In der Rhythmik lässt sie sich vom Trommelspiel der nordamerikanischen Indianer beeinflussen.

Am Donnerstag dem 29. Oktober im ewz-Unterwerk Selnau, ab 22:30 Uhr. Tink.ch verlost 2×2 Tickets für dieses Konzert. Email mit Name an martin.sturzenegger(at)tink.ch

– Nouvelle Vague: Die französischen Bohemians treffen auf brasilianische Sängerinnen. Gemeinsam entstauben sie Punk- und New Wave-Klassiker und stecken sie in ein mal swingendes, mal relaxtes Bossanova-Gewand. Die Formation legte jüngst ihr drittes Album vor („3“), die sich mit dieser eigentümlichen Mischung auseinandersetzt.

Am Freitag dem 30. Oktober in der Gessnerallee, ab 22 Uhr.

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