Gesellschaft | 26.10.2009

Gutes für die Zukunft

Text von André Müller | Bilder von Verein Verstärker
Dieses Wochenende wurden in der Jugendbeiz Talhof die besten Jugendprojekte aus dem Kanton St.Gallen ausgezeichnet. Zwölf Teams durften ihre Projekte vorstellen. Viele lustige und unerwartete Präsentationen erwarteten den Besucher
Gewinner des Abends: Die Theatergruppe "Irrenhaus oder nicht...?" Martina Schlumpf und Andreas Roth vom Team Konzertnacht. Mit ihrem Projekt "Tanzen für Bolivien" gewinnen die Mädchen der Kanti Wattwil den 3. Platz.
Bild: Verein Verstärker

Hat eigentlich jemand den Leuten gesagt, dass der Abend um 19 Uhr beginnt? Die Band BluePearl hat jedenfalls schon vor ganz anderem Publikum gespielt als heute Freitag. Die Handvoll Leute, die sich bereits durch den Regen in den Talhof gekämpt haben, gefällt die Musik auf jeden Fall. Anscheinend lassen Schüler, Lehrer und andere Gäste die Studentenviertelstunde auch für sich gelten.

Für Skater, St.Galler und Alte

Es folgt der Hauptteil des Abends: Die Jugendgruppen sollen sich und ihre umgesetzten Ideen in fünf Minuten präsentieren. Die Themen sind dabei so verschieden wie die Präsentationen selbst: Die Jugendlichen haben eine Theatergruppe, eine Skateboardfirma oder ein Festival auf die Beine gestellt. Andere Projekte kümmern sich um Musikliebhaber im Altersheim oder mit einer Kummerbox um die Sorgen der St.Galler Bewohner.

Auf der Bühne versuchen die Jugendlichen die Jury dabei mit Filmausschnitten, Theatereinlagen und guten Sprüchen für sich zu gewinnen. Vieles gelingt und gefällt, auch wenn über den ganzen Abend hinweg etwas viele Filmchen über die Leinwand flimmern.

Eine Pause und rund 20 Meter Sandwich später leitet eine Breakdance-Gruppe den letzten Teil des Abends ein. Auch die Sieger des letzten Jahres, das Jugendrotkreuz St.Gallen, kommen noch einmal auf die Bühne und präsentieren das Folgeprojekt „Spielnachmittag für Kinder im Asylzentrum“, welches dank dem Preisgeld des letzten Jahres realisiert werden konnte.

Vor der Siegerehrung betont die Moderation noch einmal, dass es an diesem Abend keine Verlierer gebe. Für einmal keine leere Floskel, denn jede Gruppe, die es in den Final geschafft hat, erhält einen garantierten Beitrag von 400 Franken ans Projekt.

Und der Gewinner ist…

Die Siegerprämie und das erste Ticket für den interregionalen Final in Vaduz darf die Theatergruppe „Irrenhaus oder nicht…?“ in Empfang nehmen. Sie hat die Jury überzeugt durch den tiefen Altersdurchschnitt und den innovativen Charakter des Theaters. Weitere Pluspunkte gibt’s dafür, dass daraus auch ein längerfristiges Folgeprojekt entstanden ist. Ebenfalls in Vaduz vertreten sind die Veranstalter der Konzertnacht am Schönenbodensee in Wildhaus auf dem zweiten Platz. Ihre Theatereinlage mit einem urchigen Toggenburger Bauernpaar hat ihnen einige Lacher und Extrapunkte bei der Jury gebracht.

Auch Arniko Skateboards und das Team Entsorger, welches eine Sorgenbox in St.Gallen installiert hat, dürfen mit an den interregionalen Final. Sie belegen gemeinsam Rang vier. Auf den dritten Platz tanzt sich die Klasse 3SB von der Kanti Wattwil, welche als Schulprojekt nicht am Finale teilnehmen dürfen. Dennoch hat ihre Benefizveranstaltung für Bolivien mit Tanz, Theater und Gesang Jury und Publikum beeindruckt.

Der Anlass zeigt auf, dass unsere heutige Jugend viel mehr leistet, als von den Medien erkannt wird. Der Ideenreichtum und die konsequente Umsetzung der Ideen durch die Jugendlichen lassen Gutes für die Zukunft hoffen.

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