Kultur | 26.10.2009

Grosse Band vor kleinem Publikum

Text von André Müller | Bilder von Pascal Gähler
Zum ersten Mal traten Maximo Park in der Grabenhalle auf, mit ihren besten Songs aus drei Alben und einem Paul Smith in Höchstform. Das Fazit nach der dritten Zugabe war klar: So muss Musik tönen.
Paul Smith in voller Fahrt. Cougar mitten in ihrem sphärischen Sound. Maximo Park tönen in der Grabenhalle einfach am besten.
Bild: Pascal Gähler

Dienstage haben diesen ordinären Beigeschmack von Arbeit und einem fernen Wochenende. Für einmal konnte St.Gallen diesen tristen Tag etwas aufpeppen: Maximo Park luden in der Grabenhalle zu ihrem einzigen Schweizer Konzert auf dieser Tour. Fleissige Openairgänger mögen sich an ihre Auftritte im Sittertobel erinnern, doch unter einem Dach tönen die Briten noch besser.

Schön, aber unpassend

Eröffnet wurde der Abend durch Cougar, einer US-Band, die aus normalen Instrumenten aussergewöhnliche, experimentelle Klänge hervorzauberten. Das tönte zwar spannend, doch dürften sich echte Britrocker gefragt haben, wo sich der Sänger der Band versteckt hielt. Die Vorband passte also nicht wirklich zum Hauptact, was auch nicht überraschte, nachdem die geplanten Pete & The Pirates abgesagt hatten.

Starker Konzertaufbau

Umso lauter war der Jubel, als Maximo Park die Bühne stürmten. „Stürmen“ traf insbesondere auf Paul Smith zu: Der Sänger leistete die Bühnenshow der Band beinahe im Alleingang. Er hüpfte wie ein Derwisch vor und zurück, jonglierte mit dem Mikrophonständer, verschwand von der Bühne und rauschte wieder zurück. Ganz nebenbei sang er ziemlich gut. Obwohl sie sich ihre grossen Hits für die zweite Konzerthälfte aufgespart hatten, machte bereits der Anfang Spass und Hunger auf mehr.

Erst zur Mitte des Auftritts hin gönnte sich Smith eine kurze Verschnaufpause mit einer grossartigen akustischen Version von „Going Missing“. Die Band zog daraufhin das Tempo noch einmal an und es folgten die Songs, auf die das Publikum gewartet hatte, seit sie sich die Tickets ergattert hatten. Dabei zeigte sich, dass „Apply some Pressure“ und „Books from Boxes“ in kleinen Konzerthallen einfach noch besser tönen als in riesigen Stadien oder unter freiem Himmel. Ein Glück, dass Maximo Park in der Schweiz noch nicht bekannter sind.

Happy Birthday

Als die Band nach der dritten Zugabe schliesslich die Bühne den Technikern überliessen, war die Audienz noch richtig rock’n’rolled. Da liess es sich auch über die Ärgernisse im Vorfeld hinwegsehen, als die Garderobe bereits um halb neun so voll war, dass keine Jacke mehr Platz darin fand. Bleibt nur noch, der Grabenhalle zum 25-jährigen Jubiläum zu gratulieren. Wir hoffen auf weitere solcher Geburtstagsparties!

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