Gesellschaft | 19.10.2009

Gemeinsam Spass haben

Text von Diana Berdnik | Bilder von Julian Stiefel
Am 17. Oktober organisierte das Schweizerische Rote Kreuz einen Erlebnistag für Kinder. Begleitet von fünf ehrenamtlichen Leitern von Cevi und Jungwacht Blauring durften 15 Jungen und Mädchen einen ganzen Tag kostenlos im Walter Zoo verbringen.
Die Affen sind eines der Highlights am Erlebnistag.
Bild: Julian Stiefel

Erinnerst du dich an die erste Lektion nach den Schulferien? Ja, genau jene, in der die Lehrerin dich aufgefordert hat, von deinen Ferien zu erzählen oder gar einen Aufsatz darüber zu schreiben. Und, gehörtest du zu jenen, die etwas Spannendes zu erzählen wussten oder zu jenen, die mit Tränen in den Augen eine Geschichte erfanden, weil sie sich die ganze Zeit Zuhause gelangweilt hatten?

Neuerdings wird den angehenden Lehrpersonen an der Hochschule vermittelt, dass Ferienerlebnisse in der heutigen Zeit schlechte Aufsatzthemen sind. Denn viele Kinder verbringen die freie Zeit daheim vor dem Computer oder Fernseher und wissen nichts darüber zu berichten.  

Erzählen und Zuhören

Auch wenn Kinder nicht mehr von der Lehrkraft aufgefordert werden zu berichten, gehört es zum ersten Schultag nach den Ferien dazu, seinen Mitschülern die lustigsten Ereignisse vorzutragen. Und das soll auch so bleiben! Denn Erzählen und Zuhören sind liebenswerte Qualitäten eines Menschen. Damit auch alle mitreden können, bietet das Rote Kreuz am letzten Samstag in den Ferien den Erlebnistag an. 

Morgens halb zehn in St. Gallen

Nach und nach trudeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Bahnhof ein. Und schon kurze Zeit später fährt die kunterbunte Gruppe mit dem ÖV in Richtung Walterzoo. Für die meisten ist es der erste Besuch im Zoo und die Freude ist gross. Begeistert hören die Kids dem Tierwärter zu. Er spricht von seinen Tigern und teilt den Zuhörenden mit, wie sie sich verhalten sollen, wenn die Tiere gleich einlaufen. Ein kleines Mädchen ist froh um den festen Zaun zwischen ihr und den Raubkatzen. „So gross habe ich sie mir nicht vorgestellt“, meint sie.  

„Jööö!“ und „wäää!“

Im Affenhaus schauen die Kinder interessiert den Affenmüttern zu, wie sie ihre Neugeborenen pflegen. Ein ganz kleines Exemplar hangelt sich quer durch den Käfig und ein lautes „Jöööö“ unterbricht die Erzählung einer Tierwärterin. Dann geht ein „wäää“ durch die Reihen, als von oben etwas Braunes auf den Boden fällt. Auch das gehört dazu. „Kommen diese Affen aus der Schweiz?“, fragt ein Junge und die Zooführerin antwortet geduldig: „Fast alle dieser Schimpansen sind hier im Zoo geboren. Freilebend gibt es in der Schweiz gar keine Affen.“ 

Petrus mit Verdruss

Nur das Wetter versucht die Stimmung zu trüben. Es regnet aus Kübeln und ist eisig kalt. Einige Kinder sind nass bis auf die Unterwäsche und auch die Schuhe sind durchnässt. Eine kleine Planänderung ist angesagt, aber Jugendgruppenleiter sind sich gewöhnt, flexibel zu reagieren. Darum wird anstatt Wurst, Schlangenbrot und Schoggibanane vom Feuer kurzerhand Schnipo im Restaurant gegessen. Den Kindern schmeckt es und so frisch gestärkt kann man auch im Regen lustige Gruppenspiele machen. Kleine Äffchen, Krokodile, Schlangen, Echsen, Piranhas und andere Exoten werden anschliessend skeptisch und doch interessiert begutachtet.

Der König von Sabria

Mit dem Zvieri in der Hand und der nassen Jacke neben sich ausgebreitet sitzen die Kinder im geheizten Zirkuszelt und lauschen der kunstvoll gestalteten Märchenwelt. „Gfürchig“ findet ein Kind das Stück und ist froh, dass die Krone des Königs zum Schluss gefunden wird. Alles in allem hat es doch allen Beteiligten gefallen und viele Kinder freuen sich bereits auf weitere Abenteuer in den Gruppenstunden von Jubla, Cevi oder dem Roten Kreuz.

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