Kultur | 26.10.2009

Freud und Leid im Cyberspace

Text von Noelle Urscheler | Bilder von Noelle Urscheler
Ein Chatraum, viele Komplimente und Leichtsinn bringen Jade in eine missliche Situation. Das Buch von Caja Cazemier schildert Probleme, mit denen viele Jugendliche konfrontiert sein könnten.
Jade gerät in einen Teufelskreis, als sie "SuperSound" kennen lernt.
Bild: Noelle Urscheler

Jade ist 15 und sehr neugierig. Mit ihren Freundinnen Malini, Lian und Sacha knipst sie anzügliche Bilder für einen Chatroom. Schnell steigt die Besucherzahl auf Jades Profil. Unter den Besuchern ist „SuperSound“. Von Anfang an erhält Jade von ihm viele Komplimente, die ihr sehr schmeicheln. Sie geht auf ihn ein und sie führen eine Beziehung übers Internet. Schon bald verrät „SuperSound“ seinen Namen: Yoram.

Blinde Liebe

Doch mit der Freude kommt das Leid. Yoram will plötzlich mehr als nur das Austauschen zärtlicher Worte. Er befiehlt Jade, sich vor ihrer Webcam auszuziehen. Blind vor Liebe befolgt Jade seine Anweisung, zur Freude von Yoram. Plötzlich merkt Jade, was sie eigentlich getan hat. Als Yoram sie wieder bittet, sich auszuziehen, weigert sich Jade abrupt. „SuperSound“ akzeptiert dies nicht und droht Jade an, die Bilder, die er während ihres Ausziehens gemacht hat, ihren Eltern, ihrer Schule und vielen mehr zu schicken. Da Jade das nicht will, befolgt sie Yorams Anweisungen weiter.

Einige Tage später leidet Jade so unter Yoram, dass sie beschliesst, ihren Computer nicht mehr einzuschalten, geschweige denn anzufassen. Das Ergebnis zeigt sich in der Schule. Kommentare wie „Schöne Bilder, Jade“ oder „Ganz schön gewagt, Jade“, muss sie sich anhören. Yoram hat die Bilder mit ihr darauf veröffentlicht. Wird Jane den Weg aus ihrem Leid finden? Wird sie die Kraft haben zu handeln?

Kritik

Das Buch zeigt, dass man auch in geschützten Chatrooms nicht sicher vor einer Gefahr ist. Es sollte immer aufgepasst werden, dass man sich erst auf eine Beziehung einlässt, wenn man den anderen kennt und weiss, wer er oder sie ist. Für alle Eltern, deren Kinder in Chatrooms dabei sind, wäre das Buch ein ideales Weihnachtsgeschenk.