Kultur | 12.10.2009

Florence und die Variabeln

Text von Audrey Djouadi
Florence and the Machine - ein Bandname der zu Spekulationen anregt. Hinter der Maschine verbirgt sich eine 22-jährige Schönheit, die weiss, wie sie ihre Mitmusiker einzusetzen hat.
Befreit aus der Gefangenschaft im Schlangenkäfig: Florence Welch. Fotos: www.florenceandthemachine.com Die Machine als Wundertüte: Mit wievielen Musikern tritt Florence in Zürich auf?

Ein Cocktail aus Bat For Lashes, Lily Allen mit einem Spritzer Kate Nash – so klingt Florence and the Machine. Die Verantwortliche hinter diesem Soundmix erklärt selbst: Sie mache die Musik, die Lily oder Kate machen würden, wären sie in einem Käfig voller Schlangen  aufgewachsen, irgendwo in einem Keller eines Beerdigungsunternehmens in Louisiana.

Doch wer versteckt sich hinter der düsteren „Machine“? Ist Florence Welch, die Sängerin, eine Solokünstlerin? Wechselt das Gesicht der Machine ständig? Hat sie eine Maschine, die Mitmusiker ersetzt und diese dadurch überflüssig macht? Um Licht ins Dunkel zu bringen: Florence and the Machine, das ist Florence Welch und ihre bis zu siebenköpfige Band. Doch es kann auch vorkommen, dass Miss Welch alleine auf der Bühne steht. The Machine ist also eine Parabel, die gegebenenfalls aus einem Septett bestehen kann.


Gewaltige Stimme, mädchenhafte Texte

Florence Mary Leontine Welch, wie die erst 22-Jährige mit bürgerlichem Namen heisst, feierte erste Erfolge beim SXSW Festival oder als Vorband von MGMT. Nachdem sie und eine Variable an Mitmusikern im Juli ihr erstes Album Lungs veröffentlichten. Singleauskopplungen wie „Dog Days Are Over“ oder „Rabbit Heart“ bewiesen der Welt, das in ihr mehr steckt, als nur die rothaarige Schönheit. Mit ironischen, kritischen und dennoch mädchenhaften Texten und einer gewaltigen Stimme eroberte sie die Herzen vieler Musikfans schon vor einem Jahr.

Das Lied „Kiss With A Fist“ entwickelte blitzartig zur inoffiziellen Zuckerbrot- und Peitsche-Hymne und zeigt uns, dass es verschiedene Arten von Romantik gibt. Auch sadistische Arten. Oder assoziiert man die Zeilen „you hit me once I hit you back, you give a kick I give a slap. You smash the plate over my head then I set fire to our bed“ mit Rosenduft und Kerzenschein? Also Sadisten, Masochisten und Musikliebhaber aller Art, am 17. Oktober ist im Zürcher Mascotte Gelegenheit geboten, sich vom Können der Britin zu überzeugen und mit zornigem Gesicht die Lieder mitzuträllern. Dem Exfreund zuliebe.

Florence and the Machine (UK):


Samstag 17. Oktober / 19:30 Uhr Mascotte Zürich / Voicst (NL – Support)

Links