Gesellschaft | 21.09.2009

Volunteering in Taiwan

Text von Malte Vogt
In Taiwan angekommen gibt es nicht nur kulturelle Unterschiede zur eigenen Heimat. Auch innerhalb eines Landes könnten die Gegensätze nicht grösser sein. In Taiwan trifft alt auf neu.
"Ich freue mich, in diesem faszinierenden Land etwas Nützliches tun zu können." Malte Vogt in Taiwan.

Unzählige Roller und Autos knattern durch die Strassen, die Luft ist heiss und dreckig und von unzähligen, mir unbekannten Gerüchen geschwängert. Ich bin in Taiwan, für mich einer der interessantesten Orte der Welt.

Hier trifft alt auf neu, hier ist so viel in Bewegung. Jeder möchte ein Teil dieser rasanten Entwicklung sein, die Taiwan in den letzten Jahren vollzogen hat und gleichzeitig ist man stetig bemüht, alte Traditionen aufrecht zu erhalten.

Eine Fahrradtour durch die Stadt beweist dies. Mit einem viel zu kleinen Fahrrad kämpfe ich mich zwischen Autos, Rollern und Lastwagen hindurch. Wegen des Staubes und der Abgase habe ich die Augen zusammen gekniffen. Es ist 30 Grad im Schatten und der Schweiss läuft mir über die Stirn. Meine Tour führt mich vorbei an Roller-Werkstätten, 400 Jahre alten Tempeln und Essenständen, bei denen es neben Entenköpfen und Schweinezuge auch sehr schmackhafte Fischbällchen zu kaufen gibt. Bei einem dieser Stände halte ich an und kaufe mir mein Mittagessen für umgerechnet drei Schweizer Franken. Die Menschen hier sind durch und durch freundlich und ich werde auch gleich gefragt, woher ich kommen – glaube ich zumindest. Auf jeden Fall habe ich auf diese Frage geantwortet.

Doch kaum angekommen, heisst es auch schon wieder Abschied nehmen. Zwei aufregende Wochen im ICYE-Language Camp liegen nun hinter mir. Zusammen mit anderen Freiwilligen aus Frankreich, Holland, den USA und Deutschland habe ich zusammen gewohnt, Chinesisch gelernt und den Taifun abgewartet. Der Unterricht, die Versorgung und andere Freizeitaktivitäten, die uns Taiwan ein Stück näher bringen sollten, wurden von ICYE-Taiwan geleitet, so dass wir alle mit einem guten Gefühl zu unseren Gastfamilien ziehen. Morgen werde ich meinen Freiwilligen-Einsatz im St. Theresa Opportunity Center beginnen.

Ich habe mich dazu entschlossen, mit ICYE-Schweiz für ein Jahr hier her zu kommen, um Chinesisch zu lernen und gleichzeitig etwas Nützliches zu tun. Meine Aufgabe für das kommende Jahr wird es sein, Kinder, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, in ihrem Lernen zu unterstützen. Dazu gehören die Gestaltung des Unterrichts, aber auch Aktivitäten am Wochenende.

Wie meine Arbeit im Detail aussehen wird, werde ich erst morgen erfahren, doch ich freue mich darauf, in diesem faszinierendem Land ein Jahr lang etwas Nützliches tun zu können. Meine Erwartungen haben sich bis jetzt mehr als erfüllt.

Über den Autor


Malte Vogt (neu auch å­Ÿå¾·) wurde 1988 in Norddeutschland geboren und wohnt nun seit sechs Jahren in der Schweiz. Er hat seine Matura 2008 in Luzern an der Kanti Alpenqui gemacht und dann in Zürich ein Geographiestudium begonnen, welches jetzt vorerst einmal zur Seite geschoben wurde. Auf Tink.ch berichtet er von seinen Erlebnissen in Taiwan.

 

Kurzporträt ICYE


In über 30 Ländern auf allen fünf Kontinenten können junge Menschen ab 18 Jahren mit ICYE (International Cultural Youth Exchange) einen Sozialeinsatz machen. Du entscheidest selbst, ob Du Dich eher im sozialen, kulturellen oder umwelt-Bereich engagieren möchtest. Ausserdem kannst Du Dich für einen Langzeiteinsatz (6 oder 12 Monate) oder einen Kurzeinsatz (1-4 Monate) entscheiden. Für die Teilnahme verlangt ICYE keine Berufsausbildung, vorausgesetzt werden nur, dass Du offen, interessiert und flexibel bist. ICYE ist eine internationale Nonprofit-Organisation, die 1949 gegründet wurde. ICYE ist von der UNESCO als friedensbildenende Organisation anerkannt und trägt das INTERMUNDO-SQS-Qualitätslabel.

 

Weitere Informationen: www.icye.ch / info(at)icye.ch / Telefon 031 371 77 80