Kultur | 21.09.2009

Unter einem Dach: Mode, Musik und Kunst

Text von Audrey Djouadi
Die Nasty-Trash-Parties standen für Trash und Mode zugleich. Tink.ch besuchte die allerletzte Veranstaltung und liess sich von der Modenschau, Musikern und Fotos in den Bann ziehen.
Die Beine ein letztes Mal vertreten: Die Nasty Trash-Party-Reihe hat ausgetanzt. Fotos: PD Das Aufgebot für die letzte Party war beeindruckend.

Am letzten Freitag feierte die berühmtberüchtigte Party „Nasty Trash“ in der Alten Börse ihren Abschied. Und das tat sie nicht allein. Unterstützung gab’s vom Artlauf, einer Modenschau gepaart mit Vernissage und Verkauf. Und von unzähligen Besuchern.

Zugegeben, etwas spät waren ich und meine Begleitung schon dran. Ist aber auch schwer, sich für das richtige Outfit zu entscheiden. Man will ja keinesfalls schlecht gekleidet daherkommen. Und ungezwungen und „zufällig“ soll’s auch noch aussehen. Diesen Drahtseilakt zwischen overdressed und underdressed zu bewältigen, dauert seine Zeit. In der Alten Börse angekommen, ging’s auch gleich los. Die Modenschau, organisiert vom Streetstyleblog 1508 und Fashionslave, war schon in vollem Gange.

Musiker in Frischhaltefolie

Was dort über den Catwalk schwebte überraschte. Die Kombination Grau-Orange scheint diesen Herbst der absolute Renner zu sein. Ausserdem präsentierten die Designer, darunter Labels wie Komana, Jasfree und Lyn Lingerie (wahrscheinlich einer der Gründe, warum auch viele männliche Gäste anwesend waren), zarte Seidenkleidchen in Nude, strenge Schnitte, semitransparente Hängerchen und kiloweise Tüll. Nach der Schau stürmte ein Mann, eingepackt in Frischhaltefolie, der nebenbei auch noch der Moderator des Abends war, auf den Laufsteg und fing an, gemütlich mit einem hammerartigen Gegenstand den Laufsteg zu vermöbeln. Nach und nach strömten immer mehr Frischhaltefolienmenschen den Catwalk und schleppten Instrumente auf die Bühne. Etwas verspätet ging auch mir ein Lichtlein auf und ich verstand, dass dem Publikum jetzt musikalisch eingeheizt wird. Erschlagen von den vielen Eindrücken, nahm man das Geschehen auf der Bühne nicht sehr präsent war. Doch Menschen, als Kapitäne und Stewardessen (oder wie man heute sagen muss: Flugbegleiterinnen) ziehen nun mal meine Aufmerksamkeit schneller auf sich als blinkende Lichter oder bunte Farben.

Nachdem alle Models und Designer von der Bildfläche verschwunden waren, konnte die Ausstellung im gleichen Saal besichtigt werden (die Reise von Modenschau zu Ausstellung war also nicht allzu lang, meine Füsse lassen danken). Zu kaufen gab es viele, viele schöne Kleider, Taschen und was das Modeherz sonst noch begehrt. Und das von Labels wie Blenda Vintage, Kimandra Vintage, be gorgeous, Monika Murillo und Opia selected asian design. Wer dann genug geshoppt hatte, der konnte sich mit Fotos von Jonas Kündig oder Filmteasern von den Saftstudios visuell verwöhnen lassen. Es gab viel zu sehen beim Artlauf.

Tanzen mit dem Deichkind-DJ

Nach dem ganzen Modezirkus wurde unter anderem zu den Klängen von DJ Electro Ferris (Deichkind) fleissig das Tanzbein geschwungen. Schwitzende Tanzbären, aufgerüschte Bühnentänzerinnen und ganz viel harter Electro waren die tragenden Komponenten der letzten Nasty Trash.

Und so wollen wir alle noch mal winken, auf Nimmerwiedersehen, du dreckiger Müll!

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