Gesellschaft | 14.09.2009

Spanisch für Anfänger

Mit TV-Konsum am Nachmittag wird man nur selten gut unterhalten. Wenn sich dann auch noch nur drei Kanäle empfangen lassen, wird die Lage zusätzlich verschärft.
Drei Kanäle, zwei davon funktionieren - in Mazedonien gibt es bessere Freizeitbeschäftigungen als TV-Schauen.
Bild: Redaktion Tink.ch (Artikel anonymisiert)

Auch in Mazedonien kam ich nicht um das Medium Fernsehen herum. Doch hier begnügt man sich mit drei Kanälen, wovon abwechselnd einer nicht funktioniert. Dies ist allerdings nicht weiter verwunderlich. Verwunderlich ist die Tatsache, dass hier nachmittags Jean-Claude van Damme-Filme gezeigt werden, die ja wirklich nicht für ihre kinderfreundliche Botschaft bekannt sind.

Aus dem Leben gegriffen

Da schaute ich mir viel lieber spanische Seifenopern an. Mit Hilfe der Untertitel (in Mazedonien wird so gut wie nichts synchronisiert) versuchte ich durch diese an Kitsch kaum zu übertreffenden Schnulzenserien Spanisch zu lernen. An dieser Stelle muss ich den Drehbuchautoren für ihre absolut aus dem Leben gegriffenen Geschichten ein grosses Lob aussprechen. „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“ ist ein Dreck dagegen. Durch das meist eher beschränkte Vokabular solcher Serien, waren schon nach kurzer Zeit kleine Erfolge sichtbar. Bereits nach einer Folge von „Sin vergüenza“ wusste ich was „Ich muss ins Gefängnis“ („Debo en la prisión“) und „Es ist nicht dein Kind“ („No es tu niño“) heisst. Sätze, auf die ich später sicher gerne zurückgreifen werde.

Mazedonische Abzockershows

Eigentlich sind spanische Schnulzen kaum zu übertreffen, doch der Gipfel der Fernsehhochgefühle sind mazedonische Call-in-Shows. Mit etwas Verspätung haben solche Sendungen auch hier einen festen Platz im Fernsehprogramm erhalten. Warum diese Abzockershows auf Mazedonisch aber noch nerviger sind als auf Deutsch, bleibt mir allerdings ein Rätsel.

Zur Serie:


Als Doppelbürger hat man es nicht immer leicht. Da sind sogar so banale Dinge wie Sommerferien ein schwieriges Unterfangen. Die Autorin, in Mazedonien geboren und in der Schweiz aufgewachsen, lässt ihren letzten Ausflug in ihre „zweite“ Heimat revue passieren. In einer mehrteiligen Serie versucht sie ihre Beziehung zu den beiden Ländern in den Griff zu bekommen.