Gesellschaft | 14.09.2009

Ökologie aus der Ostschweiz

Text von Pascal Gähler
Wie baue ich nach Minergie-Standard? In der Ausstellung von Immoenergie erhalten Bauherren und Interessenten Antworten auf ihre Fragen zum Thema Energie-Effizienz. Tink.ch war bei der Eröffnung dabei.
Viele Informationen zu effizientem Hausbau erwarten den Besucher. Kurt Vogel eröffnet die Ausstellung. Buffet und Stände interessieren gleichermassen. Fotos: Pascal Gähler

Samstagmorgen, 10:00 Uhr. Ich sitze im Konferenzsaal an der Bionstrasse 3 in St. Gallen. Hier findet heute die offizielle Eröffnung der permanenten Energieausstellung statt. Ich schau mit verschlafenem Blick nach links und rechts und sehe ca. 60 Leute. Die meisten davon mit Anzug und Kravatte. «Ok, jetzt einfach ruhig und unauffällig verhalten, sodass niemand bemerkt, dass du noch nicht ganz wach bist« denke ich mir.

Ideen an die Bevölkerung bringen

Kurt Vogt tritt ans Rednerpult. Er ist Mitbegründer von Immoenergie, welche die Ausstellung organisiert hat. Ich befürchte schon, dass er jetzt mit einer langen und langweiligen Rede über Energie beginnt, aber er muss wohl Gedanken lesen können und übergibt das Wort ziemlich schnell Stadtrat Fredy Brunner für einige Grussworte. Dieser zückt geschickt ein paar Zitate aus dem Ärmel, um die Zuhörer aufzurütteln und um kurz danach zu erinnern, dass eine gute Lösung alleine noch kein Umweltproblem löst. Es gibt inzwischen schon viele Innovationen im Energiebereich, diese müssen jetzt aber noch der breiten Masse vorgestellt werden. Er sieht die Energieausstellung als eine Plattform, wo Dienstleister und Bauherren gemeinsam die beste Lösung für ein Projekt finden können.

Geothermie im grossen Stil

Es folgt die Präsentation «Von der Erdwäremesonde bis zur Tiefengeothermie – Beispiele der geothermischen Nutzung aus der Ostschweiz« von dipl. sc. nat. Stefan Berli. Was langweilig klingt, ist genau das Gegenteil. Denn mit der Wärme, welche im Inneren unserer Erde nur darauf wartet, genutzt zu werden, lässt sich ein Gebäude wärmen und, man glaubt es kaum, auch kühlen. Und das erst noch zu einem Preis, der von einer herkömmlichen Heizung nicht ansatzweise erreicht werden kann. Geothermie ist sowohl ökonomisch, als auch ökologisch! Denn die Nutzung der Erdwärme kostet nichts und es entsteht auch kein CO2 dabei. Einzig für den Bau der Anlage fallen Investitionskosten an. Früher konnten sich solche Anlagen aufgrund des niedrigen Energiepreises nicht durchsetzen. Heute sind sich viele Menschen des Klimaproblems bewusst und sie wollen der Umwelt Sorge tragen, weshalb sie in die Nachhaltigkeit investieren.

In der Ostschweiz gibt es schon einige Anlagen, die im grossen Stil die Energie unseres Planeten nutzen. Auch die Stadt St. Gallen plant eine grosse Anlage, mit welcher Strom produziert werden soll. Dies hat den Vorteil, dass man nicht mehr von rohstoffreichen Ländern abhängig ist.

Buffet oder Information?

Als Abschluss steht dann auch noch die Besichtigung der eigentlichen Ausstellung an. Doch was muss ich feststellen: Während ich von Stand zu Stand gehe und mich interessiert umschaue, haben die feinen Herren in den Anzügen ein Glas Weisswein in der Hand und steuern auf direktem Weg das Buffet an. Zugegeben, es sieht schon ganz lecker aus, was dort auf den Tellern griffbereit liegt, aber dafür bin ich doch nicht hierher gekommen. Ausserdem bin ich mit Fotografieren beschäftigt.

Der Besuch der Energieausstellung kann ich nur weiter empfehlen. Grundsätzlich wurde es als Informationsquelle für Bauherren konzipiert, allerdings können sich auch Schüler dort über die Möglichkeiten zum Schutz der Umwelt informieren.

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