21.09.2009

Kostenloses Web-Abenteuer

Im Internet wächst die Palette kostenloser Spiele. Es werden auch mehr Browserspiele angeboten. Ein Produktverantwortlicher eines Browserspielbetreibers sieht optimistisch in die Zukunft.
Virtuelle Spielabenteuer mit Qualität sind nicht immer teuer.
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Die Eingabe „Gratis Browserspiele“ bei Google reicht aus, um sich einige Stunden mit der Wahl des geeigneten Spiels zu befassen. Ob man Fussballgott sein, lieber im Mittelalter ein eigenes Reich errichten, doch eher den Planeten vor dem Untergang schützen oder vielleicht ein Geografiespiel zum Lernen des Unterrichtsstoffes spielen möchte – die ganze Spielpalette wird im Netz angeboten. Doch weshalb spielen die Leute nicht lieber Fussballmanager 2008, ein sehr spannendes klassisches PC-Spiel, als sich mit langweiligen, primitiven Spielen im Browser auseinanderzusetzen?  

Vom Hobbyprojekt zum Profiunternehmen

Eckart Foos, Produkteverantwortlicher von Travian Games, liefert die Antwort: „Da ist zum einen die technische Entwicklung: Schnellere Internetverbindungen erlauben komplexere Darstellungsmöglichkeiten und grössere Datenmengen. Zum anderen ist das Angebot gemeinsam mit der Technik deutlich besser geworden. Wo die Browserspielszene vor einigen Jahren vor allem von unzähligen Hobbyprojekten geprägt war, haben sich inzwischen viele Spiele aus einem professionell-unternehmerischen Hintergrund etabliert. Dazu kommen die klassischen Stärken von Browserspielen: Der einfache Zugang über jeden Rechner mit Internetanschluss, das meist kostenlose Basismodell sowie natürlich der besondere Reiz, zusammen mit menschlichen Spielern ein Abenteuer zu erleben.“ 

Travian Games, einer der grössten Browserspielbetreiber Deutschlands, sieht die Browserspiele nicht als Konkurrenz zu klassischen PC-Games, sondern eher als Ergänzung: „Browserspiele decken zwar einen wachsenden Bereich des gesamten Unterhaltungssektors ab, doch werden diese aus unserer Sicht nicht auf absehbare Zeit komplett dominieren. Natürlich kommt es im Zuge einer solchen Entwicklung immer zu Verschiebungen im Konsumentenverhalten.“

Entwickler mit Herz

Das Konsumverhalten wird speziell im Unterhaltungssektor von jungen Leuten beeinflusst. So sind bei den meisten Browserspielen Jugendliche die Hauptzielgruppe. Da macht Travian Games eine Ausnahme: „Grundsätzlich möchten wir mit unseren Produkten jeden erreichen, der Spass an sorgfältig durchdachten Spielen hat.“ Doch damit die Spieler den Betreibern nicht davon laufen, muss ein Browserspiel ständig aufs Neue mit seiner Mechanik überzeugen. Da sind die Entwickler glücklicherweise nicht auf sich selber gestellt. Häufig helfen die Spieler selbst mit als kreative Köpfe neue Funktionen ins Spiel zu bringen. „Oft entstehen Aktionen und Initiativen neben dem Spielbetrieb oder Spieler setzen Features anders ein als ursprünglich geplant.“

An erfinderischen Entwicklern, die Ideen mit einbringen könnten, mangelt es jedoch nicht. Viele kommen sogar aus der Szene und programmieren so mit Herz und Seele. Dies ist ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung eines Browserspiels: „Die Spieler merken in der Regel, ob ein Programm sorgfältig und liebevoll entwickelt wurde oder nicht.“

Voraussagen sind schwierig

Dank motiviertem Personal kann Travian Games optimistisch in die Zukunft blicken. Die Firma hat keine Angst vor der wachsenden Konkurrenz: «Den Wettbewerb in der Browserspieleszene werten wir als ausgesprochen positiv, da jedes Spiel mit professionellem Anspruch die Wahrnehmung der Branche weiter verbessert. Wir nehmen die Herausforderung gerne an, auch in Zukunft Spiele zu bieten, die Akzente setzen und ihren Platz am Markt finden.«

Überhaupt wirkt Foos optimistisch, obwohl Prognosen über den langfristigen Verlauf in einer solch jungen Branche schwierig sind: „Mittelfristig wird sicherlich die fortschreitende Technik an Einfluss gewinnen und das Marktumfeld insgesamt noch professioneller werden – was auch das Engagement klassischer PC-Spiele-Hersteller bereits jetzt schon signalisiert. Insofern gehen wir davon aus, dass der Markt für Browserspiele weiterhin wachsen wird. Vor diesem Hintergrund blicken wir zuversichtlich und gespannt in die Zukunft.“

Freuen wir uns also auf noch bessere und spannendere Browserspiele in Zukunft. Und auf noch längeres Googlen.

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