Kultur | 18.08.2009

St. Gallen im Ausnahmezustand

Vergangenes Wochenende lockte das St. Gallerfest 2009 auf die Strassen der Ostschweizer Hauptstadt. Unser Tink.ch-Reporter hat sich in die Menge gestürzt und berichtet von der grossen Party.
Eröffnung mit Alphornklängen.
Bild: Julian Stiefel Malcolm Green heizt ein. Fassanstich durch Stadtrat Brunner Klangvielfalt am St. Gallerfest Asiatische Pfannen: oft zu sehen. Schweisstreibendes "Kuscheln" in den Gassen. St. Gallerfest macht Spass, nicht wahr?

Eingeleitet wurde das diesjährige St. Gallerfest durch das Alphorntrio Spitzli aus Urnäsch, das neben der Bühne spielte und sich Mühe geben musste, nicht in der Menge unterzugehen. Mit Erfolg. Anschliessend trat Malcolm Green auf die Bühne. Der Platz füllte sich mehr und mehr. In Gedenken an Michael Jackson sang er „Heal the world“. Die Zuschauer waren noch relativ träge und nicht viele reagierten auf den Publikumseinsatz.

Dann fand der Fassanstich durch Stadtrat Fredy Brunner statt. Das kleine Fass Bier war nach kurzer Zeit leer.

Musikalische Vielfalt

Nach dieser kleinen Einführung wurde es in der Stadt deutlich lauter. Die ersten Bands spielten, die DJs machten sich startklar. Die Bandbreite der Musik war relativ gross. Von den Alphornbläsern, über schottische und indianische Livemusik bis zur Rockband war alles vertreten. Ruheorte gab es während den zwei Tagen in der Stadt kaum. Jede Musikanlage versuchte die nächstgelegene zu übertönen.

Fettreiches Fest

Sogar das Wetter spielte während den beiden Tagen mit. Es war schon fast zu warm. Auf Kommentare über das Essen wie „heiss und fettig“ folgten Kommentare wie „Dann solltest du mal duschen gehen“. Dies wäre wohl angebracht gewesen.

Grosses Gedränge

Das Gedränge hielt sich am Freitag noch in Grenzen. Am Samstag wurden es nochmals mehr Leute. Mit viel Geduld kam man zur nächsten Bühne. Alle Gassen der Stadt waren mit schwitzenden Menschen gefüllt. Einzig vor den lauten Boxen blieb Platz.

Dieses Jahr spielte mehr Livemusik und die Clubs sollten eingeschränkt werden, da der Disco-Sound auf Klagen der Anwohner stiess. Zudem wurde das St.Gallerfest um eine Stunde gekürzt, um dem Besäufnis vorzubeugen. Genau um ein Uhr nachts wurden die Musikanlagen ausgeschaltet. Die Strassen waren aber auch noch um zwei Uhr gefüllt. Die Stand- und Clubbetreiber werden entschädigt.

Kulinarischer Genuss

Kulinarisch setzte man wie jedes Jahr vor allem auf asiatisches Essen. Zahlreiche Stände mit buntem Essen und einem seltsamen Geruch waren in der Stadt verteilt. Die Riesenspiesse durften auch nicht fehlen.
Auch schon vor dem Fest war für Aufregung gesorgt. Am Freitag, etwa um fünf Uhr nachmittags, kletterte ein Mann auf einem Dach mitten in der Stadt herum und rutschte ab. Er wurde glücklicherweise von einem Schneefänger abgefangen und konnte von Bewohnern ins Haus geholt werden.

Viel Arbeit hatte auch das Putzpersonal. Die Strassen waren mit Bechern übersät. Und obwohl überall WC-Häuschen aufgestellt wurden, benutzte sie doch nicht jeder.

Erfolgsbilanz

Das diesjährige St.Gallerfest war ein Erfolg. Die Besucherzahl konnte von 70’000 auf 90’000 gesteigert werden. Von polizeilicher Seite gab es keine grossen Zwischenfälle zu vermelden. Am frühen Morgen mussten zwar einige Streitigkeiten geschlichtet werden. Besonders in der nördlichen Hauptstadt, wo sich viele Jugendliche aufhielten.