Kultur | 10.08.2009

Packen und los geht’s

So eine Reise, wie sie die Operation Baltikum ist, braucht seine Vorbereitungszeit. Irgendwann ist's aber auch mal gut und die beiden Tink.ch-Reporter wollen jetzt nur noch, dass es losgeht.
Noch glänzen die vollgepackten Velotaschen.
Bild: Jessica Hefti Stumm, stur und unvermummt.

Daniel Grunder:

Heute bestand mein wichtigstes Tagesziel drin, mir in Bern einen provisorischen Pass zu holen. Das blondgelockte KV-Schatzi am Schalter meiner Heimatgemeinde hiess mich zuallererst, ein passfähiges Foto parat zu haben. Hatte ich aber nicht. Dafür hatte ich dann acht Franken auszugeben für digitale Scheissfotos, welche den Begriff „Foto“ nicht einmal verdient hätten, wärens denn Fotos gewesen. Es handelte sich um Abbilder des Schreckens. Unter anderem erläuterte sie mir, dass ich auf dem noch aufzunehmenden Foto nicht lächeln dürfe oder könne oder solle. Nachdem sie mir einen Musterbogen mit allerlei möglichen und unmöglichen Passfotobeispielen vorgelegt hatte und ich spasseshalber fragte, ja, ob ich mich denn nicht vermummen dürfe, zeigte sie mit ihrem KV-Zeigefinger auf ein Musterfoto mit einer vermummten Muslimin und meinte voller Ernst: „Doch, aber nur so wie auf dem Bild. So, dass man Ihr Gesicht noch sieht, Herr Grunder.“ Ich wusste dann, was zu tun war und vermummte mich nicht. In Bern noch eine kurze Wartezeit, und ich erhielt für siebzig Franken eine Quittung und meinen provisorischen Reisepass. Jetzt hoffe ich doch sehr, dass sich die Mühe gelohnt hat. Nur noch packen und dann geht’s los!

Jessica Hefti:

Es operiert mächtig. Ist ja auch eine gehörige Operation. Diese Woche haben wir uns alle an der Scheuchzerstrasse bei den Gebrüder Gerbers versammelt. Und zuerst mal den Tisch bestaunt, voller Sonnencremen (wusstet ihr, dass es extra Sonnencreme für die Hände gibt, die Pigmentflecken vorbeugen soll?), Mückensprays, Hand- und Fusscreme (letzteres sogar in der Fitness-Edition) plus Adapters. Auch die Velotaschen von Veloplus, Top-Ware. Die roten und blauen Blachen glänzten noch im Sommerabendlicht.

Meine Taschen stehen nun für den Abflug bereit. Sechs von uns checken am Samstagabend schon ein. Ich habe seit Freitag kein GA mehr (nicht verloren, sondern abgelaufen) und sitze in Chur fest. Am Sonntag dann glückerlicherweise mit einem Tages-GA unterwegs.

Die Reiseroute habe ich fertig geplant. Der Anfang wird besonders drehintensiv und die dritte Woche dafür geht es vor allem ums strampeln. Da wollen wir noch möglichst viel von Estland sehen, etwa die Inseln Muhumaa, Saaremaa und Hiumaa, aber dann doch rechtzeitig in Tallinn ankommen.

Ja, jetzt kann es eigentlich losgehen. I’m ready to take off!

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