Kultur | 17.08.2009

Körperliche Annäherung beim Filmdreh

Multitalent Kevin Smith bringt mit "Zack and Miri make a porno" eine erfrischende Komödie ins Kino. Trotz eines gewissen "Schmuddelfaktors" gelingt dem US-Amerikaner ein Film auf hohem Niveau.
In Thailand wurde der Film aus Angst vor Nachahmern verboten. Fotos: PD Eine Zeichnung zeigt das, was nicht gezeigt werden darf. Ein romantisches Schreckenskabinett: Die Filmcrew. Langsam finden sie auch die körperliche Nähe zueinander: Miri und Zack.

Seit Kindesalter sind Zack (Seth Rogen) und Miri (Elizabeth Banks) Freunde. Seit Ewigkeiten wohnen sie auch zusammen und fristen gemeinsam ein finanziell eher angeschlagenes, aber unaufgeregtes Leben. Kritische Emotionen entstehen erst, als die Strom- und Wasser-Rechnungen nicht mehr gezahlt werden können und die beiden wörtlich im Dunkeln tappen müssen. Da die Ersparnisse bereits für unnütze Dinge drauf gegangen sind, muss eine neue Einnahmequelle her. Angeregt vom schwulen Pornosternchen Brandon (Justin Long) will Zack einen Erwachsenenfilm drehen, der Seinesgleichen sucht. Mit dabei natürlich seine Langzeitmitbewohnerin Miri. Nach Jahren der nähelosen Freundschaft sollen diese nun Sex miteinander haben, vor laufender Kamera. So wird unweigerlich eine Spannung zwischen Freundschaft, Liebe und Sex aufgebaut.

Teeniequatsch?

Sowohl die Geschichte als auch der hierzu Lande gezeigt Trailer lassen den Zuschauer darauf schliessen, dass es sich bei „Zack and Miri make a Porno“ um eine blödelnde Teeniekomödie handelt. Doch Regisseur und Autor Kevin Smith gibt sich Mühe, diese Erwartungen nicht zu erfüllen und schafft es trotz unzähliger Witze unter der Gürtellinie einen Film mit Niveau und Romantik zu zeigen. Das Vokabular ist weit entfernt vom harmlosen Kuschelklischee, in der heutigen Zeit ist man sich als Zuschauer jedoch Wörter wie Scheisse und Ficken gewöhnt. Die Menge solcher Kraftausdrücke ist in diesem Film so überdurchschnittlich, dass es sogar wieder Spass macht.

Chemie stimmt

Auch die Akteure bereiten dem Zuschauer ein Vergnügen: Die Chemie stimmt. Rogen und Banks treten enorm authentisch auf und lassen die gezeigten Emotionen auf das Publikum übergreifen. Man fühlt sich unwohl, wenn die beiden sich unwohl fühlen. Man freut sich mit ihnen, wenn sie sich freuen. Auch andere Teile des Casts passen perfekt in ihre jeweiligen Rollen. Jason Mewes beispielsweise nimmt man den leicht unterbelichteten Pornoamateur von der ersten Sekunde an ab. Kevin Smiths eigentlich obligatorischer Cameo-Auftritt erwartet man aber leider vergebens.

Fazit:


"Zack and Miri make a Porno" ist eine Komödie, die so in gar kein Klischee passt. Weder die Romantik- noch die Teenie- oder Blödel-Comedy sind zu ausgeprägt vertreten. Auch Kevin Smiths etwas "böser" Stil sticht nicht klar ersichtlich durch. Wohl genau aufgrund dieser Mischung ist der Film für alle aufgeschlossenen Zuschauer ein Genuss.

"Zack and Miri make a Porno" läuft ab dem 20. August in den Schweizer Kinos.