Kultur | 31.08.2009

„Ich wäre eine Litschi“

Mit der Platinauszeichnung ist Bliggs Album "0816" erfolgreicher, als der MUsiker selber gedacht hat. Was sind die Gründe für diesen Erfolg? Was will der Musiker seinen Fans mitgeben? Ein Interview.
Fotos: Fabian Küng Nick Egloff und Fabian Küng sprachen mit Bligg.

Du hast dein letztes Album „0816“ getauft. Willst du mit diesem Titel sagen, dass deine Songs nur knapp am langweiligen Durchschnitt durchgehen? Oder wie bist du auf diesen Titel gekommen?

Jeder kennt den Ausdruck „0815“ und der steht ja bekanntlich für das normale. Und das Konzept für dieses Album ist nicht so normal. So etwas hat es bis jetzt noch nicht gegeben. Wir haben mit sehr vielen traditionellen Elementen gearbeitet und lange nach einem geeigneten Albumtitel gesucht, um das Ganze auf den Punkt zu bringen. Ich könnte mir keinen besseren Namen vorstellen!

Mittlerweile kopieren ja auch andere Künstler wie zum Beispiel Gimma mit dem Trio Eugster deine Idee mit den traditionellen Instrumenten. Was hälst du davon?

Ich weiss jetzt nicht, ob Gimma mit dem Trio Eugster unbedingt eine Kopie davon ist. Gimma hat ja vorher schon mit gewissen schweizerischen Elementen gearbeitet. Nicht unbedingt musikalisch, aber dafür in seinen Videoclips. Wenn es sonst noch ein paar Leute gibt, die das machen, ist das gut so! Musik lebt ein Stück weit davon, dass immer jemand etwas Frisches bringt und die anderen sich dadurch inspirieren lassen. Ich bin einmal an einem Burger-King vorbei gefahren und gleich daneben stand ein Plakat von McDonalds. Darauf stand: „Oft kopiert, aber nie erreicht!“ Das fand ich noch witzig.

Was hat dich zu deinem Song „Musigg i dä Schwiiz“ inspiriert?

Ich bin der Meinung, dass es in dem kleinen Land, in dem wir leben, eigentlich einen sehr grossen Output hat. Wir haben viele gute Bands, das sieht man auch an den Festivals aber auch in der Hitparade. Und die Namen der meisten Bands haben ja auch mehrere Bedeutungen. Zum Beispiel Gotthard, das ist zum einen der Bandname und zum anderen der Berg mit dem meisten Stau. Und diese Tatsachen haben mich auf die Idee gebracht, diesen Song zu machen, wo ich auch mit den Bedeutungen dieser Bandnamen arbeite und so einen Text zusammen stelle. Ich bin ein sehr grosser Befürworter für nationale Musik und ich finde, dass sie auch gefördert werden sollte. Und da es niemand anders gemacht hat, habe ich es halt machen müssen (lacht).

Was war bisher das Highlight deiner Karriere?

Das Highlight meiner Karriere war sicher die Platinauszeichnung vor ein paar Wochen. Für „0816“ habe ich dreimal Platin bekommen und das war ein sehr grosses Highlight. Als wir dieses Album produziert haben, habe ich für mich gesagt wenn dieses Album nicht Goldstatus erreicht, das sind 15’000 verkaufte Platten, stimmt etwas nicht mit dieser Musik. Wir haben sehr viel investiert und ich wusste, dass es eine sehr gute Platte ist. Es ist gute Musik, es ist gut gemacht, es steckt ein gutes Handwerk dahinter. Jetzt ist alles anders gekommen. Wir haben dreimal Platin und ich kann es immer noch nicht glauben, wenn ich am Morgen aufwache.

Was planst du in naher und ferner Zukunft?

Von „0816“ wird es eine Platinversion geben. Damit will ich meinen Fans danken, die extra in einen Plattenladen gehen und meine Platte kaufen, aber auch denen, die extra ins Wallis fahren, um meine Show zu sehen. Viele Künstler bringen Platinversionen raus mit zwei oder drei zusätzlichen Songs. Aber ich finde, dass die Leute ein bisschen verarscht werden, weil man ja so das Album doppelt kauft. Wir wollen das nicht so machen und haben deswegen die ganze Platte noch mal neu aufgenommen. Und zwar mit noch mehr traditionellen Instrumenten. Das wird eine Dreier-CD in einer ganz schönen Kartonverpackung. Die erste CD wird die Akkustikversion, die zweite das Originalalbum mit Bonussongs und die dritte Disc ist eine DVD, die uns bei der Produktion des Albums zeigt.

Jetzt geben wir dir noch ein paar Stichworte und du sagst einfach spontan, was dir dazu einfällt.

SVP: Nicht mein Ding.

Faschismus: Noch weniger mein Ding.


Lieblingszimmer: Schlafzimmer.

Lieblingswort: bligg.ch

Lieblingsfestival: Kann ich nicht sagen. Jedes Festival hat etwas Charmantes.

Orte an denen du deine Texte schreibst: Grösstenteils im Auto, aber auch im Studio passieren viele Sachen. Eigentlich überall! Ich habe immer mein Handy dabei und wenn mir was in den Sinn kommt, schreibe ich es rein und arbeite es danach im Studio aus. Es kommen zum Teil auch Ideen auf dem WC.


Wenn du ein Tier wärst, welches wärst du? Ich glaube ich wäre ein Hund.

Wenn du eine Frucht wärst, welche wärst du? Eine Litschi! Litschis habe ich sehr gerne.

Wenn du ein Regentropfen wärst, wo würdest du landen? Im Zürisee.

Wallis: Unglaublich schön, unglaublich nette Leute und ein sehr guter Ort, um Ferien zu machen! Wenn man sich wirklich richtig erholen will, sollte man ins Wallis kommen.