Kultur | 24.08.2009

„Hauptsache Lippenstift und Make-Up“

Text von Tamara Funck | Bilder von JKF
Das diesjährige JKF wurde mit dem Auftritt der Basler Band Bitch Queens gebührend verabschiedet. Am Samstag um Mitternacht rockten die vier Männer, mit Mascara und Lippenstift im Gesicht, nochmals richtig den Barfi.
Die Bitch Queens schlüpfen für die Bühne in völlig andere Rollen. Fotos: Tamara Funck Lippenstift und Make-Up dürfen auf der Bühne nicht fehlen.
Bild: JKF

Kid Krystal, Sänger und Gitarist, Diamond Dan, Gitarist und Marc Steele, Bassist von den Bitch Queens nach ihrem Auftritt im Interview:

Wie kommt ihr auf den Namen Bitch Queens?

Diamond Dan: Wir sind Bitches in der Band und wir sind die Besten. So einfach ist das.

Kid Krystal: Absolute Schlampen und Tussen.

Marc Steele: Er hat mich geküsst, hast du das gesehen?

Was, auf der Bühne?

Kid Krystal: Ja, logisch!

Legt ihr euch für die Bühne einen anderen Charakter zu?

Diamond Dan: Nein, ich gehe auch mit Mascara arbeiten… nein, natürlich nicht! Aus einem gewissen Grund haben wir die Künstlernamen. Es ist so, dass wir ans Konzert kommen, unser Zeug aus dem Auto laden und dann sind wir sofort in dieser Rolle. Wir können etwas verkörpern und das ist ein Teil unserer Show. Es muss nicht durch und durch echt sein. Das Theater ist vielleicht auch besser als das normale Leben, wer weiss?

Kid Krystal: Hauptsache Lippenstift und Make-up.

Euer neuer Song heisst High Strung. Wie ist dieser Song entstanden und was ist der Hintergrund?

Kid Krystal: Das läuft meistens ähnlich ab. Ich schreibe die Riffs und der Drummer Captain America schreibt dann die Lyrics. Ansprechen wollen wir alle sexy Loverboys and Lovergirls, haben aber nichts Politisches zu sagen oder so.

In diesem Song singt ihr davon, dass man nicht so nervös sein sollte. Richtet ihr euch damit auch an die Gesellschaft?

Marc Steele: Es geht mehr um das Individium…

Diamond Dan: Wieso sprechen wir eigentlich über unsere Texte?

Kid Krystal: Das Unwichtigste an den Bitch Queens sind die Texte.

Marc Steele: Sie sind schon ein bisschen autobiographisch und so..

Diamond Dan: Aber es ist einfach… Fuck you or don’t give a fuck! Das ist so die Message in all unseren Songs. Das kann man so ziemlich schnell zusammenfassen.

Als ihr die Band 2000 gegründet hattet, hattet ihr irgendwelche Ziele und Erwartungen, die sich bis jetzt erfüllt haben?

Kid Krystal: Das ist immer das Gleiche. Wenn man Rock’n’Roll macht, in einer Band ist und Erwartungen hat, kann man es gleich wieder vergessen. Es ist eher so, dass man einfach machen soll, was man machen will und wenn es dann den Leuten gefällt, gefällt es und sonst gefällt es ihnen eben nicht. Man macht es für sich und nicht für alle anderen. Klar geht man auf die Bühne und macht eine Show, am Ende geht es nur um dich selbst.

Hat sich eure Musik verändert seit der Bandgründung 2000 und habt ihr euch mit verändert?

Kid Krystal: Ja, eine normale Entwicklung während acht, neun Jahren. Der Sound entwickelt sich weiter, alles wird reduziert, auf den Punkt gebracht. Eigentlich spielen wir drei Akkorde.

Diamond Dan: Auf der anderen Seite kommt man in eine Band, lernt andere Menschen kennen, die man wahrscheinlich nicht kennenlernen würde. Ist in Clubs, weiss wie es dort läuft und gewinnt schon ein gewisses Wissen, das einen verändert.

Kid Krystal: Und wenn man mit anderen Bands auf Tour ist oder spielt, entwickelt man sich weiter und es bringt einen dorthin, wo man hin sollte.

Habt ihr gewisse Ziele vor Augen, die ihr als Band erreichen möchtet oder lasst ihrs auf euch zukommen?

Marc Steele: Also wir nehmen das alles schon sehr, sehr ernst, aber dass man damit Geld verdienen kann, ist absolut…

Diamond Dan: Wir wollen einfach Spass haben, wir wollen die besten Leute treffen, das beste Publikum haben und die schönsten Frauen im Publikum. Das ist unser Ziel!

Letzte Frage, was war euer bestes Konzert bisher?

Alle zusammen: Das vorhin gerade! Logisch!