Kultur | 23.08.2009

Das Feuer Andalusiens

Text von Céline Graf
Eine Flamenco-Aufführung zu sehen, bedeutet, Feuer zu fangen. Die Leidenschaft der Tänzerinnen liess das Publikum an den Geschichten teilhaben und mitleiden.
Farben... Mimik... und Rhythmen lassen das Feuer Andalusiens auf das Publikum übergehen. Fotos: Céline Graf

Es wurde warm im Foyer des Theaters Basel. Mit dem Feuer des Südens boten Flamenco-Tänzerinnen und Tänzer am Samstag eine Vorstellung voller Leidenschaft. Der Tanz ist nur ein Element des andalusischen Flamenco, um dessen Entstehung sich viele Mythen ranken. Rhythmisches Klatschen, Gitarrenmusik und Gesang waren demnach in einem ständigen Wechselspiel mit der Tanzgruppe. Die Tanzenden liessen sich mal Treiben, berührten mit den Füssen kaum den Boden, führten dann wieder das Tempo an, anmutig, erhaben, mit festen Schritten entschlossen auftretend. Durch Variieren der Geschwindigkeit entstand eine ziemliche Spannung. Im Flamenco ist der gefühlsvolle Gesichtsausdruck essenziell, im Gegensatz zu den versteinerten Minen des argentinischen Tangos. Auf den Gesichtern der Frauen und Männer stand Leiden geschrieben, aber auchStolz. Sie trauerten der verlorenen Liebe nach, erinnerten sich an längst vergangene Zeiten. Immer aber machte sich die Freude bemerkbar, die sie beim Tanzen verspürten. Eine Freunde und Wärme, die – wie ein Waldbrand – auf das Publikum übersprang.