Kultur | 24.08.2009

„Always hoping for a wonder“

Text von Tanja Bangerter | Bilder von Tanja Bangerter zVg
Die Laufener Band Framed Letter bewegte am Freitag das Publikum vor der Kulisse der Elisabethenkirche mit ihrer Musik und überzeugte mit einem gefühlvollen Auftritt. Tink.ch traf Leadsänger Tho Luong zu einem Gespräch über einen mysteriösen Albumtitel, Kontraste und das Warten auf Wunder.
Die Jungs von Framed Letter singen von Angst, Verzweiflung und Frauen.
Bild: Tanja Bangerter zVg

Wie war das Konzert heute Abend?

Tho Luong: Wir hatten kleine technische Probleme; der Gesang war etwas zu leise.

 

Wie war das Publikum?

Gut, zwar ein wenig zurückhaltend, aber es ist in den Sound eingetaucht – das hat mir gut gefallen.

 

Gibt es ein Konzert, was dir am besten gefallen hat?

Unser Konzert in Luzern in der Schür war meiner Meinung nach eines der Besten.

 

Ihr hattet euren Anfang als Band im Jahr 2002, wie habt ihr zusammengefunden?

Jeder von uns hatte früher eine eigene Band. Die alternative Szene in Basel ist nicht so gross, man kennt sich vom Spielen und vom Ausgang. Ich wollte etwas Neues gründen, also habe ich Tracks auf Tonband aufgenommen, diese verteilt und dabei Leute gefunden, denen sie gefielen. So sind wir zusammengekommen und sind es bis heute noch.

 

Was hattet ihr für Ziele beim Zusammenschluss?

Rockstar werden, viele Frauen kennenlernen und Exzesse haben.

 

Und haben sich diese Ziele erfüllt?

Exzesse schon, Frauen weniger.

 

Wie sehen eure Pläne für dieses Jahr aus?

Wir haben im Februar ein Album aufgenommen. Jetzt suchen wir ein Label, das uns unterstützt, dieses rauszubringen. Wir sind zurzeit daran, unsere Aufnahmen zu versenden und sehen dann weiter.

 

In eurem MySpace-Profil steht der Satz „Always hoping for a wonder“ – Was bedeutet dies für euch?

Dieser Satz ist mein Lebensmotto. Ich hoffe die ganze Zeit auf ein Wunder. Dies mag jetzt ein wenig märchenhaft tönen, aber die Hoffnung stirbt ja schliesslich zuletzt. Wie entstehen eure Songs? Die Songtexte schreibe ich. Wie die Melodie und das Arrangement entstehen, ist ganz verschieden. Zum Teil bringe ich bereits ein fertiges Gerüst des Songs mit oder der Song entsteht bei einer Jam-Session.

 

Was sind die Themen, die Botschaften eurer Songtexte?

Ich schreibe über persönliche Gefühlen und weniger fiktive Geschichten. Die Texte handeln von Angst, Verzweiflung, Drogen und natürlich auch von Frauen.

 

Wie kam es zu eurem Bandnamen Framed Letter?

Ich war in einem Museum in Australien, als ich auf das Wort «frame« gestossen bin. Das Wort gefiel mir und da ich gleichzeitig nach einem Bandnamen gesucht hatte, wollte ich dieses Wort im Namen einbauen. So kam es dann zum Namen Framed Letter, was „eingerahmter Brief“ bedeutet. Das klingt zugleich mysteriös und man weiss nicht sofort, welchen Musikstil wir spielen.

 

Euer letztes Album hiess „Dinner in a cemetry“. Wie wurdet ihr zu diesem Titel inspiriert?

Es geht im Wesentlichen um den Kontrast. Ein Nachtessen verbindet man normalerweise mit etwas Schönem zum Beispiel mit Kerzenlicht. Der Friedhof ist jedoch eher ein furchterregender, düsterer Ort. Dieser Kontrast hat mir sehr gefallen. Dies widerspiegelt auch unsere Musik, die dunkle Seite und im Gegensatz dazu die schöne. Ich schreibe mehr über Negatives als über Positives.

 

Was bedeutet euch die Musik?

Die Musik bedeutet uns sehr viel. Wir sind eine Familie geworden, wir machen schon so lange Musik zusammen und freuen uns jedes mal, wenn wir Bandprobe haben. Wir reden zuerst über das, was wir in den vergangenen Tagen erlebt haben, spielen dann zusammen und reden wieder. Das ist eben das Schöne daran, zusammen zu musizieren.

 

Was möchtet ihr erreichen?

Rockstar-Status erlangen und mindestens so gross werden wie die Beatles oder die Rolling-Stones.