06.07.2009

Vom Meer in den Teller

Text von Tess Zürcher | Bilder von sxc.hu/algiamil
Der Thunfischbestand wird jedes Jahr kleiner und kleiner. Schuld daran trägt auch der verstärkte Sushi-Konsum der letzten Jahre. Tink.ch präsentiert ein paar bedenkliche Fakten zur Situation.
Der Klassiker: Schon seit Jahrzehnten wird der Thunfisch aus der Dose in rauhen Mengen genossen.
Bild: sxc.hu/algiamil

Die meisten von uns geniessen es: Sashimi, Sushi oder Vitello Tonnate. Der stetig wachsende Bedarf und Verzehr ist der Grund für die rapide Abnahme des Thunfischbestandes. Was aber in den letzten Jahren geschah, war uns bisher nicht unbedingt bekannt, schon gar nicht, wie prekär es bereits um die Population des beliebten Speisefisches steht.

 

Ein paar Anekdoten, die es zu bedenken gilt:

 

Jedes Jahr werden mehr als 4.6 Tonnen Thunfisch gefangen, wovon Japan zu 70% der Hauptabnehmer ist.

 

Bis vor knapp 20 Jahren wurden sie mit Treibnetzen gejagt, was heute illegal ist.

 

Ringwadennetze werden heute (wenn auch teilweise bereits illegal) zu 70% verwendet. Sie sind circa 2000 Meter lang und reichen 200 Meter in die Tiefe.  Durch diese Fischfangart, können einzelne Fischarten fast vollständig aus dem Ökosystem genommen werden.

 

1986 wurde eine Kampagne in der USA gegen die Ringwadennetzfischerei gestartet, was zu einem starken Einbruch der Dosenthunfischimporte führte. Schliesslich werden durch diese Methode immer auch äusserst viele Jungdelfine getötet.

 

Im Juni 2008 verbot die EU diese Netze beim Fang im Mittelmeer und dem Ostatlantik. Doch wegen der starken Überfischung zuvor sind heute nur noch etwas 20% des ursprünglichen Bestandes vorhanden.

 

Seit 10 Jahren jagen auch sogenannte Unterwasser-Farmen nach Unmengen von Jungthunfischen, die sie vor allem an den japanischen Sushi-Markt verkaufen. Diese Thunfisch-Masten tragen offiziell den Namen: Aquakultur. Aufgrund der Bestimmungen der Internationalen Kommission zum Schutz des Thunfischs dürften jene überhaupt nicht verkauft werden.

 

Fischereiexperten prophezeien einen desaströsen Niedergang des Thunfisches, der heute schon auf Messersschneide dazu steht.

 

Im Juni dieses Jahres hatte sich Greenpeace auf der SOS-Weltmeer-Tour zum Ziel gemacht, die Bevölkerung auf die Thunfischbestände aufmerksam zu machen. Neben Dokumentationen über solche Mastbetriebe wollen sie auch die Jungtiere vor der Einsperrung in die Käfige befreien.

 

Geniesst also bewusster Thunfisch und Sushi. Besser noch, lasst wenigstens den Thunfisch darin weg!

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