Kultur | 20.07.2009

Strassenmusik auf die Bühne gebracht

Text von Aline Clauss
Totz des kometenhaften Aufstiegs blieb die junge Band bodenständig und gelassen. Kreative Newcomer kamen am Ringplatz nicht zu kurz.
Das Orchestra in seinem Element. Fotos: Beat Roder und Sabine Burger Ausgelassene Stimmung. Sängerin Valérie Maerten. Instrumenten-Variation, Gute Stimmung auf der Bühne.

Der Ringplatz gehörte ihnen: Die neun beziehungsweise zehn jungen Musiker des Schweizer Pullup Orchestra begeisterten am Mittwochabend mit ihrer Musik die Zuschauer und sorgten für jede Menge Feelgood- Stimmung.

 

Trotz ihrer erst kurzen Entstehungszeit hatten die Jungs bereits über 30 Club-Konzerte in ganz Europa und ein über 1000mal verkauftes Debut-Album. Für ihr zweites Album „Thanks to the Opera“ holte sich die reine Männer-Gruppe um Trompeter Philipp Labhart Verstärkung in Form einer Frauenstimme: Valérie Maerten passte perfekt zu den neuen Kompositionen und komplettierte den Auftritt der „Swiss-Hip-Hop-Jazz-Brassband“. Es gibt sie zwar erst seit gut 20 Monaten, doch diese Band legt eine professionelle Bühnenpräsenz an den Tag, die nichts zu wünschen übrig lässt.

 

Kurz nach dem Eindunkeln legten sie los und prompt war der Ringplatz komplett gefüllt. Vom ersten Ton an gaben sie alles und rissen ihr Publikum mit, bis jeder mindestens mit dem Fuss den Takt verfolgte. Die Freude und der Spass, die die Musiker auf der Bühne  hatten, färbten sich sogleich auf die Zuschauer ab. Die Stimmung auf dem Ringplatz war dementsprechend sehr gut. Vor dem Auftritt im Ring führte die Band eine Reihe Strassenkonzerte in Frankreich auf. Die Band versuchte die auf der Strasse gesammelten Fertigkeiten auf der grossen Bühne anzuwenden. Mit der Aufforderung, das Publikum solle die Band ignorieren und überrascht reagieren, sobald die Musik beginnt, demonstrierten sie das Unerwartete, was sie am Musizieren in den Strassen so faszinierte – mit Erfolg: Den Zuschauern gefiel es und die Stimmung am Ring stieg ins Unermessliche.

 

Doch wie erwartet, setzte etwas später der Regen ein. Die begeisterten Zuhörer liessen sich aber davon nicht abschrecken, harrten vor der Bühne aus und genossen das Konzert. Die Musik der Pullup Orchestra wurde dominiert von zahlreichen Solos der verschiedenen Bläser, die dem Auftritt das gewisse Etwas gaben. Tanzeinlagen ebendieser Trompeter, Saxophonisten und Posaunisten untermauerten das Spektakel und brachten das Publikum zu lauten Forderungen nach Zugaben, die von der jungen Überraschungstruppe auch gerne erfüllt wurden. Inzwischen hatte es auch wieder aufgehört zu regnen und so gab die Band zum Abschluss noch einmal alles für ihr Publikum.