Kultur | 19.07.2009

Spektakuläres Programm

Wenn der Berner Heimberg ruft, dann lässt sich Tink.ch nicht zweimal bitten; wir berichten live via Blog, einem virtuellen Tagebuch, vom Gurtenfestival 2009!
Das Gurtenfestival lädt ein, auf dem Berner Hausberg abzurocken,
Bild: www.gurtenfestival.ch Patent Ochsner als Hausherren, Fotos: Mario Caviezel Kinofeeling in der BKW-Lounge Travis als Erfolgsgarant für Wellenbewegungen KOL - Kings of Leon Nostalgischer Blick durchs Glasdach Gummistiefel sind angesagte Trendschuhe im Gurtenschlamm Die Band Marvin während der Medienkonferenz Interview mit Sven aus Bern Interview mit Leatitia aus der französischen Schweiz Der vibrierende Aumeisenhaufen Razorlight begeisterte mit Indie-Rock und Britpop Frontsänger Adrian Sieber der Lovebugs Oasis konnten vor klar-blauem Gurten-Himmel ihr Konzert eröffnen

Sonn(en)tag: 4. Tag – Endspurt mit Stil

Die Hausherren des Gurtenfestivals 2009 leiten am Sonntagnachmittag um 14.00 Uhr den Endspurt ein. Die Rede ist von der Berner Kultband Patent Ochsner, die mit ihrer grossen musikalischen Vielfältigkeit stets für Furore sorgen. Neben den üblichen Instrumenten, die sogar ein Laie aufzählen könnte, setzen die Mundartrocker auf der Bühne auch Violinen, Posaunen und Mandolinen ein. Zudem sorgt der charmante Büne Huber, seinerseits Frontsänger, mit seinem subtilen Humor stets für Lacher. So klärt er in einer Zwischensequenz das gut gelaunte Publikum auf, dass vor 40 Jahren die Mondlandung stattfand. In einem zweiten Schritt fordert er dann alle auf, sich vor diesem „sinnlosen Unterfangen“ zu verbeugen und stimmt das Lied Apollo 11 an. Spätestens bei den Ohrwürmern „W.Nuss vo Bümpliz“ und „Scharlachrot“ bietet sich dann für jeden Zuhörer die Gelegenheit, sich bei den Hausherren auf irgendeine Art und Weise zu bedanken.

 

Nicht weit entfernt von der Hauptbühne befindet sich die Waldbühne, auf der u.a. die Sieger des live-Contests im Berner Bierhübeli – Phanamanation, New Jack, Loose Connection und Familie Gantenbein – sich profilieren können. Wer nicht den Hang zur Waldbühne hinunterrutschen und seine Sonntagshose mit Schlamm bekleckern möchte, sucht sich am besten in der BKW-Lounge ein Plätzchen. Diese bietet die beste Sicht auf die illustrierte Gesellschaft der Waldbühne und bringt zudem noch ein gewisses Kinofeeling ins Haus.

 

Travis löst eine Welle der Begeisterung aus. Wieder hat es nach Franz Ferdinand eine schottische Band geschafft, die Gunst der Stunde zu nutzen und den Sonnenhungrigen auf dem Gurten Musik mit Stil anzubieten. Vor allem Sänger Francis „Fran“ Healy zeigte sich von seiner sympathischsten Seite: Er springt über den Zaun und lässt alle Frauenherzen höher schlagen, indem er singend mit etlichen weiblichen Fans tanzt. Francis, ein Star zum Anfassen!

 

Vier Verwandte, ein Name: Kings of Leon! Die Brüder Caleb, Jared und Nathan Followill sowie deren Cousin Matthew sind der letzte Hauptakt des diesjährigen Gurtenfestivals. Für ein letztes Mal heisst es für die Teilnehmer des viertägigen Festivalmarathons, alle Kräfte zu mobilisieren und das Tanzbein vor der Hauptbühne zu schwingen. Bei den rockigen Tönen und der unverwechselbaren Stimme des Frontsängers Caleb lösen sich Müdigkeitserscheinungen auf.  Ansonsten bieten die Jungs aus Amerika in eines ihrer Lieder ein Patentrezept an: „You know that I could use somebody.“

 

Das letzte Bild, welches jeder Festivalbesucher mit dem wachen Auge einfangen wird, ist dasjenige auf der Heimfahrt. Über dem Glasdach der Gurtenbahn präsentiert sich die malerische Kulisse der Landschaft Bern. Schon jetzt werden viele Festivalbesucher trotz den erlebten Wetterstrapazen und den Schlammschlachten mit einem nostalgischen Gefühl zu kämpfen haben, welches mit einer leisen Stimme flüstert: „Auch nächstes Jahr wirst du spurten, auf den Gurten!“

 

Samstag: 3. Tag – der Gummistiefel-Tag

Bei der Wanderung auf den Gurten kommt man auch bei den kühlen Temperaturen ins Schwitzen. Nachdem gestern die Turnschuhe verschlammt wurden, musste heute nach einer Alternative gesucht werden. Doch da die Gummistiefel in ganz Bern ausverkauft waren, musste man bis nach Thun, um sich diese Wasser- und Schlamm-Treter ergattern zu können. Ein Festivalbesucher betont, dass er extra den Wecker gestellt hat, um noch zu Gummstiefeln in der Berner Innenstadt zu kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Medienkonferenz präsentiert die Fribourg-Berner Band Marvin ihre neue CD, die am 4. September 2009 auf den Markt kommt. Auf dem neuen Album „Super Constellation“ zeigen Muso Stamm, Dani Ackermann, Mide Bischof und Stefan Schmid wie moderner Pop tönen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzes Interview mit Festivalbesucherinnen und -besuchern

 

Welche Beziehung hast du zu deinen Gummistiefeln?

Eine sehr kurze, aber intensive. Ich habe sie erst seit heute morgen und noch keine Nacht mit ihnen verbracht.

 

Weshalb bist du trotz Unwetterwarnungen und Schlammschlacht auf dem Gurten?

Weil ich hoffe, dass alle anderen auch kommen.

 

Auf was freust du dich heute besonders?

Dass ich weiterhin auf dem Gurten sein darf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welche Beziehung hast du zu deinen Gummistiefeln?

Sie sind ein Geschenk von meinem Freund.

 

Weshalb bist du trotz Unwetterwarnungen und Schlammschlacht auf dem Gurten?

Wegen Oasis.

 

Auf was freust du dich heute besonders?

Auf meine Freunde, die ich noch treffen werde und auf die Bekanntschaften, die ich noch machen werde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Konzert der im Jahr 2002 gegründeten Band Razorlight müssen die Bacardi-Dome-Fans eine Pause einlegen. Aber bald gehts weiter, der pulsierende, vibrierende Ameisenhaufen ist kaum zum Stillstand zu bringen.

 

 

 

 

 

Die englisch-schwedische Truppe Razorlight hat es schliesslich geschafft, die Blicke der Festivalbesucher auf sich zu ziehen – sogar die des Ameisenhaufens! Sie traten einst bei Konzerten von Mando Diao und den Rolling Stones als Vorgruppe auf, nun gehört die Hauptbühne ihnen. Der bekannteste unter ihnen: Johnny Borrell, dem früheren Bassisten der Libertines.

 

 

 

 

 

Die Lovebugs haben sich auf dem Gurten rehabilitiert: Nach dem eher durchwachsenen Auftritt beim Eurovision Song Contest 2009 in Moskau bringen die Jungs aus Basel die Schar in der Zeltbühne zum Springen; zu den „highest heights“! Nach einigen Liedern erwähnt der Frontsänger Adrian Sieber, dass sie vor einem kleinen Problem stehen. Der grosse Oasis-Fan und Lovebugs-Gitarrist, Thomas Rechberger, möchte sich gerne kurz vor Konzertende von der Bühne schleichen, um seine Idole zu bewundern und ihnen zuzujubeln. Das heisst, dass die letzten zwei bis drei Hits ohne Gitrarrenklänge auskommen müssten, was natürlich nicht eintraf.

 

 

 

Sie kommen, sehen und singen: Die Hauptbühne wirkte bereits eine Stunde vor Konzertbeginn der englischen Band Oasis wie ein riesiges Magnet. Die Künstler aus Manchester, die die Britpo-Szene seit den 1990ern geprägt haben, treten mit ihren weltbekannten Hits wie beispielsweise „wonderwall“ auf und lassen jegliches Frauenherz schmelzen.