Gesellschaft | 13.07.2009

„Schenkt ihr mir euer Blut?“

Der 18. Geburtstag eröffnet Teenagern eine neue Welt: Endlich können sie mit dem Auto durch die Stadt kurven, abstimmen, wählen und legal Alkohol kaufen. Doch das ist noch nicht alles. Wer das 18. Lebensjahr vollendet hat, darf Blut spenden.
Blutspenden retten Leben.
Bild: pixelio.de / Bernardo Peters Velasquez "Die Nadel war grösser als erwartet." pixelio.de / Katzensteiner

„Schenkt ihr mir euer Blut?“, stand als Überschrift auf der Geburtstagseinladung einer Freundin. Anstatt ihren Geburtstag in einer Bar zu feiern, lud sie mich und einige weitere Gäste ins Spital zum Blutspenden ein. Dort wurden wir bereits erwartet. Zuerst galt es, zahlreiche Fragen wahrheitsgetreu zu beantworten. Das ist nötig, um die Spendentauglichkeit festzustellen. Anschliessend bat man uns nacheinander in einen kleinen Raum, wo eine Assistentin Hämoglobingehalt und Blutdruck mass. Ein erster Fingerpicks steigerte die Nervosität. Doch eigentlich gab es keinen Grund dazu, denn das Personal war äusserst freundlich und erklärte uns alles gut.

Gespräch mit Erstspendern

Genauso auch der Spendenarzt, welcher mit jedem Erstspender ein Gespräch führt. Gegebenheiten, die eine Spende verunmöglichen, sollen so auf jeden Fall erkannt werden. Dazu gehören beispielsweise ein zu hoher Blutdruck, zu wenig rote Blutkörperchen, Schnittwunden, Krankheiten oder häufig wechselnde Partnerschaften. Oft zeigen die Spender Unverständnis für eine Abweisung. Die vielen Einschränkungen und strengen Regeln sind aber nötig, um den Spender und auch den Empfänger des Blutes vor gesundheitlichen Schäden zu schützen.

Auch in unserer Runde gab es wenige, die zurzeit nicht geeignet waren. Sie setzten sich neben die Liegen im Spenderaum und sahen zu wie die Entnahmeschwester die Ellenbeugen der Patienten vorbereiteten. Sie wollten die gespannte Stimmung etwas aufheitern und machten Sprüche. Diese fand die Krankenschwester nur halb so lustig, denn sie sprach aus Erfahrung als sie erklärte, dass solche Äusserungen alle Beteiligten verunsichern.

Blut zur Lebensrettung

Glücklicherweise ging bei mir alles gut, was auch der Normalfall ist. Ich schaute nur weg, als die Nadel meine Vene traf. Ihr Durchmesser erschien mir nämlich schon etwas grösser als erwartet. Die folgenden zehn Minuten beobachtete ich dann interessiert, wie 400 Milliliter meines Blutes in den Beutel tropften. Da ich vor der Spende genügend Wasser getrunken hatte, floss das Blut optimal und es wurde mir weder übel noch fühlte ich mich schlecht. Ein aufleuchtendes Lämpchen signalisierte der Schwester, dass der Beutel voll ist und die Spende beendet werden kann. Von da an war mein Blut durch einen Strichcode definiert. Während einige Proben noch im Labor untersucht wurden, lagerte die Spende im Kühlraum, bis sie freigegeben wurde und irgendjemandem zur Genesung half oder sogar ein Leben rettete.

Brötchen, Nussgipfel und Getränke

Zur Stärkung durften wir uns anschliessend im Restaurant verpflegen lassen und die spannenden Erfahrungen austauschen. Nach einer Weile trennten wir uns von den feinen Brötchen, Nussgipfeln und frischen Getränken. Es war Zeit, nach Hause zu gehen und dem Körper seine Ruhe zu gönnen. Ja, ich gebe zu, ein bisschen haben wir an diesem Abend doch noch gefeiert. Bald erhalte ich meinen eigenen Spenderausweis und in vier Monaten haben wir genügend rote Blutkörperchen reproduziert, um uns zur nächsten Blutspende zu treffen.

Informationen zur Blutspende


Du möchtest auch Blut spenden? Weitere Informationen und Adressen von Blutspendezentren gibt es auf der Website des Blutspendedienstes: http://www.blutspende.ch