27.07.2009

Kurioses auf der Île-de-France

Text von Julian Stiefel
Paris, die Stadt der Liebe: Auch ich war dort, entdeckte aber nicht pure Romantik, sondern Kuriositäten und tragische Komik im täglichen Leben. Einige fotografische Eindrücke.
Zum Vergrössern: Fotos anklicken. Fotos: Julian Stiefel Untrinkbar grün Die Polizei sorgt für Recht und Ordnung Mona Lisa Militär? Ungewohnter Anblick.

Vogelferien
Nach langer Recherche stiess ich endlich auf die Ursache der Vogelgrippe (vergleiche erstes Bild).
Spass beiseite. Auf der Reise durch Frankreich sah ich in einem grossen Supermarkt plötzlich zwei kleine Vögel. Sie beschäftigten sich gerade in der Getreideabteilung und zwitscherten fröhlich vor sich hin. Niemand interessierte sich für die Tiere, was mich schon ein wenig schockte.
Sofort suchte ich die Kamera hervor, doch bis ich das Objektiv gewechselt hatte, war der eine Vogel schon an einem anderen Ort im Gebäude. Ich konnte noch schnell ein Foto machen bevor auch schon der Sicherheitsmann neben mir stand. Glücklicherweise hatte er aber gar nichts vom Vogel mitbekommen, sodass er mir nur etwas von einem Einbruch erzählte, weshalb man jetzt keine Fotos mehr im Supermark machen dürfe.

Eau non potable
„Eau non potable“, „kein Trinkwasser“, stand auf einem seltsamen Brunnen. Nach längerem Hinschauen konnte ich mir immer noch nicht erklären, wieso das Wasser so grün und dennoch klar ist (also keine Algen).
Verwunderlich war, dass die anderen Leute vom grünen Wasser gar nicht überrascht waren. Sie sassen zum Teil auf dem Rand des Brunnens und assen ihr Mittagsessen.
Etwa alles nur ein doofer Streich oder sogar Absicht? Auf jeden Fall klar: Das Schild mit „Eau non potable“ ist schon dringend notwendig. Jedenfalls sah die grüne, schäumende Suppe ziemlich unappetitlich aus.

Die Polizei sorgt für Recht und Ordnung
Über Paris erfreuten sich die Leute zwei talentierten Artisten. Nach einiger Zeit erschien aber die Polizei, was das Ereignis für Schaulustige noch interessanter machte: Mit Blaulicht und Sirene fuhr der kleine Peugeot der Polizei in die Menge. Während der eine Artist noch mit seiner Kristallkugel spielte, wurde der andere schon hinter den Polizeiwagen verschleppt. Wenn man das Bild nun genauer betrachtet, sieht man den Polizisten bereits mit dem Schlagstock in der Hand. Sehr unauffällig steigt aus dem Polizeiauto noch eine ältere Dame. Entweder schleicht sie sich gerade davon oder sie ist die Mutter eines Polizisten, die wieder einmal nicht alleine zu Hause bleiben wollte.

Mona Lisa unter Blitzlichtgewitter
Das Fotografieren im Louvre wäre eigentlich verboten. Während ich vor zwei Jahren von einem Wächter noch darauf hingewiesen wurde, nicht zu fotografieren, interessiert es heute praktisch niemanden mehr, ob man es macht. Zudem fällt auf, dass die meisten Leute ihre Kamera nicht beherrschen und andauernd den (zer-)störenden Blitz benutzen. Die Tatsache, dass alle wichtigen Werke des Louvre auf der Homepage des Museums als Bild verfügbar sind, macht das Fotografieren sowieso überflüssig.

Die Nationalpolizei mitten unter Touristen
Mit ihren Maschinengewehren spazieren diese Männer unter dem Eiffelturm hin und her und durchdringen alle mit ihrem Blick. Besonders der offene Umgang mit den grossen Waffen ist für jemanden wie mich, der nicht in einer Grossstadt wohnt, schon etwas seltsam.

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