Gesellschaft | 13.07.2009

Internetspam: Dein Freund und Helfer

Hochschulabschluss auf die schnelle, Pillen für eine bessere Potenz oder brasilianische Wunderbeeren - das Internet bietet viele Vorzüge.
Ärgern braucht man sich nicht. Man muss nur die guten Angebote nutzen, die das Internet bietet.
Bild: www.library.thinkquest.org

Das Internet ist eine arme Sau. An Amokläufen gibt man ihm die Schuld, am Aussterben des  Liebesbriefes und am exzessiven Bluttbildli-Konsum fünfzehnjähriger Jungs (Von selbst kämen die ja nie drauf!). Man denke nur an die armen Teenager, die nächtelang ohne Freunde aber dafür mit fettigen Haaren Onlinegames zocken, bis ihr Sitzfleisch mit dem Bürostuhl verwachsen ist und ihre Augen zu quadratischen Flimmerfeldern mutieren. Gott bewahre!

Nett, aber etwas überfürsorglich

Aber wenn ich so meine Mailbox betrachte, weiss ich: Eigentlich ist das Internet ganz lieb. Heute schickte mir eine gewisse Sun Anqel ihre Handynummer – einfach so. Beverley Spicer glaubte, ich bräuchte auf die Schnelle einen günstigen Hochschulabschluss und schrieb in Grossbuchstaben, ich solle sie sofort anrufen. «Das Internet tötet zwischenmenschliche Kontakte!« – Dass ich nicht lache! Rodrigo Schleig versprach mir ein 40-minütiges Schäferstündchen, Shanelle Willimon wollte was gegen meine quietschenden Türangeln tun und von Alva Shatzer bekam ich Bilder von Angelina Jolie beim Streetfighten. Aber wie jeder gute Freund ist das Web manchmal etwas überfürsorglich: Tyrone Blevins fand, ich sollte mich ausschliesslich von einer brasilianischen Wunderbeere ernähren und Merle Randolph und Adaeze Banvard wollten an einem Körperteil herumflicken, das ich nicht einmal habe. Vielleicht täte eine Sendepause unserer Beziehung ganz gut.