Kultur | 20.07.2009

Erstaunliche Utensilien für einen Zeltmarathon

Frühaufsteher profitieren immer, auch bei der Wahl des Zeltplatzes. Was schleppt ein hartgesottener Sleeping-Zone-Fan alles mit für den viertägigen Marathon?
Das Zelt wird abgebrochen, Fotos: Mario Caviezel Zeltlager mit traumhaftem Ausblick Ein Gummiboot für die Talabfahrt? Die Luxusplätze

Glücklich schätzen konnten sich diejenigen Gurtenfestivalbesucher, die am Donnerstag um zehn Uhr vor dem Haupteingang der Sleeping-Zone standen. Gegen Vorweisung des Festivaltickets konnten sie auf trockenem Grund und Boden ihr Zelt aufstellen. Früh aufstehen lohnt sich, auch nach einer durchzechten Nacht, wie die meisten Gefragten betonten. Viele hatten sich über verschiedene Internetplattformen informiert und wussten, dass den BesucherInnen „nur“ 6’000 Zeltplätze zur Verfügung standen. Deshalb sicherten sie sich bereits im Vorverkauf ihre Tickets, um böse Überraschungen zu vermeiden. Was sie jedoch – bewusst oder unbewusst – nicht beachtet haben, ist die erlaubte Zeltgrösse auf dem Schlafplatz. Einige kamen mit Familienzelten angereist, obwohl nur 2er-Iglu-Zelte erlaubt waren. Ein Feilschen mit dem Personal am Kontrollposten half nichts. Die Abgewiesenen fanden schnell den Weg in die Berner Innenstadt, wo manche Läden extra ihr Angebot dem bevorstehenden Event auf dem Berner Hausberg angepasst haben. Diesen Umweg nahmen die  Besucher dank der geselligen Atmosphäre und der noch kleinen Warteschlangen ohne Murren in Kauf. Niemand wollte sie verpassen, die grösste Jugendherberge der Welt, mit beleuchteten Durchgangswegen, WC und Duschen, einer gemütlichen Lounge, separater Security-Crew, zwei Zugängen ins Festivalgelände und mit dem Support der Comfort-Crew.

 

Der auswärtige Besucher fragt sich oft, was ein hartgesottener Sleeping-Zone-Fan alles für den viertägigen Marathon mitschleppt. Die grosse Offenbarung findet immer am letzten Openairtag statt, wenn das Zeltlager abgebrochen wird und die Utensilien zum Vorschein kommen. Das Staunen ist gross, wenn ganze Gummiboote in Richtung Ausgang getragen werden. Perfekt für die Talabfahrt!

 

Erst vor dem letzten Glockenschlag des Gurtenfestivals wird jedem bewusst, weshalb die meisten bereits am Donnerstag das Zelt aufstellen wollten. Ein Blick über die Sleeping-Zone reicht vollkommen aus, um zu erkennen, dass ein schlammiger Platz für jeden zu haben ist – ausser auf den Schlafstätten der Security-Crew, aber da kommt man mit dem 2er-Iglu-Zelt nicht rein!