Gesellschaft | 06.07.2009

Ein Kind aus dem Herzen Zürichs

Text von Audrey Djouadi | Bilder von Audrey Djouadi
Im Alter von 13 Jahren wurde die heute 16-jährige Rebekka Martic als Model entdeckt. Die Zürcherin hätte viele Gründe abzuheben, bleibt aber geerdet.
Mit 16 Jahren weltweit ein gefragtes Model: Rebekka Martic. Fotos: www.20min.ch Rebekka besucht noch die Kantonsschule in Zürich. Kleider und Accessoires kauft Rebekka (links) bevorzugt auf Flohmärkten mit ihren Freundinnen.
Bild: Audrey Djouadi

Die 13-jährige Rebekka bummelte gemütlich mit Freunden durch den H&M, als sie von Zineta Blank, Inhaberin der renommierten Modelagentur „Visage“, angesprochen wird. Von da an geht alles Schlag auf Schlag. Erstes Shooting, erste Modenschau, Liebling von Vivienne Westwood (ja, DIE Vivienne Westwood. Die Frau, die Träume schneidert.)

Neben den ganzen Lobeshymnen auf die Person Rebekka, geht ihr Stil manchmal etwas unter. Das zu Unrecht, denn die junge Zürcherin kann in Sachen Mode einiges vormachen. Wer sie einmal getroffen hat, steht am darauffolgenden Abend vor seinem Kleiderschrank und schimpft und weint. Das abwechselnd, etwa drei Stunden lang. Zart, leicht, unbeschwert, bequem und dabei auch noch stilsicher? Wer jetzt denkt „Na gut, sie sieht vielleicht umwerfend aus und hat Zugang zur Kleiderkammer der französischen Vogue, aber bestimmt ist die nicht besonders helle“, den muss ich enttäuschen. Denn das Model besucht zwischen Shootings und Laufstegauftritten auch noch die Kantonsschule. Oder eher umgekehrt?

Flohmarkt als Modeinspiration

Rebekkas Stil kann man als sehr vintage-lastig beschreiben. Das Model kauft ihre Sachen am liebsten am Flohmarkt und in Brockenhäusern. Verstanden? Nächsten Samstag bitte dnn Kanzleiflohmarkt stürmen und alle Brockenstuben leerräumen. Broschen, Schuhe, Taschen, Kleider – egal was, Hauptsache secondhand. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen entschuldigen, die aufgrund dieses Artikels in einen Kaufrausch verfallen und darum die nächsten vier Wochen nichts essen können. Sorry!

Im Namen von Tink.ch habe ich dem Model ein paar Fragen gestellt, die Ausbeute gibt’s hier zu lesen.

Lieblingsdesigner? 

Rebekka Martic: Olivier Theyskens (Nina Ricci)

Lieblingstrend 2009?

Kapuzen

Welches Shooting hat dir bisher am meisten Spass gemacht? 

Jedes Shooting ist anders, ich mag es, in Zürich mit Leuten zu shooten, die ich bereits kenne aber auch neue Erfahrungen mit kreativen Menschen zu sammeln.

Welche war die bisher aufregendste Begegnung, die du im Modelbusiness gemacht hast?

Als Tommy Hilfiger vorbeilief, spielte ich gerade Tetris auf meinem Game Boy. Das war irgendwie ziemlich schräg.

Was ist das peinlichste, das dir beim Modeln passiert ist?

Mir ist fast nie etwas peinlich. Wenn dir etwas peinlich ist, sieht man das auch auf dem Foto.

Du gehst auf ein Konzert deiner Lieblingsband und darfst anschliessend hinter der Bühne die Band kennenlernen. Was ziehst du an, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen?

Ich würde mich nicht auftakeln, und möglichst natürlich gehen. Man soll sich nicht verstellen, egal wen man kennenlernt. 

Du bist zu einer Bad-Taste-Party eingeladen  – was ziehst du an?

Einen Kartoffelsack. 

Dein letzter Tag auf Erden, du hast alle Mittel. Was würdest du an diesem Tag alles tun?

Ich würde bei schönem Wetter mit meinen Freunden im Garten sitzen, ein Glas Rosé trinken und über das Leben und die Welt diskutieren. Natürlich würde dann alles in einem ausgelassenen Streit enden und wir uns alle schön dramatisch wieder versöhnen.

Wenn du dich einen Tag lang in einen beliebigen Film versetzen könntest, welcher wäre das?

Die fabelhafte Welt der Amélie.