Gesellschaft | 06.07.2009

„Ein Bleistift findet locker Platz“

Text von Edith Truninger | Bilder von Stefan Wallimann.
Ein einfacher Test gibt darüber Aufschluss, ob die Brüste bereits dem Gesetz der Schwerkraft gefolgt sind. Benötigt wird dafür nur ein Bleistift. Doch wie geht frau mit dem Ergebnis dieses Tests um?
Bild: Stefan Wallimann.

Die Sauna ist wie der Zug ein idealer Ort, um Fremde beim Gespräch zu belauschen. Eine Zeitlang war Lockenkopf eine ziemlich exzessive Saunagängerin. Einmal hatte sie es sich gerade mit ihrem Badetuch auf den heissen Holzbrettern bequem gemacht, als sie den Begriff „Bleistift-Test“ aufschnappte und hellhörig wurde. Der Bleistift-Test, erklärte eine Frau ihrer Kollegin, sei ein Trick, um zu eruieren, inwieweit die Brüste dem Gesetz der Schwerkraft bereits gefolgt seien. Dabei klemme sich die Frau einen Bleistift in die Hautfalte zwischen Brust und Bauch. Wenn der Bleistift kein Fleisch finde, um sich festzuklammern und herunterfalle, sei die Brust immer noch straff. Die Saunafrau in Lockenkopfs Sauna meinte dazu trocken: „Weiss du, früher war es noch ein Bleistift, heute findet an dieser Stelle eine ganze Farbstiftschachtel Platz!“

Die Stunde der Wahrheit
Lockenkopf und ich sind natürlich gleich gerannt, um die Probe aufs Exempel zu machen. Kaum war ich zu Hause, entledigte ich mich meines T-Shirts und BH’s und platzierte den Bleistift an besagtem Ort. Mit dem Telefonhörer zwischen Kopf und Schulter geklemmt, berichtete ich Lockenkopf brühwarm von der Test-Front: „Zwischen meinen Hautfalten findet locker ein Bleistift Platz.“ „Sitzt Du?“, fragte mich Lockenkopf am anderen Ende der Leitung. Ich bejahte. „Du musst halt schon aufstehen!“ In stehender Position ergab sich jedoch dasselbe Bild: Der Bleistift hielt und hielt, wenn auch mit etwas mehr Spielraum.

Geknickt von diesem Resultat tröstete ich mich mit dem Gedanken, dass es immerhin mit der Farbstiftschachtel schwierig werden könnte. Ausserdem nahm ich mir vor, den Test bei Gelegenheit zu wiederholen. Dabei ertappte ich mich bei der Vorstellung, dass ich den Bleistift glatt in der Hautfalte vergessen und das Ding mir beim Sex plötzlich aus der Wäsche fallen könnte. Wie ich das meinem Partner wohl erklären würde? Vielleicht mit einem zu 100 Prozent originalen und copyrightgeschützten Amazonen-Schrei: „Cheerio, ich liebe meinen Körper. Und du hast das gefälligst auch zu tun!“

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