Gesellschaft | 27.07.2009

Die spielerische Zeitreise der Schweizer Cevis

Text von Eliana Graf
Cevianer aus der ganzen Schweiz trafen sich im Jura, um eine Zeitmaschine zu reparieren. Gelandet waren sie zuvor in der Vergangenheit zwischen Cowboys und Indianern.
Zwischen den Jura-Kalk-Wänden versammelten sich mehr als 3000 Cevianer aus der ganzen Schweiz. Fotos: Eliana Graf Wer wird als nächstes an den Marterpfahl gefesselt? ...vielleicht diese Cevianerin ehe sie flüchten konnte. Hier wird eine als Siegerin gefeiert. Den Leitern wird die Schuhe ausgezogen - bei dieser Hitze ist das noch erträglich. Der jeweiligen Zeitepoche angepasst: Cevianerin mutiert zur Indianerin.

Conveniat – das erste nationale Cevilager ist vorbei. Teilgenommen haben 3200 Cevianer aus der ganzen Schweiz. Vom 18. Juli bis 24. Juli versammelten sie sich in Sainlégier für ein grosses Fest. Die Zürcher Teilnehmenden befanden sich eine Woche lang in der Wildnis der Cowboys und Indianer. Das Ziel der Woche war es, eine Zeitmaschine zu reparieren, damit alle Teilnehmenden am Ende der Woche wieder in die Gegenwart entlassen werden konnten. Das Lager war in verschiedene Zeitzonen aufgeteilt, die durch eine gemeinsame Geschichte verbunden waren. So waren die Ostschweizer beispielsweise Steinzeitmenschen, die Wikinger kamen aus Basel.

In der Zürcher Zeitzone New Redstone wurde ausserdem „SPOIZ“ umgesetzt. Dabei erhielten die Hauptleiter jeder Ortsgruppe ein Spielbüchlein, das verschiedene Spiele zu einem gesundheitsförderndem Thema enthält. Das Büchlein ist unterteilt in fünf verschiedene Aspekte der Gesundheitsförderung: Teamwork, Selbstvertrauen, Spiele ohne Gewinner (New Games), Grenzen, sowie Natur und Umwelt. Dabei wird auch immer erläutert, was an dem jeweiligen Spiel gesundheitsfördernd ist. Die Ortsgruppen hatten einen Morgen lang Zeit, um das von ihnen ausgesuchte Spiel umzusetzen.

Wenn Menschen zu Früchten werden

Der Cevi Embrach baute verschiedene Spiele in ihre Lagergeschichte ein. Sie erlebten eine Woche lang die Geschichte vom kleinen Indianer. Dieser musste sich gegen die weissen Cowboys behaupten. An einem Morgen zeigte die Gruppe des kleinen Indianers den weissen Cowboys, wie man Spiele spielen kann, die sehr viel Spass machen, ohne dass immer jemand gewinnen muss. Eines davon war das Spiel Fruchtsalat. Die Kinder erhielten den Namen von verschiedenen Früchten. Sie bildeten einen Kreis und eine Person blieb in der Mitte. Diese Person rief die Namen einer Frucht aus, beispielsweise die Banane. Dann mussten alle Teilnehmenden, die der Frucht Banane zugeteilt worden waren die Plätze tauschen. Die Person in der Mitte ergatterte sich ebenfalls einen neuen Platz und so stellte sich jemand anders in die Mitte. Das Spiel kann beliebig lange gespielt werden und hat beim Cevi Embrach für viel Gelächter gesorgt.

Spiele für Körper, Geist und Seele

Der Cevi Pfäffikon und der Cevi Bonstetten-Hedingen setzten die Idee von „SPOIZ“ in einem Geländespiel kreativ um. Verschiedene Gruppen mussten bei den Leitenden Federn sammeln. Doch diese gab es nicht einfach so, es mussten zuerst schwierige Aufgaben gelöst werden. Manchmal waren es Rateaufgaben, wie zum Beispiel: „Wie heisst der Ort, wo wir uns gerade befinden?“ Oder die Kinder mussten sich kreativ betätigen, indem sie einen Tanz aufführten. Es kam auch vor, dass ein Teilnehmer einem Leiter einen Schuh „klauen“ musste. So hatten alle Kinder eine faire Chance, eine Feder zu ergattern, welche für den anschliessenden Federschmuck eines Indianers gebraucht wurde. Die Kinder rannten hin und her, mussten aber auch von ihrer Kreativität und ihrem Kopf Gebrauch machen. So kam weder Körper, Geist noch die Seele zu kurz. Und am Ende des Spiels durften sie ihre Leiter mit einem tollen Federschmuck schmücken.

Was ist Spoiz?


Das (Sucht-)Präventions- und Gesundheitsförderungs-Programm der Jugendverbände im Kanton Zürich "SPOIZ" will das ganzheitliche Wohlbefinden der Kinder, Jugendlichen und der Lagerleiter/innen fördern. "SPOIZ" richtet sich mit seinen Aus- und Weiterbildungsangeboten an die Lagerleitungen und erreicht jährlich über 1’700 Kinder und Jugendliche. Die Leiterinnen und Leiter erhalten Unterstützung um gesundheitsfördernde Lager zu gestalten und präventive Ansätze in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bewusst einfliessen zu lassen. Den Kindern, Jugendlichen und dem Leiterteam werden durch "SPOIZ" zusätzlich Raum und Handlungsinstrumente gegeben, um sich so selbstverantwortlich und gesund wie möglich zu entfalten.

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