Gesellschaft | 27.07.2009

Charmante Blicke an der „Young At Art“

Text von Audrey Djouady
An der "Youg At Art"-Modenschau wird Mode von hoffnungsvollen Nachwuchsdesignern präsentiert. Tink.ch war dabei und setzte sich den gehobenen Blicken der "Bourgeoise" aus.
An der Young At Heart wird Nachwuchskunst aus verschiedenen Sparten präsentiert. Elfengleiche Damen stolzierten in diesem Jahr über den Laufsteg.

Freitagabend. Ich und mein Begleiter machen uns in voller Montur auf den Weg zur „Young At Art“-Modenschau im Zürcher Seefeld. Eklig-nasser Nieselregen und nicht funktionierende Tramlinien. Es verspricht ein heiterer Abend zu werden. In der ZKO-Halle angekommen, müssen wir erst mal ein paar Begrüssungsküsschen über uns ergehen lassen. Danach spürt man förmlich die Blicke, die wie von einem Hochhaus stehend auf uns unwürdige Kreaturen geworfen werden. Marc Jacobs Halstücher und die schwarzen Louboutin Pumps gibt’s natürlich en masse zu sehen und die Herren der Schöpfung tragen stolz den einheitlichen „Ich-krempel-mir-die-Anzughose-hoch-und-setz-damit-ein-Statement“-Look. Zwar eine schöne Idee, doch wenn man sie in 80-facher Ausführung sieht, verliert sie ein bisschen an Wirkung.

Zehn Designer aus der ganzen Welt

Wir stürmen also die Bar und trinken das erste Glas Weisswein. Vielleicht lässt uns der Traubensaft die demütigenden Blicke vergessen. Nachdem wir dann auch die obligatorische Runde durch den Ausstellungsraum zurückgelegt haben und uns die Kunstwerke (Kritzeleien mit vulgären Sprüchen drauf – wie kontrovers und schockierend) begeben wir uns dann in den Raum, in dem die Modenschau stattfinden soll. Nach kurzem Suchen finden wir dann auch unsere reservierten Plätze in der ersten Reihe, auf dem ein Schild mit der Aufschrift „Audrey“ prangt. Juhu, ich bin schon so berühmt wie Nico aka Christa Pfäffgen, dass ich keinen Nachnamen brauche. So können wir den arroganten Blicken von vorhin trotzen und die neidischen Blicke geniessen. Bald fängt auch schon die Modenschau an und lässt alle vorhergegangenen Strapazen vergessen. Das zweite Mal präsentieren die Nachwuchstalente in Sachen Mode ihre Abschlusskollektion. Dieses Mal sind es zehn Designer an der Zahl und zwar aus allen Teilen der Welt: Aus Zürich, Paris, Bangkok, Basel, München und Tokyo.

Das erste Model erscheint auf der Bildfläche und das Getuschel verstummt zeitgleich. Eine wunderschöne, elfengleiche Dame stöckelt über den Laufsteg. Und es folgen noch mehr, die die Kreationen der Designer Jolanda Züger, Teresa Garcia, Golnaz Adham Kha, Dayadi Müller, Grexhound, Leand Phuengkhit, Florine Ast, Johanna Heimlicher, Almut, Junya Tashiro zur Schau tragen. Einen Favoriten aus all diesen begabten, jungen Menschen zu wählen, fällt schwer, denn jeder einzelne hat seinen ganz speziellen Charme und Stil. Doch mir haben es besonders die Stücke von Teresa Garcia angetan.

Fast alles ist erlaubt

Die Trends für diesen Herbst zeigen sich facettenreich. Von Zopffrisuren bis zu strengen Dutts, betonte Schultern bis Empirekleidchen, X-Silhouette bis A-Linie. Auch in Sachen Farben und Muster sind uns diesen Herbst keine Grenzen gesetzt. Von knalligen Tönen bis zu cremigen Pastellfarben, Wolle, Seide, graphische Muster. Vom Schnitt her kann man diesen Herbst alles tragen. Von tailliert bis zu „oversized extreme“. Erlaubt ist, was neu ist. Zum Beispiel die Herrenhosen, die geschätzte zehn Nummern zu gross sind und nur mit Hosenträgern das wichtigste nördlich halten. Nur einen Kritikpunkt muss ich verlauten: Es ist nicht schön wenn das Kleid in die Wildlederunterhose gesteckt wird. Und Strumpfhosen sind jenseits der Langstrasse auch nicht als vollwertiges Kleidungsstück zu zählen. Aber ansonsten, Chapeau, mes chèrs apiéceurs. Es verheisst ein individueller Herbst zu werden.

Nach der Schau stürmt die Meute wieder in den Ausstellungsraum und gibt sich die Kante- natürlich mit Prosecco, und très bourgeoise.

Was ist „Young At Art“?


"Young At Art" ist eine Plattform für Nachwuchskünstler. Als Gemeinschaftsprodukt der Gallerie Seefeld und der ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste) wird dieses Projekt fast ausschliesslich durch junge Leute generiert. In diesem Jahr findet die "Young At Art" zum zweiten Mal statt. Noch bis zum 14. August finden in der Seefeld Gallerie weitere Veranstaltungen statt, wie etwa eine Ausstellung für Medienkunst.

 

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