Wem vertrauen Amerikaner?

Eine Online-Umfrage des “Time Magazine” hat auf diese Frage jetzt eine Antwort gefunden: Amerikaner vertrauen Jon Stewart. Das Aussergewöhnliche daran: Jon Stewart ist nicht etwa Nachrichtensprecher, sondern Komiker und seine “Daily Show With Jon Stewart” ist eine Satiresendung. Und dies ist nicht das erste Mal, dass er einen solchen Vertrauensbeweis erhält. Schon in einer Umfrage des Pew Research Centers im Jahr 2007 wurde Stewart unter die am meisten bewunderten TV-Journalisten gewählt. Für junge Amerikaner ist seine Show, obwohl es eine Comedyshow ist, Nachrichtenquelle Nummer eins. Während den Präsidentschaftswahlen in den USA wurde seine Berichterstattung mehr geschaut als etablierte Sendungen wie “Meet The Press”.

Die auf dem Sender Comedy Central ausgestrahlte und mit mehreren Emmys ausgezeichnete “Daily Show” gibt es seit 1996. Seit 1999 wird sie von Jon Stewart moderiert, welcher gleichzeitig auch als Produzent und Autor fungiert. Auf Plakaten wirbt die Sendung mit dem Untertitel “the most trusted name in fake news”. Und dieses “fake news” wird wörtlich genommen. Das heisst, es werden gerne einmal Fakten verfälscht oder Dinge ganz erfunden.

Die Hauptthemen, die in der Show behandelt werden, sind die Politik und die Medien. Jon Stewart hat sich einen Namen als Medienkritiker gemacht. Opfer ist dabei oft der TV-Kanal “Fox News”, dem vorgeworfen wird, parteiisch für die Republikaner zu berichten. Aber auch andere Fernsehsender werden nicht verschont. Kürzlich kritisierte die “Daily Show” während mehreren Sendungen den Finanzsender CNBC für die schlechte Berichterstattung vor und während der Finanzkrise.

Hochkarätige Gäste
Normalerweise ist die Show aufgeteilt in drei Teile:
Der erste Teil ist der Monolog, in dem Stewart tagesaktuelle Themen der Politik oder Medien auf witzige und satirische Weise behandelt. Oft werden dabei Ausschnitte aus verschiedenen News-Sendungen zusammengeschnitten, um zum Beispiel widersprüchliche Aussagen von Politikern aufzuzeigen. Diese Art der Präsentation hat die “Daily Show” revolutioniert. Im zweiten Teil kommen häufig Korrespondenten zum Einsatz, die Titel wie “Senior British Correspondent” oder “Senior Wilderness Correspondent” tragen. Dies als Anspielung auf die oft extravaganten Titel für Korrespondenten auf seriösen Nachrichtensendern. Es wird dabei jeweils der Anschein erweckt, als würden sie per Live-Schaltung beispielsweise aus Washington, Alaska oder dem Iran berichten. In Wahrheit sind sie aber auch im Studio vor einem Green-Screen, auf dem der passende Hintergrund eingeblendet wird. Im letzten Teil findet ein Interview statt. Zu Gast sind oft Autoren oder Politiker, aber auch Schauspieler. Prominente Gäste waren zum Beispiel Barack Obama, Hillary Clinton, George Clooney, Meryl Streep oder der bolivianische Präsident Evo Morales. Sogar der ehemalige pakistanische Präsident Pervez Musharraf stattete der “Daily Show” schon einmal einen Besuch ab.

Bildende Comedyshow
Woher kommt es also, dass die Amerikaner einem Komiker wie Jon Stewart mehr vertrauen als seriösen Nachrichtenmoderatoren? Ein Grund ist sicher die heutige Medienlandschaft, die geprägt ist von 24/7-Newskanälen, die gerne mal den Grossteil ihrer Zeit mit belanglosen Storys verbringen und zum Teil parteiisch berichten.

Stewart selbst sieht sich aber nur als Komiker, nicht als Journalisten. Trotzdem kann man der Show durch die oft satirische und entlarvende Art einen gewissen bildenden und journalistischen Charakter nicht absprechen. Durch die Angewohnheit, dass oft Dinge verfälscht oder erfunden werden, sollte man dabei aber ein gewisses Vorwissen haben.

Die “Daily Show With Jon Stewart” bietet vor allem eines, nämlich blendende Unterhaltung. Bei uns wird sie auf CNN International ausgestrahlt. Zudem können alle Folgen der Sendung kostenlos auf www.thedailyshow.com geschaut werden.

Kurioses auf der Île-de-France

Vogelferien
Nach langer Recherche stiess ich endlich auf die Ursache der Vogelgrippe (vergleiche erstes Bild).
Spass beiseite. Auf der Reise durch Frankreich sah ich in einem grossen Supermarkt plötzlich zwei kleine Vögel. Sie beschäftigten sich gerade in der Getreideabteilung und zwitscherten fröhlich vor sich hin. Niemand interessierte sich für die Tiere, was mich schon ein wenig schockte.
Sofort suchte ich die Kamera hervor, doch bis ich das Objektiv gewechselt hatte, war der eine Vogel schon an einem anderen Ort im Gebäude. Ich konnte noch schnell ein Foto machen bevor auch schon der Sicherheitsmann neben mir stand. Glücklicherweise hatte er aber gar nichts vom Vogel mitbekommen, sodass er mir nur etwas von einem Einbruch erzählte, weshalb man jetzt keine Fotos mehr im Supermark machen dürfe.

Eau non potable
“Eau non potable”, “kein Trinkwasser”, stand auf einem seltsamen Brunnen. Nach längerem Hinschauen konnte ich mir immer noch nicht erklären, wieso das Wasser so grün und dennoch klar ist (also keine Algen).
Verwunderlich war, dass die anderen Leute vom grünen Wasser gar nicht überrascht waren. Sie sassen zum Teil auf dem Rand des Brunnens und assen ihr Mittagsessen.
Etwa alles nur ein doofer Streich oder sogar Absicht? Auf jeden Fall klar: Das Schild mit “Eau non potable” ist schon dringend notwendig. Jedenfalls sah die grüne, schäumende Suppe ziemlich unappetitlich aus.

Die Polizei sorgt für Recht und Ordnung
Über Paris erfreuten sich die Leute zwei talentierten Artisten. Nach einiger Zeit erschien aber die Polizei, was das Ereignis für Schaulustige noch interessanter machte: Mit Blaulicht und Sirene fuhr der kleine Peugeot der Polizei in die Menge. Während der eine Artist noch mit seiner Kristallkugel spielte, wurde der andere schon hinter den Polizeiwagen verschleppt. Wenn man das Bild nun genauer betrachtet, sieht man den Polizisten bereits mit dem Schlagstock in der Hand. Sehr unauffällig steigt aus dem Polizeiauto noch eine ältere Dame. Entweder schleicht sie sich gerade davon oder sie ist die Mutter eines Polizisten, die wieder einmal nicht alleine zu Hause bleiben wollte.

Mona Lisa unter Blitzlichtgewitter
Das Fotografieren im Louvre wäre eigentlich verboten. Während ich vor zwei Jahren von einem Wächter noch darauf hingewiesen wurde, nicht zu fotografieren, interessiert es heute praktisch niemanden mehr, ob man es macht. Zudem fällt auf, dass die meisten Leute ihre Kamera nicht beherrschen und andauernd den (zer-)störenden Blitz benutzen. Die Tatsache, dass alle wichtigen Werke des Louvre auf der Homepage des Museums als Bild verfügbar sind, macht das Fotografieren sowieso überflüssig.

Die Nationalpolizei mitten unter Touristen
Mit ihren Maschinengewehren spazieren diese Männer unter dem Eiffelturm hin und her und durchdringen alle mit ihrem Blick. Besonders der offene Umgang mit den grossen Waffen ist für jemanden wie mich, der nicht in einer Grossstadt wohnt, schon etwas seltsam.

Neureiche, ein Einbruch und du mittendrin

Die SAMovie-Crew gibt einmal mehr alles. Seit Wochen planen wir eine gewaltige Aktion. Ein Dreh, für welche insgesamt etwa 60 Personen benötigt werden. Darum der Aufruf gleich voran: Wir brauchen Statisten! Wer Interesse hat, lese diesen Artikel zu Ende.

Der Drehort

Unser Set-Manager Kevin ging einmal mehr auf die Suche nach neuen spannenden Drehorten. Diesmal kam gleich als erstes sein Arbeitsplatz in Frage. Ein grosses Glasgebäude, mit einer riesigen, modernen Empfangshalle, welche zwanzig Meter hoch und mit Palmen geschmückt ist.

Die Szene ist bereits im Kopf, aber noch nicht einmal ganz genau auf Papier geschrieben, und schon wird die Drehanfrage eingereicht. Zu unserem Erstaunen zeigt die häusliche Firma starkes Interesse am Film und fragt, gleichzeitig zur Drehbewilligung, nach einer Offerte für einige Kurzfilmchen zu Ausbildungszwecken. Was will man mehr? Positiver hätte es nicht starten können!

Aufwendige Planung

Voller Motivation geht Set-Manager Kevin auch in die nächste Sitzung, um die ersten Details zu klären. Denn die Organisation ist nicht ganz so einfach: Zuerst einmal muss die Szene besprochen werden (Was wird benötigt? Wo halten wir uns auf und wie viele Personen sind anwesend?). Auch der Datenschutz muss unbedingt eingehalten werden. Die Dauer des Drehs beläuft sich laut Planung (und diese wird mit wachsender Erfahrung besser und exakter) auf ungefähr einen Tag. Mehr Zeit haben wir nicht und es wäre ein immenser Mehraufwand, noch an einem weiteren Tag zu drehen. Auch rechtlich muss alles abgeklärt sein.
Sind Location und Drehtermin unter Dach und Fach, so kommst du ins Spiel.

Deine Chance!

Wir brauchen nämlich noch jede Menge Statisten für diesen speziellen Dreh! Die Szene ist eine Auktion von wertvollen Bildern, zu welcher unsere Neureichen und edlen Leute eingeladen sind. Im Hintergrund dieser Szene spielt sich ein Einbruch ab.

Der Dreh findet am 9. August in Opfikon Zürich statt. Die Dauer beläuft sich wie erwähnt bei etwa einem Tag. Gesucht werden vor allem Statisten für die Gäste, aber auch Sicherheitspersonal, Servierpersonal oder die Auktionsleiter. Wenn du Interesse hast, unser Jugendprojekt mit deinem Einsatz zu unterstützen, dann zögere nicht und melde dich per Mail bei uns:

samy.ebneter[ät]samovie[PUNKT]ch

Wir sind um jede Unterstützung froh! Wie der Dreh gelaufen ist, und, ob wir alles Statisten zusammengebracht haben, lest ihr schon bald in dieser SAMovie-Serie!

Die spielerische Zeitreise der Schweizer Cevis

Conveniat – das erste nationale Cevilager ist vorbei. Teilgenommen haben 3200 Cevianer aus der ganzen Schweiz. Vom 18. Juli bis 24. Juli versammelten sie sich in Sainlégier für ein grosses Fest. Die Zürcher Teilnehmenden befanden sich eine Woche lang in der Wildnis der Cowboys und Indianer. Das Ziel der Woche war es, eine Zeitmaschine zu reparieren, damit alle Teilnehmenden am Ende der Woche wieder in die Gegenwart entlassen werden konnten. Das Lager war in verschiedene Zeitzonen aufgeteilt, die durch eine gemeinsame Geschichte verbunden waren. So waren die Ostschweizer beispielsweise Steinzeitmenschen, die Wikinger kamen aus Basel.

In der Zürcher Zeitzone New Redstone wurde ausserdem “SPOIZ” umgesetzt. Dabei erhielten die Hauptleiter jeder Ortsgruppe ein Spielbüchlein, das verschiedene Spiele zu einem gesundheitsförderndem Thema enthält. Das Büchlein ist unterteilt in fünf verschiedene Aspekte der Gesundheitsförderung: Teamwork, Selbstvertrauen, Spiele ohne Gewinner (New Games), Grenzen, sowie Natur und Umwelt. Dabei wird auch immer erläutert, was an dem jeweiligen Spiel gesundheitsfördernd ist. Die Ortsgruppen hatten einen Morgen lang Zeit, um das von ihnen ausgesuchte Spiel umzusetzen.

Wenn Menschen zu Früchten werden

Der Cevi Embrach baute verschiedene Spiele in ihre Lagergeschichte ein. Sie erlebten eine Woche lang die Geschichte vom kleinen Indianer. Dieser musste sich gegen die weissen Cowboys behaupten. An einem Morgen zeigte die Gruppe des kleinen Indianers den weissen Cowboys, wie man Spiele spielen kann, die sehr viel Spass machen, ohne dass immer jemand gewinnen muss. Eines davon war das Spiel Fruchtsalat. Die Kinder erhielten den Namen von verschiedenen Früchten. Sie bildeten einen Kreis und eine Person blieb in der Mitte. Diese Person rief die Namen einer Frucht aus, beispielsweise die Banane. Dann mussten alle Teilnehmenden, die der Frucht Banane zugeteilt worden waren die Plätze tauschen. Die Person in der Mitte ergatterte sich ebenfalls einen neuen Platz und so stellte sich jemand anders in die Mitte. Das Spiel kann beliebig lange gespielt werden und hat beim Cevi Embrach für viel Gelächter gesorgt.

Spiele für Körper, Geist und Seele

Der Cevi Pfäffikon und der Cevi Bonstetten-Hedingen setzten die Idee von “SPOIZ” in einem Geländespiel kreativ um. Verschiedene Gruppen mussten bei den Leitenden Federn sammeln. Doch diese gab es nicht einfach so, es mussten zuerst schwierige Aufgaben gelöst werden. Manchmal waren es Rateaufgaben, wie zum Beispiel: “Wie heisst der Ort, wo wir uns gerade befinden?” Oder die Kinder mussten sich kreativ betätigen, indem sie einen Tanz aufführten. Es kam auch vor, dass ein Teilnehmer einem Leiter einen Schuh “klauen” musste. So hatten alle Kinder eine faire Chance, eine Feder zu ergattern, welche für den anschliessenden Federschmuck eines Indianers gebraucht wurde. Die Kinder rannten hin und her, mussten aber auch von ihrer Kreativität und ihrem Kopf Gebrauch machen. So kam weder Körper, Geist noch die Seele zu kurz. Und am Ende des Spiels durften sie ihre Leiter mit einem tollen Federschmuck schmücken.

Was ist Spoiz?


Das (Sucht-)Präventions- und Gesundheitsförderungs-Programm der Jugendverbände im Kanton Zürich "SPOIZ" will das ganzheitliche Wohlbefinden der Kinder, Jugendlichen und der Lagerleiter/innen fördern. "SPOIZ" richtet sich mit seinen Aus- und Weiterbildungsangeboten an die Lagerleitungen und erreicht jährlich über 1’700 Kinder und Jugendliche. Die Leiterinnen und Leiter erhalten Unterstützung um gesundheitsfördernde Lager zu gestalten und präventive Ansätze in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bewusst einfliessen zu lassen. Den Kindern, Jugendlichen und dem Leiterteam werden durch "SPOIZ" zusätzlich Raum und Handlungsinstrumente gegeben, um sich so selbstverantwortlich und gesund wie möglich zu entfalten.

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Das Fahrrad in der Hauptrolle

So ein Filmset kann gross sein. Aus den Making-Ofs der DVDs mag es der eine oder andere schon gesehen haben. Es wimmelt von Leuten, die umgeben sind von urwaldartigen Kabeleien. Befehle werden geschrien, das Scheinwerferlicht noch heller gedreht. Doch dieser Film ist anders. Es wird ein Roadmovie. Nicht nur für den Zuschauer, sondern auch für Crew und Cast. Sie reisen und erleben ein Abenteuer.

Die Story basiert auf dem Drehbuch von Alicia Romero. Vier sich völlig fremde Menschen begeben sich gemeinsam auf eine Reise ins Baltikum. Ohne konkrete Pläne im Kopf aber mit ihren Fahrrädern ausgerüstet, steigen sie in den erstbesten Zug. Erst im Laufe der Zeit wird ihnen bewusst, worauf sie sich eingelassen haben: Auf Menschen angewiesen zu sein, die man nicht kennt und denen man nicht vertrauen kann. Schnell wird klar, dass alle vier Reisenden vor ihrer Vergangenheit zu flüchten versuchen. Fehlender Luxus macht sich bemerkbar. Mit Gelegenheitsdiebstählen versuchen sie, sich über Wasser zu halten und müssen bald einmal feststellen, dass ihr Abenteuer ins Ungewisse sie nicht automatisch vor Langeweile bewahrt. In der Stadt Riga verlieren sich die vier und eine der Reisenden bleibt zurück. Die Stimmung unter den verbleibenden drei verbessert sich daraufhin von Stunde zu Stunde und sie geniessen eine gemeinsame Zeit, welche Erlebnisse teilen und Freundschaften entstehen lässt. Gleichzeitig erlebt die allein Zurückgelassene eine harte Zeit. Und sie ist nach wie vor gewillt, das ehemals gemeinsam gesteckte Ziel zu erreichen: Die Fähre von Tallinn nach Helsinki.

Alles mit dem Velo transportiert

In der filmischen Reise hat nebst den vier Hauptakteuren das Fahrrad als ganz gewöhnliches Alltagsobjekt seinen grossen Auftritt. Für die Umsetzung des Drehbuchs radelt die gesamte Crew durch die baltischen Staaten. Auf Begleitfahrzeuge wird konsequent verzichtet; das benötigte Equipment wird mit Fahrradanhängern transportiert. Drehorte, Statisten und benötigte Requisiten – alles wird vor Ort organisiert. Nebst den Drehs gilt es, täglich eine Strecke von 50 bis 70 Kilometer zurückzulegen, wobei nur der Ausgangsort, die Zwischenstationen und das Ziel der Reise festgelegt sind. Die genaue Route wird von Tag zu Tag neu geplant. Durch diese Vorgehensweise erhält der Film einen dokumentarisch-realistischen Charakter und lässt viel Raum für Improvisationen und Unvorhersehbares. Entstehen soll ein interessanter, kulturverbindender, nachhaltiger und umweltfreundlicher Film.

Nicht zuletzt den abwechslungsreichen Landschaften und den Menschen wegen hat sich die “Filmgerberei GmbH” für das Baltikum entschieden. Auch stimmt der Bezug zur Handlung, da die Stimmung der drei Länder – Litauen, Lettland und Estland – sehr gut zum Innenleben der Protagonisten passt. Vom 8. bis 30. August schwingen sich auch Tink.ch-Reporter Jessica Hefti und Daniel Grunder auf die Räder. Sie sind für die Aufnahmeleitung und Kamera verantwortlich. Während dieser Zeit berichten sie wöchentlich auf Tink.ch.

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Ein Festival oder doch eine Modenschau?

Das Programm war wie jedes Jahr sehr vielfältig, mit Fokus auf viel elektronischer Musik und etwas wenigem Indie-Rock. Das Festival bot ausreichend Highlights wie etwa Fever Ray, das Soloprojekt der Schwedin Karin Dreijer Andersson, welche nur selten live zu sehen ist. Daneben Animal Collective, die mit ihren mehrheitlich instrumentalen Elektrosphären auf der Hauptbühne einmal ganz anders zur Geltung kommen konnten. Auch Newcomer wie die Briten von Filthy Dukes, die mit ihrem Nu Rave auf dem Melt neben etablierten Bands genau das richtige Publikum vorgefunden haben. Von vielen wurde der Auftritt der norwegischen Röyksopp als bestes Konzert überhaupt erkoren. Leider war ihr Konzert zumindest zu Beginn jedoch so schlecht abgemischt, dass ausser dem Bass nicht viel zu hören war. Ein Problem, dass auch die Qualität weiterer Auftritte schmälerte. Musikalisch hat das Line-Up auch dieses Jahr wieder an Qualität zugelegt und war Garant für ein teilweise stressiges Programm über mehrere Stunden, um alle guten Konzerte mitzuerleben.

Verbesserungen in der Infrastruktur

Nach den zahlreichen Kritiken der letzten Jahre haben sich die Organisatoren um eine Verbesserung in diversen Bereichen bemüht. Das Konzertgelände wurde grösser und die Bühnen anders verteilt. Damit sollte mehr Platz für die einzelnen Konzerte aber auch für sonstige Aktivitäten entstehen. Leider bot das Gelände neben den üblichen Steintreppen und schnell abgegrasten Wiesen kaum Fläche zur Entspannung. Als weitere Verbesserung wurden mehr Toiletten aufgestellt, beim Anblick der sehr langen Schlangen davor hätte man sich trotzdem noch mehr Einrichtungen gewünscht. Wasserspender hingegen waren auch dieses Jahr nirgends vorhanden. Bei den ordentlichen Getränkepreisen hatte das nicht sehr sommerliche Wetter zumindest diesbezüglich Vorteile.

Gerüstet für das Wetter

Am Freitagabend meldete sich mit einem nicht mehr endenden Regenfall das Wetter zu Wort. Ein dieses Jahr neu mit durchsichtiger Folie bedeckte Zelt einer Bühne sollte dem Regen nicht standhalten und musste evakuiert und das Festivalprogramm an jenem Abend frühzeitig beendet werden. Das Festival war auf solche Wetterkapriolen gut vorbereitet und am nächsten Tag waren das Zelt mit neuen Planen und die matschigen Wiesen mit Plastikmatten bedeckt. Einzig die ebenfalls neue Strandbühne direkt am Baggersee wollte nicht mehr trocknen und so war der langersehnte, kurzfristig verlegte Auftritt von MSTRKRFT eine schweisstreibende Angelegenheit, wollte man auf, oder eher in dem nassen Sand tanzen.

Das Festival wirkte dieses Jahr wohl nicht zuletzt durch die Verbesserungen gegenüber dem letzten Jahr entspannter und friedlicher. Die Security-Mannschaft hielt sich vermehrt im Hintergrund und die Beschränkung der Besucherzahl auf nun 20’000 scheint dem Festival wirklich gut zu bekommen. Beim Anblick der Besucher wähnte man sich teilweise jedoch eher auf einem Laufsteg oder vielmehr einer Persiflage eines solchen.

Charmante Blicke an der “Young At Art”

Freitagabend. Ich und mein Begleiter machen uns in voller Montur auf den Weg zur “Young At Art”-Modenschau im Zürcher Seefeld. Eklig-nasser Nieselregen und nicht funktionierende Tramlinien. Es verspricht ein heiterer Abend zu werden. In der ZKO-Halle angekommen, müssen wir erst mal ein paar Begrüssungsküsschen über uns ergehen lassen. Danach spürt man förmlich die Blicke, die wie von einem Hochhaus stehend auf uns unwürdige Kreaturen geworfen werden. Marc Jacobs Halstücher und die schwarzen Louboutin Pumps gibt’s natürlich en masse zu sehen und die Herren der Schöpfung tragen stolz den einheitlichen “Ich-krempel-mir-die-Anzughose-hoch-und-setz-damit-ein-Statement”-Look. Zwar eine schöne Idee, doch wenn man sie in 80-facher Ausführung sieht, verliert sie ein bisschen an Wirkung.

Zehn Designer aus der ganzen Welt

Wir stürmen also die Bar und trinken das erste Glas Weisswein. Vielleicht lässt uns der Traubensaft die demütigenden Blicke vergessen. Nachdem wir dann auch die obligatorische Runde durch den Ausstellungsraum zurückgelegt haben und uns die Kunstwerke (Kritzeleien mit vulgären Sprüchen drauf – wie kontrovers und schockierend) begeben wir uns dann in den Raum, in dem die Modenschau stattfinden soll. Nach kurzem Suchen finden wir dann auch unsere reservierten Plätze in der ersten Reihe, auf dem ein Schild mit der Aufschrift “Audrey” prangt. Juhu, ich bin schon so berühmt wie Nico aka Christa Pfäffgen, dass ich keinen Nachnamen brauche. So können wir den arroganten Blicken von vorhin trotzen und die neidischen Blicke geniessen. Bald fängt auch schon die Modenschau an und lässt alle vorhergegangenen Strapazen vergessen. Das zweite Mal präsentieren die Nachwuchstalente in Sachen Mode ihre Abschlusskollektion. Dieses Mal sind es zehn Designer an der Zahl und zwar aus allen Teilen der Welt: Aus Zürich, Paris, Bangkok, Basel, München und Tokyo.

Das erste Model erscheint auf der Bildfläche und das Getuschel verstummt zeitgleich. Eine wunderschöne, elfengleiche Dame stöckelt über den Laufsteg. Und es folgen noch mehr, die die Kreationen der Designer Jolanda Züger, Teresa Garcia, Golnaz Adham Kha, Dayadi Müller, Grexhound, Leand Phuengkhit, Florine Ast, Johanna Heimlicher, Almut, Junya Tashiro zur Schau tragen. Einen Favoriten aus all diesen begabten, jungen Menschen zu wählen, fällt schwer, denn jeder einzelne hat seinen ganz speziellen Charme und Stil. Doch mir haben es besonders die Stücke von Teresa Garcia angetan.

Fast alles ist erlaubt

Die Trends für diesen Herbst zeigen sich facettenreich. Von Zopffrisuren bis zu strengen Dutts, betonte Schultern bis Empirekleidchen, X-Silhouette bis A-Linie. Auch in Sachen Farben und Muster sind uns diesen Herbst keine Grenzen gesetzt. Von knalligen Tönen bis zu cremigen Pastellfarben, Wolle, Seide, graphische Muster. Vom Schnitt her kann man diesen Herbst alles tragen. Von tailliert bis zu “oversized extreme”. Erlaubt ist, was neu ist. Zum Beispiel die Herrenhosen, die geschätzte zehn Nummern zu gross sind und nur mit Hosenträgern das wichtigste nördlich halten. Nur einen Kritikpunkt muss ich verlauten: Es ist nicht schön wenn das Kleid in die Wildlederunterhose gesteckt wird. Und Strumpfhosen sind jenseits der Langstrasse auch nicht als vollwertiges Kleidungsstück zu zählen. Aber ansonsten, Chapeau, mes chèrs apiéceurs. Es verheisst ein individueller Herbst zu werden.

Nach der Schau stürmt die Meute wieder in den Ausstellungsraum und gibt sich die Kante- natürlich mit Prosecco, und très bourgeoise.

Was ist “Young At Art”?


"Young At Art" ist eine Plattform für Nachwuchskünstler. Als Gemeinschaftsprodukt der Gallerie Seefeld und der ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste) wird dieses Projekt fast ausschliesslich durch junge Leute generiert. In diesem Jahr findet die "Young At Art" zum zweiten Mal statt. Noch bis zum 14. August finden in der Seefeld Gallerie weitere Veranstaltungen statt, wie etwa eine Ausstellung für Medienkunst.

 

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Eventreportage am Deaf Slam 2009

Bereits zum sechsten Mal wird in Winterthur der Deaf Slam Master gekürt. Dieser Poetry Slam in Gebärdensprache findet im Rahmen der Winterthurer Musikfestwochen im Musikklub Albani statt. Der Wettkampf ist auch für Hörende ein packendes Erlebnis. Es gibt eine Simultanübersetzung und sogar eine Live-Video-Übertragung auf Leinwand. Bewertet werden die auftretenden Künstlerinnen und Künstler vom Publikum per SMS-Voting.

Tink.ch will diese einzigartige Veranstaltung dokumentieren und führt deshalb am Freitag, 21. August 2009, eine Eventreportage durch. Mitmachen können junge hörende wie auch gehörlose Leute zwischen 14 und 30 Jahren, die sich für Medien interessieren. Fürs Interviewen, Schreiben oder Fotografieren. Journalistische Kenntnisse sind keine Voraussetzung. Zudem werden die wichtigsten Grundlagen während der Eventreportage vermittelt. Die Beiträge werden anschliessend im Online-Magazin Tink.ch publiziert.

Diese Eventreportage findet als Teil des Projektes Mediadukt 2.0 statt. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.mediadukt.ch.

Treffpunkt
Freitag, 21. August 2009, um 19 Uhr im Albani an der Steinberggasse 16 in Winterthur

Programm

19.00 Uhr Einführung, journalistische Grundlagen, Planung der Reportage

20.30 Uhr Besuch der Veranstaltung

23.30 Uhr Ende des Deaf Slam und Abschlussbesprechung

00.00 Uhr Ende der Eventreportage

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