Gesellschaft | 22.06.2009

Verschiedene Beobachtungspunkte

Mehr Platz für die Bären, ein Erholungsgebiet für Besucher und eine Touristenattraktion mit Einblick in die Aktivitäten der Bären - dies alles soll der neue Bärenpark bieten.
Finn (im Bild) wohnt im Moment noch mit Bärin Björk im Tierpark Dählhölzli.
Bild: mobi.ch Plan des neuen Bärenparkes, der auch ein Erholungsraum für Besucher werden soll, Alexander Anderfuhren

Der Bärengraben ist nach wie vor eine der Hauptattraktion für Touristen, die Bern besuchen. Die Tierhaltung im Graben ist allerdings schon seit längerem nicht mehr artgerecht, was auch immer wieder von Besucherinnen und Besucher des Bärengrabens kritisiert wurde. 2003 wurde ein Wettbewerb für das Bauen einer neuen Anlage ausgeschrieben. Das Projekt „Bären und Berner“ gewann den Wettbewerb. Somit wird nun ein Bärenpark gegenüber der Altstadt, direkt am Hang neben der Nydeggbrücke gebaut. Da der Aarehang zwischen Kirchenfeld und Nydeggbrücke ein wichtiger Erholungsraum ist, gilt es einen Landschaftspark am Fluss zu gestalten. Hier soll nicht nur ein Bärengehege, sondern auch ein Erlebnis- Erholungsraum für die Besucher und  Bevölkerung entstehen.

Die Anlage wird aus fünf Teilen bestehen: Die Bärenanlage, welche direkt am Hang liegt, die Bärenterrasse, die sich vom heutigen Bärengraben bis zur Aussenterrasse des alten Tramdepots zieht, der Uferweg unterhalb des Bärengeheges, die Aaretreppe direkt am Wasser und der alte Bärengraben, der mit einem unterirdischen Durchgang mit der Bärenanlage verbunden ist. Die eiligen Besucher können von der Bärenterrasse die Sicht auf die Bären geniessen. Man kann aber auch über den Hangweg oder über eine Treppe zum Besucherareal unter dem Gehege gelangen. Von der Treppe aus hat man zudem die Möglichkeit seitlich in das Bärengehege zu schauen. Die Kletterbäume und Futterstellen der Bären sind so platziert, dass man von den verschiedenen Beobachtungspunkten die Aktivitäten der Bären verfolgen kann ohne sie zu stören.

Baden im Aarewasser

Der neue Park bietet den Bären die Möglichkeit, das ganze Jahr durch im Freien sein. Zudem stehen Höhlen zur Verfügung, wo sie sich zurückziehen können und die Winterruhe geniessen können. In den Höhlen werden Videokameras angebracht, damit die Besucher am unterirdischen Leben der Bären Teil haben können. Insgesamt bieten die beiden neuen Gehege etwa 6500 Quadratmeter Lebensraum für die Tiere. In der Anlage gibt es verschiedene, den Braunbären entsprechende Lebensräume wie Wiesen, Wald, Beerenvegetation, Höhlen und Wasser. Das Bärenbad am unteren Teil des Geheges wird mit Aarewasser gefüllt. Die Höhe des Wasserspiegels ist aber von der Aare unabhängig, um die Sicherheit zu gewährleisten. Der Hang ist im Innern aus Sandstein. Darüber liegt locker gelagerter Schutt. Diese Decke aus Schutt ist nicht sehr stabil, weshalb verschiedene Sicherungsmassnahmen nötig waren. Eine Massnahme ist die Bodenvernagelung an gewissen Stellen und die Errichtung von Stützmauern.

Im Januar 2008 fand der erste Spatenstich statt. Es traten jedoch immer wieder finanzielle Schwierigkeiten auf, das Projekt musste mehrmals umdimensioniert und es musste nach neuen Sponsoren gesucht werden. Nach dem Stand 2005 sollte das Projekt rund 9,7 Millionen Franken kosten. Diese Zahl ist aber seither auf rund 15 Millionen gestiegen. Die beiden Bären Finn und Björk, die zurzeit im Tierpark Dählhölzli wohnen, werden im Oktober 2009 in den Bärenpark ziehen. Offiziell wird der Park am 22.Oktober 2009 eröffnet und am 25. Oktober mit einem grossen Fest gefeiert.