Sport | 08.06.2009

Über Hügel und Stein

Text von Mario Caviezel
Von Bern bis Murten - Mit dem Ziel, nach etwa drei Stunden Velofahrt im Murtensee baden zu können, macht sich ein Tink.ch Reporter mit Begleitung "auf den Sattel".
Ziel der Velotour: Murtensee, Fotos: Mario Caviezel Über Felder, durch kleine Dörfer Am Horizont nur ein Fata-Morgana-See Entspannung am glitzernden Murtensee

Die Ketten frisch geölt, die Reifen frisch gepumpt, das Körbchen montiert, das Velo fahrbereit. Jetzt muss nur noch fürs Picknick eingekauft werden. Mit sportlichem Outfit, Sonnenbrille und –hut geht’s los in Richtung Bümpliz Nord, wo auch schon der erste Velowegweiser auffindbar ist. Laupen soll als Zwischenziel angesteuert werden. Der Weg führt über hügelige Landschaften, weite Felder, auf welchen noch undefinierbare Gemüsepflanzen sich der Sonne entgegenstrecken, durch Wälder, in denen ein frischer Wind die Haare strublig durcheinander weht. Kleine Dörfer, deren Häuser typische Berner Dächer tragen, versuchen den Velotouristen mit ihrem eigenen Charme zu verzücken. Nach einer Frühstückspause um 11.00 Uhr und nachdem ein Hund an unseren Sonnenbrillen schleckte, führt der Veloweg plötzlich ziemlich steil nach oben. Dies ist nicht der einzige Hügel der überwunden werden muss, doch nach dem schweisstreibenden Aufstieg, folgt auch wieder eine entspannte Abfahrt. Von kleinem Dorf zum noch kleineren Dörfchen kommen wir schliesslich in Laupen an. Im alten Dorfkern, zwischen Rathaus und Brunnen, machen wir es uns gemütlich und verdrücken ein Sandwich.

Den Wegweisern nach

Mit Brunnenwasser gefüllten Trinkflaschen und frisch mit Sonnencreme eingeschmierten Armen und Beinen erfolgt die Neuorientierung; ein weiteres Zwischenziel muss definiert werden. Unsere Karten- und Geografiekenntnisse lassen uns folgern, dass als nächstes Kerzers angesteuert werden muss. Weitere Hügel folgen, die Landschaften laden zum Verweilen ein. Murten ist noch ungefähr 10 Kilometer entfernt. Immer wieder an Kreuzungen vorbei, den Velowegweisern nachfolgend, doch plötzlich sind es wieder 13 Kilometer bis Murten. Hat die Sonne unseren Verstand geblendet? Wir fragen uns, ob wir vielleicht einen Wegweiser verpasst haben, und fahren der ebenen Seelandschaft entlang zurück zur letzten Routenspaltung. Doch diese Fahrt zurück hat Auswirkungen auf unsere Oberschenkelmuskulatur, die durch den Gegenwind noch verstärkt wird. Nach dem Auffinden des verpassten Wegweisers folgt der Endspurt. Noch sieben Kilometer bis Murten. Die Hügellandschaft weicht einer weiten Ebene. Der blaue Horizont ist jedoch nur ein Fata-Morgana-See. Doch nach fünf Stunden Velofahrt und wenigen kurzen Zwischenpausen, streift Seeluft durch unsere T-Shirts. Nach 60 Kilometern, 5-stündigem Radeln, sprich, nach einer wunderschönen Velofahrt und trotz Umwegen, liegen wir am Murtensee und beobachten etwas argwöhnisch die vielen Surfer, die nicht mit Gegenwind zu kämpfen haben. Unsere etwas strapazierten Oberschenkel freuen sich auf die nächste Velotour, die uns an den Bielersee führen wird.