Kultur | 08.06.2009

Noch kompromissloser

Vom 12. bis am 14. Juni kommen Rockfans in Interlaken auf ihre Kosten: Das Greenfield Festival versammelt gleich haufenweise grosse Rock- und Metalbands. Gruppen aus der Schweiz sucht man im Line-Up allerdings fast vergebens.
Die finnischen Nightwish mit ihrer neuen Sängerin Anette Olzon.
Bild: Ville Juurikkala Eugene Hutz, der Frontmann von Gogol Bordello. Sandro La Marca

Bei den Festivalbesuchern hat sich das Greenfield bei seiner dritten Ausgabe längst etabliert. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Veranstalter mit über 26’000 Besuchern einen neuen Rekord. Das Programm fürs 2009 sollte noch härter werden – und das Lineup erfüllt dieses Versprechen: Mit Slipknot, Korn, Soulfly oder Disturbed wurden Bands engagiert, die das härteste Genre der Musik verkörpern. Die grosse Masse kommt dabei – wie könnte es anders sein – aus den USA. Schweizer Hard Rock Bands sucht man (fast) vergebens. Nur etwa Cataract, The Krupa Case oder Drycontitions sind heimisch. Wie bereits in früheren Jahren wird auch eine Nachwuchsband als Wettbewerbssieger von Coca Cola eine halbe Stunde Bühnenzeit erhalten.

Nach elf Jahren wieder vereint

Verhältnismässig sanft startet der Freitag, als Höhepunkt warten spätnachts die finnischen Nightwish, erstmals mit ihrer neuen Sängerin Anette Olzon an einem Schweizer Festival. Daneben werden die Kalifornier Social Distortion und Karamelo Santo für gute Stimmung sorgen. Letztere sind mit ihren Reagge-Einflüssen die Exoten am diesjährigen Greenfield Festival. Den Headliner vom Samstag sind Faith No More, die nach elf Jahren Pause in Interlaken wieder einen ihrer ersten Live-Auftritte haben, nachdem sie im Februar ihre Wiedervereinigung bekanntgaben. Bei den jüngeren Festivalbesuchern werden die US-Amerikaner deshalb weniger ein Begriff sein. Ob sie die Generationen werden verbinden können?

Rassiger Zigeuner-Punk

Ein Auftritt auf dem alten Militärflughafen ist für viele Bands keine einmalige Sache: Billy Talent beispielsweise spielen 2009 bereits zum zweiten Mal auf der Hauptbühne; für die Folk-Musiker von Flogging Molly ist es gar der Dritte an dieser Stätte. Ein Geheimtipp ist sicherlich Gogol Bordello. Doch der ukrainische Frontmann Eugene Hutz, der seine Musik als „Zigeuner-Punk-Cabaret“ beschreibt, spielt erst Sonntagabend mit seiner Truppe als zweitletzter Act auf. Ob diesem rassigen Spektakel noch viele Festivalbesucher beiwohnen werden, ist zu bezweifeln.

Tickets


Dreitagespässe fürs Greenfield Festival gibt es nach wie vor über die Vorverkaufsstelle eventim.ch zu kaufen. Der Preis beträgt 198 Franken inklusive Mülldepot und Bahnfahrt.

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