Gesellschaft | 15.06.2009

Lieblingsplätze IX: Zwischen Himmel und Hölle

Das Rheinufer strömt eine enorme Anziehungskraft aus. Doch so verlockend ein Spaziergang an einem oder die Fahrt ans andere Ufer auch ist, die Tink.ch-Reporterin zieht es vor, von ihrem Lieblingsplatz aus Teil am Geschehen zu haben.
Vom Basler Münster aus hat man einen guten Blick auf das Geschehen.
Bild: Emanuelle Giannotta

Mal ehrlich, woran denkt man als erstes, wenn der Begriff Basel fällt? An fussballversessene FCB-Hooligans? Oder an all die reichen Schnösel, die extra wegen Baselworld angeflogen kommen? Oder etwa doch eher an Kokain-Junkies? Basel ist zweifellos eine Stadt mit sehr vielen Gesichtern.

Um das ganze Gesichterrepertoire überschauen zu können, muss man nur mal einen Blick ans Rheinufer werfen. Es scheint eine Anziehungskraft auf die Menschenmassen zu besitzen, wie eine Wasserstelle in der Wüste. Früher oder später finden alle dort zusammen, um meist friedlich Seite an Seite zu verweilen. Besonders wenn die Hitze anfängt, sich breit zu machen, sieht es von Weitem manchmal fast schon so aus, als würde das Rheinufer von einem riesigen, bunten Mückenschwarm belagert werden.

Besonders repräsentativ für Basel ist dieser Flecken am Rheinknie auch wegen der Fähre, welche Tag für Tag unbeirrt ihren Weg vom linken zum rechten Ufer und wieder zurück fährt. Sie begleitet die Menschen von der „Oase des Vergnügens“ in einem sehr gemächlichen Tempo auf die andere Seite des Rheins, wo die Türme des Basler Münsters wie ermahnende Zeigefinger in die Lüfte emporragen.

Wenn das Wetter sich wendet, grosse Wolken aufziehen und die Stadt in ein bedrohliches Grau taucht, kann es durchaus vorkommen, dass der sonst so nette Fährimaa von Weitem zu einer kleinen Version von Herodes mutiert. Am besten dafür geeignet, um all diese Beobachtungen anstellen zu können, ist die Pfalz-Terrasse. Dort sitze ich, über alles erhaben auf der Mauer des Basler Münsters und lächle zufrieden.

So kommst du hin


Mit der Tramlinie 2 oder 15 vom Bahnhof Basel aus bis zur Haltestelle "Kunstmuseum" fahren, dort aussteigen und dann die Rittergasse hochspazieren. So gelangst du direkt zum Münster und zur davorliegenden Pfalz.