Kultur | 22.06.2009

Herzlich aber professionell

Text von Samy Ebneter
Die Europride war ein bunter, auf das Wetter bezogen feuchtfröhlicher Anlass unter Schwulen und Lesben. Aus ganz Europe pilgerten Gleichgesinnte nach Zürich, um an diesem einzigartigen Event teilzuhaben. "SAMovie Pictures" war für die Live-Aufnahmen verantwortlich.
Die Aufnahmen konnten auf Bildschirmen live mitverfolgt werden. Fotos: Samy Ebneter Das SAMovie-Duo Samy Ebneter und Kevin Högger. Hochkonzentriertes Arbeiten war verlangt, denn Fehler mussten rasch behoben werden.

Das Fest war unglaublich bunt und das Wetter sah vorerst doch noch ziemlich gut aus. Wir kamen auf das Gelände, welches für die nächsten paar Stunden unser Arbeitsplatz sein durfte. Auf uns warteten eine grosse Bühne, eine LED-Leuchtwand im Hintergrund, Scheinwerfer, Rauchmaschinen, ein Regiewagen, ein Backstagewagen und ziemlich viele fiese Kabel, die sich uns heimtückisch in den Weg legten, so dass dass wir mindestens dreimal pro Stunde fast den Boden küssten.

Herzlicher Empfang

Wir lernten unsere Crew kennen, die aus nur Homosexuellen bestand. Ich glaube, ich wurde noch  nie so herzlich empfangen. Sie zeigten uns unsere drei Arbeitsplätze. Der erste Arbeitsplatz war bei den Stars, live auf der Bühne. Bewaffnet mit einer Kamera konnten wir von hier aus das Geschehen mitverfolgen. Die Aufnahmen wurden dank einem langen aber lästigen Kabel direkt zum Regiewagen gesendet und dort live geschnitten. Das war sogleich unser zweiter Arbeitsplatz. Der Regiewagen war ausgestattet mit Bildschirmen, Laptops, vielen technischen Geräten und wieder diesen blöden Kabeln. Zuletzt da war noch der einsame Job unter der Bühne, wo man die LED-Wand hinter den Stars leitete. Ohne direkten Sichtkontakt auf die Bühne arbeitete man dort nur mit dem Gehör.

Improvisierter Regenschutz

Leider hatte Petrus in seiner Agenda übersehen, dass ja dieser Event noch in Zürich ist. Er hat doch glatt stinkfrech ein paar dicke und dunkle Regenwolken über Zürich vergessen. Es goss wie aus Kübeln, aber die Menge liess sich nicht unterkriegen und die Party ging weiter. Sämtliche technische Geräte bekamen sofort einen persönlichen Regenmantel aus einer Plastikplache. Diese improvisierten Plachen mussten wir in einem unglaublichen Tempo den geliebten Geräten anziehen. Natürlich kam einmal mehr ein verflixtes Kabel dazwischen und der Kameramann legte eine präzise Wasserung auf der grössten Pfütze in der ganzen Umgebung hin. Immerhin konnte danach auf einen Regenschirm verzichtet werden, nass war man ja ohnehin schon.
 

Das ganze Team musste bei solch einer Live-Produktion einwandfrei funktionieren. Man musste sofort reagieren können, falls was schief laufen sollte. Daher war jedes Crewmitglied mit einem Funkgerät ausgerüstet. Aber eben dieses Funkgerät gab auch viel Freiraum um über Funk zu lästern. „Meine Güte, wie sieht die denn aus?“ aber auch Komplimente wurden verteilt wie „Wow, Jungs… genau diese Einstellung ist perfekt!“. Man wurde also nicht nur herzlich empfangen, sogar das Arbeiten ging herzlich weiter. Eine positive Erfahrung für „SAMovie Pictures“, die bisher nur selten eine so angenehme Zusammenarbeit wie an der Europride erleben durfte.

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