Gesellschaft | 08.06.2009

Die Sache mit den Erdnuss-Flips

Text von Edith Truninger | Bilder von Stefan Wallimann.
Filme gucken und dabei nichts essen? Für Lockenkopf ganz unmöglich. Ein Glück, dass ihr Freund nun seit kurzem am Kino-Kiosk arbeitet und sie immer mit Nachschub versorgt.
Bild: Stefan Wallimann.

Es gibt Menschen, die sind so richtig grosse Nascher. Lockenkopf gehört zu dieser Spezies. Nun hat sie auch noch das ganz grosse Los gezogen, arbeitet ihr Freund doch neben seinem Studium im Kinokiosk. Für den Popcorn-Nachschub im Hause Lockenkopf ist also gesorgt. Etwas Besseres hätte ihr nicht passieren können. So geht Lockenkopf als neugeborene Cineastin jetzt regelmässig ins Kino, während ihr Freund treuherzig die Popcorn-Maschine rattern lässt, sobald die Dame seines Herzens eintrifft. Weil die Becher jedoch abgezählt werden, muss er regelmässig und unter Einsatz all seiner Kräfte behältertechnischen Ersatz suchen. So kommt es vor, dass Lockenkopf im Kinosaal neidvolle Blicke auf sich zieht, weil sie mit einem riesigen Getränkepappkarton voller Popcorn im roten Plüschsessel sitzt, während sich die Nachbarn links und rechts mit einer durchschnittlichen Bechergrösse zufrieden geben müssen. Ein bisschen würde sie sich jeweils schon schämen, räumte sie noch ein.

Schon früher waren die Amazonen grosse Chips-Nascher. Eine Zeitlang waren Erdnussflips bei uns ganz hoch im Kurs. Wir vertilgten ganze Packungen dieser Dinger, und Lockenkopf war ernsthaft beunruhigt, als sie eines Tages feststellte, dass sie keine ganz Packung Erdnussflips auf einmal mehr vertilgen konnte. Na so was! Da konnte doch etwas nicht mehr stimmen. War sie etwa ernstlich erkrankt? Bei der nächsten Arztkonsultation wies sie den Mediziner vehement auf ihren besorgniserregenden Zustand hin. Was dieser genau diagnostizierte, ist leider nicht überliefert. Wahrscheinlich hat er sie kopfschüttelnd nach Hause geschickt, mit dem Ratschlag, es doch am nächsten Tag nochmals zu probieren.

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