Was ist wichtig?

Wie ist es, nach zehn Jahren wieder vereint auf der Bühne zu stehen?

Christian Neander: Es fühlt sich grandios an! Am Anfang waren wir sehr nervös, aber jetzt ist es einfach nur toll.

 

Wir haben uns für dieses Interview von euren Songs inspirieren lassen und machen jetzt ein “Ist es wichtig”-Interview.

Da bin ich mal gespannt.

 

Ist es wichtig, alle Konzerte an einem Festival zu sehen?

Nein. Man geht ja hauptsächlich für die Bands an ein Festival, die man ausgesucht hat. (Überlegt kurz.) Nein, stimmt doch nicht. Der schönste Moment ist, wenn man überrascht wird von einem Konzert, das man nicht erwartet.

 

Ist es wichtig den Namen der Stadt zu kennen, in der man spielt?

Ja, es wäre ganz gut. Ansonsten ist es ein Indiz, dass man zu fertig ist.

 

Ist euch das schon mal passiert?

Eine Zeit lang haben wir so viele Konzerte gespielt, dass es richtiggehende Aussetzer gab. Das war eine blöde Zeit.

 

Wann hattest du das letzte Mal einen Faustkampf oder Streit? Wer war im Recht und wer hat gewonnen?

Faustkampf passt ganz gut, da ich früher viel Kampfsport gemacht habe. Aber der letzte Streit war etwa zwei Jahre her. Jeder Mensch meint, er sei im Recht, wenn etwas schief läuft. Aber, wenn man ein wenig nachdenkt, merkt man oft, dass man doch im Unrecht ist.

 

Ist es wichtig, nüchtern zu sein, wenn man arbeitet?

Ich finde, ja. Die Wirkung von Nüchternheit kann grösser sein als die einer Droge. Vor allem beim Spielen. Man kann sich besser in die Musik fallen lassen und es entsteht eine Trance.

 

Was ist das Schlimmste an Festivalgigs?

Dass man oft nicht in Ruhe Soundcheck machen kann. Oft gibt es Komplikationen, die man nicht beheben kann. Wir haben am Rock am Ring gespielt, was total super war, aber mit ziemlich schlimmem Bühnensound. Es hätte viel schöner sein können. Aber in der Hektik fehlt die Zeit, um eine gewisse Atmosphäre aufzubauen.

 

Ist es wichtiger Musik zu machen, die ihr mögt, oder solche, die das Publikum mag?

Es ist auf jeden Fall wichtig, Musik zu machen, die wir mögen. Wenn man das Glück hat, dass das Publikum diese Musik auch liebt, ist das umso besser. Ich glaube, das verbindet sich automatisch.

 

Was ist das Wichtigste an einem Comeback?

Dass es wahrhaftig ist. Wir haben schon viel darüber nachgedacht. Wir hatten eine besondere Zeit, die für uns alle sehr wichtig war. Wenn man dann nur noch schlechte Musik produziert, müde ist und den alten Kram wieder präsentiert, sollte man ein Comeback bleiben lassen. Bei uns war es zum Glück nicht so.

 

 

Wie funktioniert die Band heute?

Wie wenn man zusammen kocht. Man erhebt sich gleichzeitig und sagt: “Ja, da fehlt glaube ich noch Salz”. Und der, welcher es nun holt, bringt ein ganz besonderes Salz. So einfach ist das.

 

Michael Jackson ist ja gestorben.

Ja, heute Morgen um zwei Uhr! Wir sind um vier Uhr aufgestanden und haben eine SMS bekommen mit dem Wortlaut “Michael Jackson ist tot”. Mich stimmt das traurig. Doch seine Erscheinung zuletzt war schrecklich, ja ein Desaster. Vielleicht war der Tod gut für ihn.

 

Warst du ein Fan?

Fan nicht, aber ich mochte ihn immer gerne.

 

Welche Ära beschreibt dich am besten?

Die Siebziger. Ich begann als Kind Gitarre zu spielen. Dann habe ich Jimi Hendrix auf den Kassetten meines Vaters entdeckt. Das war für mich die totale Offenbarung. Ich wusste: “Da komme ich her”.

 

Hast du ein spezielles Lebensmotto?

Ich möchte im Jetzt sein. Also nicht zu viel nach hinten schauen, sondern den aktuellen Moment spüren. Ich habe eine kleine Tochter (15 Monate). Das ist so “jetzt”. Ich kann es gar nicht beschreiben. Es ist einfach jeden Tag neuartig und spannend.

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Der zeitlose Sieger der Unterhaltungsindustrie

Ich kuschle mich unter die warme Decke. Neben mir eine Tasse Tee und in meinen Händen ein dickes Buch. Während es draussen regnet, versinke ich in einem Meer aus Buchstaben.

Was früher noch jeder mit in der Tasche hatte, wird immer mehr aus unserem Leben gedrängt. Der Platz im Bücherregel wird an den neuen Plasma Fernseher vergeben, auf dem Schreibtisch steht ein Computer anstelle eines Dudens und im Bus hat man nicht ein Buch in der Hand sondern Kopfhörer im Ohr.

Praktischer als noch Papyrus

Aber warum? Eigentlich ist es doch was ganz praktisches, so ein Buch. Die Ägypter mussten sich vor rund 5000 Jahren noch mit handgeschriebenen Papyrusrollen rumschlagen. Da wird uns heute schon viel mehr geboten. Man erhält das Buch in allen Formaten und Farben. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Vom Kochbuch über den Liebesroman bis hin zum Selbsthilfebuch. Einfach in die Bücherei um die Ecke gehen, Buch schnappen und ins Lesevergnügen stürzen.

Gut, man kann sich natürlich auch vor den Fernseher knallen und mal schnell das Programm “durchzappen”. Doch ist man sich dabei kaum bewusst, dass hinter jeder noch so kleinen Serie ein DrehBUCH steckt. Und hinter jedem Song, der durchs Radio trällert, steht ein geschriebener Songtext. Vermutlich verbindet die Jugend von heute Lesen mit der Schule. Da wird ja bekanntlich ziemlich viel gelesen. Und was in der Schule gemacht wird, ist ja sowieso doof. Muss ja so sein. Man möchte schließlich nicht als Streber gelten.

Sprache kann Bilder malen

Eigentlich schade, dass das so ist. Lesen bietet einem die unglaubliche Möglichkeit, ganz bequem von zu Hause aus in 100 verschiedene Welten zu versinken. Sich vom Alltag wegzuträumen und fremde Länder zu erkunden, wird dadurch ganz leicht. Für mich ist das Buch ein Muss. Bei genauerem Hinschauen ist wirklich für jeden das passende Buch dabei, für das er oder sie den Fernseher für ein oder zwei Stunden einfach mal Fernseher sein lässt. Denn Sprache kann Bilder malen. Und diese sind viel schöner als jene im Fernseher.

Gefroren, aufgetaut und aufgeblüht

Nachdem die Welt im zweiten Teil der “Ice Age”-Saga wieder aufgetaut ist, blüht das Leben im dritten Teil nun so richtig auf. Säbelzahntiger Diego spürt die vergangenen Jahre in den alternden Knochen und würde sich gerne in die Einsamkeit zurückziehen. Doch so einfach lässt ihn seine “Herde” nicht davon ziehen. Mammut Manni erwartet mit seinem Weibchen Ellie ein Junges und versucht deshalb mit allen Mitteln, die Natur kindersicher zu machen. Vom kommenden Nachwuchs angespornt klaut Faultier Sid (im Deutschen gesprochen von Otto Waalkes) drei riesige Eier aus dem einst ewigen Eis und wird, wie er selbst sagt, zur “Mama” von drei kleinen Tyrannosaurus Rex.

Entführt von einem Urzeitmonster

Dass die richtige Mutter nicht weit ist, war zu erwarten. Sid wird bei seinem Verteidigungsversuch gegen das Urzeitmonster kurzerhand mit den Mini-Dinos verschleppt. Die hormongesteuerte Ellie setzt sich sogleich Sid`s Rettung als Ziel und zieht den Rest der Herde (zu welcher auch die beiden Chaos-Opossums Crash und Eddie gehören) in eine vergessene Welt. Farbenfroher, warmer Dschungel mit überraschender Flora und noch erstaunlicherer Fauna. Im Gegensatz zu allen Vermutungen sind die Dinosaurier alles andere als ausgestorben. Mit dem psychisch leicht gestörten Wiesel Buck machen sich die Eiszeit-Tiere auf eine abwechslungsreiche und nicht ganz ungefährliche Suche nach ihrem tollpatschigen Freund.

Für die grössten Lacher sorgt Ottos Stimme

Nach den ersten zwei Teilen versuchte Fox in den Oscar-prämierten Blue Sky Studios an die bisherigen Erfolge anzuknüpfen. Mit gewohnt schönen Animationen und lockeren Dialogen zielt der Film klar auf eine jüngere Zielgruppe ab. Jedoch auch ältere Zuschauer kommen dank unzähligen Anspielungen auf vergangene Filme und Serie auf ihre Kosten. Das neue, farbige Szenario bietet eine ideale Kulisse, um sich von den Vorgänger-Filmen abzuheben. Dank dem Teils nervenden und Teils unterhaltenden Wiesel Buck konnten auch ganz neue Dialoge geführt werden. Für die meisten Lacher sorgt jedoch weiterhin Sid, der von Otto sehr sympathisch synchronisiert wurde. Seien dies mütterliche Erziehungs-Diskussionen mit der Dino-Mama oder Erklärungsversuche gegenüber Manni, das Faultier lockt mit herzhaft dümmlicher Art immer wieder neue Lacher hervor.

Ice Age in der dritten Dimension

In diversen Schweizer Kinos (meist grösseren Multiplex-Anlagen) wird “Ice Age 3” in 3D gezeigt. Die dritte Dimension wird, wie bereits in anderen Animations-Filmen, mit einer speziell polarisierten Projektionstechnik erreicht. Farbige Folienbrillen, wie sie früher zu solchen Darstellungen genutzt wurden, kommen nicht mehr zum Einsatz. Wirklich zur Geltung kommen die Effekte jedoch nur in der vorderen Kinohälfte, vor einer entsprechend grossen Projektionsfläche.

Fazit


Trotz einigen Längen unterhält "Ice Age 3" erneut mit altbekannten und neuen Charakteren. Die 3D-Version des Filmes läuft nur in der synchronisierten Fassung und bietet eine interessante Abwechslung zu den zweidimensionalen Filmen.

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Die individuelle Buntheit der Seele

Solothurn, 28. Juni 2009

Lieber Baba,

Zum Glauben:

Gelehrte erkennen den Gang der Geschichte und formulieren aus diesen Abläufen Regeln, welche den Aufstieg und Fall der Zivilisationen bestimmen. Meine Überzeugung geht in die Gegenrichtung, nämlich, die Geschichte lässt Regeln nicht zu, sondern nur Ergebnisse.

Und was führt Ergebnisse herbei? Verwerfliche Taten und rechtschaffene Taten. Und was führt Taten herbei? Der Glaube.

Der Glaube ist sowohl Lohn als auch das Schlachtfeld innerhalb des Geistes und in dem Geiste das Spiegelbild der Welt.

David Mitchell (Der Wolkenatlas)

Du beschreibst all diese Menschen und ich weiss diese Szene kann man immer und an jedem Bahnhof der Welt beobachten, wenn man will. Aber das hängt mit dir zusammen, mein Lieber. All diese Menschen glauben an etwas, oder zumindest hoffe ich das. Die glauben, dass sie ihr Leben und mit diesem Job ihre Träume erfüllen können, dass wenn Sie gestresst  durch die Halle eilen, sie nach hause zu ihren Liebsten gehen und ihr Leben leben, nach ihren Grundsätzen und mit ihren Regeln. Dass sie rechtzeitig an diesem Punkt ankommen, wo für sie das Leben weitergeht. Also ein Durchgang zwischen ihrem Lebensstrang. Ich glaube nicht, dass alle Menschen schlecht und undurchdacht der Werbung hinterherrennen. Ich glaube vielmehr, dass all diese Menschen einfach Menschen sind, die vielleicht zu schwach sind, ihre Grundsätze voll und unumstösslich leben zu können und deshalb einander hinterherlaufen und die gleichen Kleider wie Brad Pitt und Angelina Jolie anziehen. Sie haben einfach nicht den Mut zur individuellen Buntheit der Seele, aber eine individuelle Buntheit der Seele hat jeder und jede. Keine Oberflächlichkeiten. Nur Taten verändern die Welt. Und Taten kommen aus dem Glauben an Glumbo, Rikkscha und Michael, Gott, Buddha und Wetabix.

Ich glaube, also tu’ ich. So müsste das Gleichnis heissen. Und wenn ich glaube, ich werde das und das erreichen, dann kann es passieren, dass ich unterwegs ein bisschen gestresst wirke. Aber jeden Moment geniessen und immer allem mit Liebe begegnen ist sowieso abgedroschene Hippie-Scheisse (Leserbriefe erwünscht). Man muss sich aber zuerst selber definieren, seine Ziele und Wünsche fassen, kanalisieren, die Spielregeln für sich selber festlegen und dann alles daran setzen, das imaginierte Selbst zu erreichen. Und unterwegs ändert man sowieso alles und schwupp’s, ist dieses Leben fertig. Tja. Da gibst nichts zu sagen.

Du darfst dir nicht von der Werbung suggerieren lassen, dass alle Menschen an die Werbung glauben, dann hast du schon verloren. Es stimmt nämlich nicht. Werbung gehört verboten. Wie Fernsehen auch.

Stattdessen würde ich Häkelkurse und Delphin-Schwimmkurse und Kurse, wie man Fixleintücher zusammenfaltet, dass sie aussehen wie im Laden, anbieten und andere solche Sachen. Und man sollte versuchen, die Bildung zu fördern, als wäre der Ausgang des Kalten Krieges gegen die Grossmacht Dummheit davon abhängig. Hoch die Tassen und sing along die Internationale. Dann kommt’s gut. Wir müssen zuerst an die gute Sache glauben, bevor wir irgendetwas ändern wollen.

And now to something completely different:

Es tut mir so leid, dass ich nicht an alle eure Grillparties kommen kann. Ich habe einfach nicht soviel Zeit und Lust auf Kartoffelsalat und soziales Engagement. Aber bitte: Ruft mich an und kommt zu mir einen Kaffee trinken und wir können über alles sprechen. Ich bin halt mehr der Kaffee-und-Zigaretten-Typ. Und wenn schon so viele nette Leute diese Kolumne lesen, noch ein bisschen Werbung in eigener Sache:

Am 12.Juli habe ich Geburtstag, also schon bald. Ich habe keine Liste für die Geschenke, ich will alles. Auch zweitklassige Küchengeräte!

In diesem Sinne, springt wieder einmal vom 10-Meter Sprungturm und gratuliert euch selber nachher.

Moritz

“Wenn nicht er – wer dann?”

Wer im Iran gegen das dubiose Wahlergebnis der diesjährigen Präsidentschaftswahlen protestiert, soll zukünftig mit dem Tod bestraft werden. So lautet zumindest ein Credo aus Regierungskreisen, denn jegliche Auflehnung gegen das bestehende System käme einer Gotteslästerung gleich – eine Gotteslästerung, die bis aufs Blut bekämpft werden müsse.

Von derart drastischen Drohungen ist unser romantisiertes Nachbarland Italien meilenweit entfernt. Dort lässt man ein ungezähmtes Männlein schalten und walten, wie es ihm gerade in den Kram passt. Das mag ja nicht illegal sein, sollte aber trotzdem irgendwie zu denken geben. Doch die politischen Ausrutscher und Frauengeschichten von Ministerpräsident Silvio Berlusconi scheinen das Volk nicht zu beunruhigen. Zu gross ist Berlusconis Rückhalt, zu schwach sind seine Gegner im Parlament. Was er privat so treibt, scheint Italien nicht zu interessieren – obwohl das Land dadurch einiges an internationalem Kredit einbüssen dürfte.

Fehlende Alternativen
Leider mangelt es dem Staat tatsächlich an potenziellen Alternativen: Die letzte linksgerichtete Regierung hinterliess nicht viel mehr als einen Scherbenhaufen – und in Zeiten finanzieller Krise vertraut die Bevölkerung bekanntlich eher auf bürgerliche Kräfte. Silvio mag keinesfalls die beste Wahl sein. Trotzdem denkt sich der Italiener: “Wenn nicht er – wer dann?”

Demgegenüber gäbe es im Iran durchaus Alternativen zur aktuellen Regierung, doch die Opposition wird zum Opfer gewaltsamer Unterdrückung. Eine Öffnung gegenüber dem Westen sei unnötig, heisst es von oben, und der aktuelle Machthaber sei keineswegs ein selbstherrlicher Diktator. Und doch werden Stimmen laut, gemäss denen irgendetwas nicht stimmt – Stimmen, die man mit aller Kraft zum Schweigen bringen will.

Frage der Verantwortung
Italien will sich nicht verändern, der Iran kann es (zurzeit) nicht. Obschon die Ursachen – die Wurzeln ihres jeweiligen „Elends“ – sehr unterschiedlich gelagert sind, droht beiden dasselbe Schicksal: Isolation. Doch darf es sein, dass wir diese Völker sich selbst überlassen? Sollen wir tatenlos zusehen, wie sie mit den drohenden politischen, ökonomischen und sozialen Konsequenzen alleine klarkommen? Oder stehen wir in der Pflicht, Initiative zu zeigen? Liegt es an uns, das Steuer herumzureissen? Was immer auch geschehen mag: Der Mensch ist nicht bloss für sein eigenes, sondern auch für das Wohl seiner Nächsten verantwortlich.

Das Ausland einmal mit anderen Augen sehen

Als ich vor einem Jahr nach einer Möglichkeit suchte, ins Ausland zu gehen, stieß ich auf den Europäischen Freiwilligendienst (EFD). Der EFD ist ein Angebot für Jugendliche von 18-30 Jahre, bei dem Jugendliche einen grenzüberschreitenden Freiwilligendienst von sechs bis zwölf Monaten leisten können.
Da ich mich gerne sozial engagieren wollte und die Themenbereiche sehr vielfältig sind, war ich sofort motiviert, um ein passendes Projekt für mich zu suchen. Dieses fand ich auch und zwar in der Schweiz, genauer gesagt in Versoix bei Genf.

Ich absolviere nun meinen EFD in einer internationalen Einrichtung namens “Arche”. In dieser Gemeinschaft leben Menschen mit einer geistigen Behinderung. Meine Aufgabe besteht darin, die Menschen in ihrem Alltag zu begleiten und zu unterstützen. Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich und gefällt mir sehr gut. Ich habe einen guten Kontakt zu den Menschen, die ich betreue; aber auch in der Gemeinschaft fühle ich mich sehr wohl.
Meine Freizeit nutze ich, um mehr über meine nähere Umgebung, die Kultur und natürlich das Land zu erfahren. In dieser Zeit bin ich vielen netten Menschen begegnet und habe wunderschöne Ecken der Schweiz entdeckt.

Ich sehe den EFD als eine Chance, ein Land mit seinen Menschen und seiner Kultur von einer anderen Seite kennen zu lernen, aber auch die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Info


Der Europäische Freiwilligendienst wird von der Schweizerischen Koordinationsstelle "Jugend in Aktion" finanziert. Möchtest du selber einen Einsatz im Ausland leisten? Dann schau dich auf www.jugend-in-aktion.ch um oder melde dich direkt bei der Koordinationsstelle (031 326 29 22, info(at)jugend-in-aktion.ch).

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Berauschende Landschaften

Die Van Gogh-Ausstellung beginnt mit einer aussergewöhnlichen Einführung in der Eingangshalle des Kunstmuseums Basel. Auf einer runden Leinwand wird Vincent van Goghs Leben als Diashow präsentiert, begleitet von Bildern und kurzen Textpassagen auf Deutsch, Französisch und Englisch. All dies ist unterlegt mit  einfühlsamer klassischer Musik. Van Gogh kam am 30. März 1853 in der niederländischen Stadt Breda zur Welt. Seine ersten Berufserfahrungen sammelt er als Kunsthändler und Prediger, jedoch merkt er schnell, dass er eigentlich Künstler werden will. Mit 33 Jahren zieht er nach Paris, wo er seinen Traum verwirklichen will und auch viele bekannte Künstler kennenlernt, unter ihnen auch Paul Gauguin und Camille Pissarro. Nach zwei Jahren in Paris zieht er nach Arles und versucht dort, eine Kunstgemeinschaft zu gründen, was ihm aber nicht gelingt. 1889 weist sich van Gogh selbst wegen seines psychischen Leidens in eine Heilanstalt in Saint- Rémy ein. Nur ein halbes Jahr später begeht er in Auvers Selbstmord. 

Dunklere Frühwerke, hellere Spätwerke

Etliche Ticketkontrollen und ein paar Securitas-Männer später bin ich endlich in der Ausstellung. Das Sicherheitsaufgebot ist nicht überraschend: In den Räumen des Kunstmuseums Basel sind Van Gogh-Gemälde im Wert von insgesamt mehreren hundert Millionen Franken versammelt. Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden, wie der Titel bereits sagt, Van Goghs Landschaften. Das Museum präsentiert sie chronologisch nach ihrer Entstehung. Es fällt auf, dass Van Goghs Frühwerke, die er in den Niederlanden gemalt hat, meist von braunen bis schwarzen, eher erdigen Farbtönen dominiert werden. Später, vor allem nach dem Umzug nach Paris, wird sein Malstil farbiger und leichter. Seine späteren Werke, die er in der Provence gemalt hat, lassen Platz für noch mehr farbenfrohe Fröhlichkeit. Es war faszinierend, welche Anziehungskraft solch ein Gemälde auf mich haben konnte: Die lebendigen Farben und Van Goghs Ausdrucksweise zogen mich in seinen Bann.  Besonders das Gemälde „Blick auf Arles mit Iris im Vordergrund“, das er im Mai 1888 gemalt hatte, gefiel mir sehr. Die Intensität des Bildes konnte ich förmlich spüren und gleichzeitig wirkte es auf mich so leicht und frei.

Da die Ausstellung sehr gut besucht war, fiel es mir gar nicht so leicht, mich nur auf die Gemälde zu konzentrieren. Der Lärmpegel war für ein Museum wohl ziemlich hoch, etwas, das man wohl im Kauf nehmen muss, wenn man sich Van Goghs Bilder ansehen möchte. Besonders amüsant und zugleich liebenswürdig fand ich die Senioren, die mit ihren Audioguidegeräten kämpften und immer wieder genervt jemanden fragen mussten, wie denn dieser i-Pod wieder anginge.

Die Ausstellung


Vincent Van Goghs Bilder werden unter dem Motto “Zwischen Erde und Himmel: Die Landschaften” noch bis am 27. September 2009 im Kunstmuseum Basel gezeigt. Wer gehen möchte, kauft sein Ticket am besten Online, dann erspart man sich lange Wartezeiten an der Museumskasse.

 

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Lieblingsplätze XI: Mitten im Geschehen

Ein Duftgemisch aus asiatischem Essen und Räucherstäbchen weht mir vom Chinesen entgegen. Ich bin soeben in die Steinenvorstadt – im Basler Volksmund als “Steine” bekannt – eingebogen und schlendere gemütlich in Richtung Heuwaage. Es ist ein sommerlicher Nachmittag und im Vergleich zum Abend noch ruhig. Ein kleiner Laster bringt die nächste Lieferung für eines der Geschäfte und eie älterer Herr fährt – das Fahrverbot praktischerweise unbeachtet lassend – mit dem Fahrrad vorbei. In einem Café sitzen zwei Frauen und diskutieren bei Kaffee und Zigarette angeregt den neuesten Klatsch und Tratsch. “Die Henriette ist ja jetzt mit dem Rolf zusammen. Du, ich sag dir…”.

Links erhebt sich die alte Kulisse des ehemaligen Varieté-Theaters Küchlin. Heute ist es ein Kinokomplex und lockt zu späteren Stunden die Bevölkerung vor die Leinwand. Es ist nicht das Kino einzige in der Strasse. Aber die Steine hat weit mehr als vier verschiedene Kinos zu bieten. Kleine Bars und Cafés, Boutiquen für jeden Kleidergeschmack, Restaurants und Läden für alles, was Mann und Frau brauchen, wechseln sich ab. Genauso vielseitig wie das Angebot sind auch die Passanten.
Sobald es eindunkelt, halten sich Menschen verschiedenster Herkunft, Berufe, Interessen und Alter hier auf. Handwerker trinken ein Feierabendbier, während zwei Schülerinnen zum ersten Mal in die Abendvorstellung eines Films gehen durften und bei einer Cola nun vom süssen Hauptdarsteller schwärmen. Ehemalige Schulfreundinnen treffen sich auf einen Drink und sprechen von den “guten alten Zeiten”. Am Nebentisch sitzt ein älteres Ehepaar und feiert seinen Hochzeitstag. 20 Meter weiter gehen zwei frischverliebte Studenten Hand in Hand, als sie eine Gruppe von grölenden Jugendlichen auf dem Weg in den nächsten Klub überholt.
Und ich sitze ein wenig versteckt an einem kleinen grünen Tisch, beobachte und geniesse. Vor mir Block und Stift für die Kolumne über die wohl vielfältigste Strasse in Basel.

So kommst du hin


Am Bahnhof Basel mit den Tramlinien  8 oder 11 bis zum Barfüsserplatz oder mit der Linie 10 bis zur Heuwaage.

Bittersüss, dramatisch und skurril

Entdeckungsfreudig wie immer, aber aktueller und trendiger als im vergangenen Jahr – so präsentiert sich das diesjährige Programm des Stimmen-Festivals. Vom 01. bis 26. Juli 2009 bietet die Stadt Musik vom Feinsten und das für jeden Geschmack. Ob nun Chormusik aus Japan, Singer- und Songwriterin Sophie Hunger aus der Schweiz, Ausnahmetalent Peter Fox aus Deutschland oder Chartstürmer Milow und James Morrisson, in Lörrach sind auch dieses Jahr keine Grenzen gesetzt. Mehr als 30 Formationen treten auf insgesamt sechs verschiedenen Plätzen in und rund um Lörrach auf.

Bereits am 27. Juni stimmte man sich auf den kommenden Anlass ein. Am alljährlichen “Lörrach singt” zogen über 2000 Sängerinnen und Sänger sowie 80 Formationen das Publikum in ihren Bann. Einen ganzen Tag lang erfüllten sie bei diesem Gesangsfest die ganze Innenstadt mit ihren Liedern.

Einige Highlights aus dem Programm
Ab 1. Juli finden dann an mehreren Abenden pro Woche Konzerte aller Art statt. Das komplette Programm würde den Rahmen hier wohl sprengen, aber einen Einblick in die Highlights des Festivals möchten wir euch nicht vorenthalten:

Nach seinen unvergesslichen Auftritten im Jahr 2007 kehrt Bobby McFerrin zum Stimmen-Festival zurück. Mit 20 ausgewählten, professionellen Sängerinnen und Sängern wird er dem Publikum am 3. und 4. Juli die Europapremiere seines neusten Projektes Bobble präsentieren. Dieses einzigartige Konzert nimmt regionale Tradition auf und erkundet zugleich die Sage vom Turmbau zu Babel. Dramatisch inszeniert wird dieses Konzert dann auch im römischen Theater Augusta Raurica. Wie immer bei Bobby McFerrins Konzerten spielt dann auch das Publikum einen aktiven Part und wird als Chor selber zu einem Teil dieses kreativen Spektakels.

Einen weiteren Rückkehrer zum Stimmen-Festival finden wir im Ausnahmetalent Sophie Hunger wieder. War sie bei ihrem Auftritt vor zwei Jahren noch ganz am Anfang ihrer Karriere, schaffte es ihr Album “Monday’s Ghost” auf Platz 1 der Schweizer Charts. Mit ihren bittersüssen Songs, unaufgesetzt und ehrlich, singt sie sich auf Schweizerdeutsch, Deutsch und Englisch in die Herzen der Zuschauer. Erleben kann man Sophie Hunger am Donnerstag, 16. Juli im Rosenfelspark Lörrach.

“Talkin’ Bout A Revolution”, “Fast Car” oder “Freedom Now” – wer kennt sie nicht, die grossartigen Hymnen von Tracy Chapman. Wie kaum eine andere Künstlerin im Popbusiness ist sie sich im Laufe ihrer jahrzehntelangen Karriere treu geblieben. Auch ihr 2008 veröffentlichtes Album “Our Bright Future” verkörpert das soziale Gewissen und das andere Amerika, und den Glauben daran, dass eine friedlichere Welt möglich ist. Mit ihrer Band wird sie am 24. Juli auf der Marktplatzbühne stehen.

Mit einem phänomenalen Spagat zwischen deutschem Sprechgesang, Perkussion und Streichermusik präsentiert sich Peter Fox . Seit der Veröffentlichung seines Solo-Albums “Stadtaffe” räumt das Mitglied der Berliner Combo “Seed” alles ab. Ob nun CD-Platinauszeichnungen, Stefan Raab’s „Bundesvision Song Contest“ oder gleich drei der begehrten “Echo”-Trophäen, dieser Mann ist nicht aufzuhalten. Seine Texte sind skurril, poetisch und seine Melodien so einfach wie genial. Sein Auftritt auf dem Marktplatz wird sicherlich auch die heisseste Party und den populärsten Höhepunkt des Festivals bilden.

Damit natürlich nicht genug – freuen kann man sich des Weiteren auf Konzerte von Deutschlands erfolgreichem Pop-Duo ICH+ICH sowie dem englischen Stimmwunder James Morrisson mit dem belgischen Newcomer Milow als Vorband. Den Abschluss bildet Schottlands erfolgreichster Export: Snow Patrol. Mit Songs wie “Chasing Cars” und “Open Your Eyes” eroberten sie unsere heimischen Radiostationen im Sturm. Eine grosse Fangemeinde ist ihnen hierzulande garantiert.

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