Politik | 11.05.2009

Wie gründe ich einen Staat?

Text von Pascal Gähler | Bilder von Pascal Gähler
Wie wird ein Thema politisch? In einem der Workshops beschäftigen sich zwölf interessierte Jugendliche damit. Mit von der Partie waren auch die FDP-Ständeräte Erika Forster und Hans Alherr. Patrik Louis, Jurastudent an der HSG und Vorstandsmitglied der Jungfreisinnigen AR, leitete diesen Workshop.
Die Teilnehmenden stellten sich der Aufgabe, selber einen Staat zu gründen.
Bild: Pascal Gähler

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde stellte Patrik den Jugendlichen gleich eine schwierige Aufgabe. Ausgangslage ist ein Kreuzfahrtschiff mit 3000 Passagieren, bei welchem der Treibstoff mitten auf dem Atlantik ausgeht und das jetzt auf einer einsamen Insel gestrandet ist. Die Workshop-Teilnehmer sollen in Gruppen von drei Personen für diese Insel einen Staat gründen. Sie müssen definieren, wie die Staatsform sein soll, wer das Sagen auf der Insel hat und welche Regeln aufgestellt werden müssen.
In den 15 Minuten wurde in den einzelnen Gruppen stark darüber diskutiert. Diktator oder Demokratie? Freie Marktwirtschaft oder Kommunismus? Dabei brachten auch die beiden Experten ihre Meinung in die Lösungsansätze mit ein.

Unterschiedliche Schwerpunkte
Anschliessend wurden die Ergebnisse präsentiert. Die Ansichten der 4 Gruppen waren sehr unterschiedlich. Einige behandelten hauptsächlich Probleme wie Sicherheit, Nahrungsversorgung oder Wirtschaft, andere machten sich Gedanken darüber, wie die Gesetze durchgesetzt werden können oder wie die Leute wieder von der Insel wegkommen.
Alle teilten aber die Meinung, dass ein Staat die Aufgabe hat, Spielregeln aufzustellen und dafür zu sorgen, dass diese auch eingehalten werden.
Durch diese Aufgabenstellung mussten sich die Jugendlichen Gedanken machen, welche Aufgaben ein Staat übernehmen muss und wo er der Gesellschaft Freiheiten lässt.

Fragen an die Experten
Weiter wurde besprochen, weshalb gewisse Themen überhaupt zur Sprache kommen. Bei dieser Frage konnten die beiden Parlamentarier von ihren eigenen Erfahrungen erzählen. Sie teilen den Jugendlichen mit, dass die meisten Inputs aus der Gesellschaft kommen. Dies können Initiativen, Motionen oder auch einfache Anfragen an einzelne Politiker sein. Heute ist aber immer häufiger auch das Internet eine wichtige Kommunikationsplattform. Zum Beispiel auf «Facebook« gibt es immer wieder Gruppierungen, welche politischen Anliegen nach Aussen kommunizieren.

Die Workshop-Teilnehmer versuchten auch herauszufinden, weshalb sich einige Jugendliche mehr, einige weniger für die Politik interessieren. Alle Jugendlichen und auch die Experten waren sich einig, dass die politische Schulbildung sehr stark dazu beitrage, leider hat die Politik im Lehrplan nur wenig Platz. Auf die Frage, weshalb sich mehr Männer als Frauen politisch engagieren, konnte man sich nicht einigen.

Nach knapp zweieinhalb Stunden war der Workshop auch schon vorbei. Langweilig war diese Zeit aber weder für die Jugendlichen noch für die Experten. Einige nutzten noch die Möglichkeit der Ständerätin einige Fragen zu stellen, bevor sie sich aufs Mittagsbuffet stürzten.