Gesellschaft | 05.05.2009

Selten so viel Schwein gehabt

Text von Patti on tour | Bilder von Patti on tour
Patti nervt sich, dass Bildungsreformen nur verhindert werden, weil sie zu teuer sind. Deshalb wünscht sie sich den Schwarzen Block herbei und hofft, dass alle irgendwann Schwein haben.
Ruft auf zum Vermummen: Patti on tour.
Bild: Patti on tour

Baden im Glück“ lautet der Werbeslogan eines Casinos, das zwar durchaus in Baden steht, aber durchwegs von Zürchern besucht wird.

Schweinegrippe“ lautet der Name des neuesten Globalisierungsproduktes, welches ebe(r)nfalls den Luftweg in unser beschauliches Bäderstädtchen gefunden hat.  Schweine sollen davon nicht betroffen sein. Schwein gehabt.

Bildungskleeblatt“ lautet der Name der aargauischen Bildungsreform, welche uns gleich vierfaches Bildungs-Glück verheisst, bei der aber keine Sau wirklich weiss, worum es geht. Saumässig präsent ist nur die SVP, unsere neue Bildungspartei, welche, wie könnte es auch anders sein, auch gleich den Bildungsdirektor stellt. Der ist tatsächlich ein armes Schwein, denn er sollte durchboxen, was seine eigene Partei als Bildungskaktus verunglimpft. Mit viel Polemik, mit schweineteuren Plakat- und Briefkastenkampagnen will sie die Reformen verhindern. Sie verschweingt dabei, dass jede Reform in erster Linie sauteuer ist. Der wahre und einzige Grund, dass sie dagegen ankämpft wie ein wildgewordener Eber. Eine Sauerei ist das.

Wer von so viel Glück umgeben ist, sollte sich des Lebens freuen. Aber kürzlich war 1. Mai. Da möchten wir gerne protestieren.  Doch die Welt hat sich ins Gegenteil verkehrt. Rechts aussen ist die Sau los, gehen Partys ab. Die Sozialisten im Städtchen braten derweil Schweinsbratwürste, spielen Heimatlieder im Bierzelt und stellen sich auch sonst recht bieder an. Die Bildungsreform ist ihnen gerade mal 200 Plakate wert, einen Monat nachdem ihr die SVP den Kaktus in den Garten gesetzt hat. Ein Althippie, schmutzig wie ein Ferkel, verteilt Ansteckknöpfe und grunzt ein unfreundliches Danke.
Da sind mir die Linksautonomen lieber, auch wenn sie randalieren wie Wildsäue. Wenigstens läuft da was. Die richtige Garderobe liefert die H1N1- Pandemie gleich mit.

Vermummt euch! Im Namen des Schwarzen Blocks!  Im Namen der Kapitalisten- und Kommunistenschweine! Im Namen Allahs und der Schweinefleischabstinenzler! Im Namen der Globalisierung!

Und wer Schwein hat, bleibt von allem Genannten verschont.

Viel Glück!

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