Gesellschaft | 11.05.2009

Freiwillige für die Freiwilligenarbeit motivieren

Text von Sarah Gerster
Anfang März trafen 21 Jugendliche aus ganz Europa in Rom, um eine Woche lang ihr Wissen über internationale Freiwilligenarbeit zu vertiefen. Eine Mit-Organisatorin und Teilnehmerin erzählt von ihren Erfahrungen.
Team building: Bei der Übung "Sinking Sands" ging es darum, das Tuch umzudrehen, ohne dass jemand neben das Tuch treten muss. Fotos: Sarah Gerster Wie sollte jemand sein, der internationale Projekte koordiniert, vermittelt und betreut? In den Gruppendiskussionen wurde klar, dass die wichtigsten Eigenschaften Zuverlässigkeit, Toleranz und Informationsquellen sind. Jeden Abend vor dem Nachtessen traf man sich in kleinen Gruppen ("reflexion groups"). Da konnten alle ihre Bemerkungen zum Tagesprogramm machen. Was war gut? Was nicht? Es war eine sehr gute Art die Teilnehmenden in die Planung und Gestaltung des Seminars miteinzubeziehen.

Die Koordination von Kurzzeit-Einsätzen (auch Workcamps genannt) ist beim Service Civil International (SCI) eine sehr wichtige Aufgabe. Der SCI und seine Partner haben deshalb jedes Jahr von Mitte März bis Ende Juli die Unterstützung von (meist ausländischen) Freiwilligen um diese Aufgabe zu bewältigen. Diese Freiwilligen müssen natürlich in die Arbeit eingeführt werden und sich mit den Themen interkulturelle Zusammenarbeit, Kommunikation, „Volunteer Management“ und Vielem mehr auskennen.

Ein spezielles Haus in Rom

Dieses Jahr konnte der SCI Dank der Unterstützung des EU-Programms „Jugend in Aktion“ ein einwöchiges Seminar zu diesen Themen anbieten. Und zwar nicht irgendwo, sondern mitten in Rom. Vom 2. Bis zum 8. März trafen sich 21 Jugendliche aus vierzehn verschiedenen Ländern zu diesem sogenannten „International Volunteer Express Training Course“. Das Seminar fand in der Città  dell’Utopia statt, ein spezielles Haus mitten in der italienischen Hauptstadt, das dem SCI Italien gehört und ein wichtiger Ort für interkulturelles Lernen, Freiwilligenarbeit und Weiterbildung ist. Drei Leiterinnen und Leiter und zwei weitere Freiwillige begleiteten 21 Teilnehmenden während dem Seminar und sorgten für eine entspannte und offene Stimmung.

Ich bin schon seit mehreren Jahren Mitglied vom SCI Schweiz. Seit Oktober 2009 bin ich auch im Komitee einer internationalen Arbeitsgruppe des SCI, nämlich der Long Term Exchange Group (LTEG). Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit den Langzeit-Projekten des SCI. Wir versuchen immer wieder, Seminare zu organisieren, um Themen anzusprechen welche für Langzeit-Freiwillige wichtig sind. Ich war also einerseits in Rom, um bei der Organisation des Seminars mitzuhelfen, andererseits aber auch als Teilnehmerin, da mich Themen wie Interkulturelles Lernen und European Citizenship sehr interessieren.

Teilnehmende aus Russland und Serbien

Das Seminarprogramm war sehr vielfältig. Am ersten Tag wurde vor allem der SCI vorgestellt, es gab Informationen zum Thema European Citizenship sowie der Rolle von internationalen Freiwilligen bei der Förderung von Toleranz und Kommunikation. Am zweiten Tag ging es dann konkret um die Koordination von Workcamps: Der Umgang mit der Projekt-Datenbank, Probleme, die bei internationalen Projekten auftreten können, sowie die Erwartungen der verschiedenen Beteiligten eines internationalen Projekts. Der dritte und vierte Tag wurde genutzt, um den Teilnehmenden mit dem Management von internationalen Freiwilligen-Projekten vertraut zu machen und sie auch auf die verschiedenen Gruppendynamiken und unterschiedlichen Führungsstile aufmerksam zu machen. Die Woche wurde beschlossen mit einer Präsentation des Projekts „Jugend in Aktion“ und einer Evaluation des gesamten Seminars.

Zwischen den Teilnehmenden, die unter anderem aus Russland, Serbien und der Ukraine angereist waren, bildeten sich dank der vielen Team-building-Aktivitäten der Leitergruppe starke Bindungen. Ein gutes Netzwerk zwischen den Freiwilligen ist für den SCI sehr wichtig. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Zweige und Partner beruht auf gegenseitigem Verständnis, effizienter Kommunikation und Toleranz. Je besser sich die Leute kennen, umso einfacher wird die Zusammenarbeit. Dieses einwöchige Seminar in Rom hat viel zum besseren gegenseitigen Verständnis beigetragen.

Mehr zu „Jugend in Aktion“


Willst auch du an einem Seminar, Trainingskurs oder einer Jugendbegegnung teilnehmen oder selber ein Projekt durchführen? Mehr Infos dazu findest du auf der Homepage der Schweizerischen Koordinationsstelle Jugend für Europa unter www.jugend-in-aktion.ch oder info@jfeuropa.ch.

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