Gesellschaft | 17.05.2009

Eine Reise quer durch die Schweiz

Das Moderatoren-Duo David Naef und Louisa Goldmann von Kantipark.ch durchquerte an einem Samstag im Mai die Schweiz mit dem Zug. Zürich - Schwyz - Zug - Flüelen - Arth-Goldau - Luzern - Baden - Olten - Zürich - St.Gallen. Für Tink.ch lässt David Naef die Erlebnisse noch einmal Revue passieren.
Am Zürcher Hauptbahnhof beginnt die Reise des Moderatoren-Duos.
Bild: Anna Galejeva / youthmedia.eu

Dass ich am Wochenende nicht vor der „Znünipause“ unter der Bettdecke hervor krieche ist eine Tatsache, die sich nicht so schnell ändern lässt. Aber dennoch kommt es immer wieder vor, dass ich bereits vor neun Uhr am „Müesli“ Schlürfen bin. So war es dann auch an jenem Samstagmorgen…

Mit einem Aufnahmegerät im Rucksack und verrückten Ideen im Kopf, findet man Lou und mich unter der Abfahrtsanzeige. Man stelle sich zwei verlorene kleine Gestalten im unendlich grossen Zürcher Hauptbahnhof vor, sehnsüchtig auf der Suche nach Mann und Frau mit ausgeprägter „Zürischnurre“. Nach einigen Versuchen werden wir unter den Passanten fündig und das Radio ist um einen Jingle, auch Ansage genannt, reicher. Wir steigen in den Zug Richtung Innerschweiz. Das Stolpern – weiterhin im Halbschlaf – über zahlreiche Taschen ebenso müder Rekruten scheint zu dieser Zeit normal. Das Ziel unserer Reise: Jingles aufnehmen und mit viel Spass eine Reise durch die Schweiz erleben.

„Nächster Halt: Schwyz“, informiert die altbekannte SBB-Frauenstimme die Passagiere nach dem Umstieg in Zug und der Fahrt am Zuger- und Laurenzersee vorbei. Ohne Schirm sehen wir ziemlich alt aus. Ein Bahnhofskiosk mit heissem Kaffee und feinen Brötchen lädt zum Verweilen ein. Auch der Halt im Gewitter hat sich gelohnt: Auf dem Perron treffen wir auf einen talentierten jungen Jinglesprecher. Schon wieder eine Ansage mehr!

Seitengespräche auf der Toilette
In Flüelen wechseln wir vom Zug auf den Bus. Eine Primarklasse nur aus Mädchen und einem Lehrer – er scheint als Frauenheld optimal in seine Rolle  gefunden zu haben – sorgt für Unterhaltung auch bei trübem und nassem Wetter. Die mutigen Kämpferinnen wollen ihren Chorgesang ins Kästchen bringen, das stärkt den Teamgeist. Denn bald brechen sie auf, zu ihrem Siegeszug, an ein Turnier. Vor dem Telldenkmal bietet sich uns eine Frau Mitte Vierzig als Interviewpartnerin an. Sie erzählt vom südlichen Klima, welches Altdorf – es liegt nördlich des Gotthards – so speziell macht. Auch die Architektur sei schön, erklärt sie uns und empfiehlt, dem Weg zum Kloster entlang zu spazieren. Doch der Regen fällt und die Zeit drängt.

Arth-Goldau ist die nächste Zwischenstation auf unserer Reise. Genutzt wird die Pause zum Wasserlassen. Nebst einem amüsanten Mann der sich über offene Toiletten beschwert: „Jetzt haben die hier tatsächlich Tag der offenen Tür bei WC’s eingeführt“, gibt es in Arth-Goldau vom Bahnhof aus bedauerlicherweise nicht viel zu sehen.

Luxemburgerli in Luzern
Der Voralpenexpress bringt uns weiter.  Der Vierwaldstättersee erscheint in unserem Blickfeld und der Zug rauscht am Verkehrshaus vorbei. Bevor er aber über die Geleise in die Ostschweiz rattert, lassen wir uns in Luzern von der Menschenmenge mitreissen. Mittagszeit, Essenszeit. Eine Pizza vom Märitstand, angesichts der Schweinegrippe nur schwer zu schlucken, sorgt für einen vollen Magen. Eine Bank mit Aussicht auf die berühmte Kappelbrücke und schöner werdendes Wetter sorgen für eine angenehme Siesta. In der Tiefe des Luzerner Bahnhofs werden Luxemburgerli verkauft. Nicht gewusst? Wir auch nicht. Aber wir ergreifen denn auch die Gelegenheit und geniessen vier Stück im Zug nach Baden.

Ein heftiges Gewitter überrascht den Interregionalzug kurz vor Baden. Donnerschläge und Blitze durchzucken die von den Wolken verdunkelte Umgebung. Doch unser Transportmittel lässt sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen und wir können völlig unbeschwert in Baden auf dem Perron herumhüpfen. Wegen starkem Regenschauer werden wir von der Freiluft nicht gerade angezogen. Wir warten am Bahnhof auf den Zug nach Olten und unterhalten dazu den ganzen Bahnhof mit einer Live-Darbietung des Liedes „Titelgschicht“ von Subzonic und einem „Lemon Tree“ – Gedudel.

Endstation St.Gallen
Olten wirbt schon während der Zugseinfahrt mit dem Slogan „Clevere Leute leben hier“. Wir ziehen es dennoch vor, nach einer kurzen Einkaufstour in der Stadt diesen Ort wieder zu verlassen. Feine Lindorkugeln, in der Stadt verteilt, versüssen die lange Heimreise ein wenig.

In Zürich wird nicht mehr lange getrödelt, der Zug nach St.Gallen wartet bereits. Wir erobern uns ein Viererabteil und machen es uns bequem. Die Müdigkeit lässt denn auch nicht lange auf sich warten nach der schönen aber anstrengenden Reise. Zum Glück heisst die Endstation dieses Zuges St. Gallen.

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