Kultur | 29.04.2009

„Wir lassen das Salz von der Decke rieseln“

Schon seit Jahren gehört das Salzhaus in Winterthur zum kulturellen Inventar. Tink.ch hat mit dem Programmleiter Andreas Groeber gesprochen.
Tink.ch berichtet in einer losen Serie über die besten Kulturplätze in Winterthur.
Bild: Martin Sturzenegger Schick, aber trotzdem gemütlich: Das Konzertlokal Salzhaus. Fotos: salzhaus.ch Verantwortlich für das Programm: Andreas Groeber

Seit wann gibt es das „Salzhaus“ und wie ist es entstanden?
Andreas Groeber: Das Kulturlokal Salzhaus an der Unteren Vogelsangstrasse 6 beim Bahnhof Winterthur öffnete im Herbst 1996 seine Türen. Eine Gruppe von Musikfans suchte einen Raum für Konzerte und Partys, die nichts mit dem damaligen Techno-Hype zu tun hatten. Vorzugsweise wurde Musik aus den Bereichen Funk, Acid Jazz, Big Beatz, Trip Hop etc. gespielt, welche zu diesem Zeitpunkt in Winterthur nicht angeboten wurden.
 

Wer hatte die Idee und welche Ziele werden verfolgt?

Das waren etwa zehn Personen im Alter von 25 bis 35 Jahren aus dem Nachtleben von Winterthur. Zum Teil aus dem Umfeld der MusicBox. Dies war ein LP/CD-Laden an der Marktgasse in Winterthur, aus dem später CeDe.ch hervorgegangen ist und der heute als Laden nicht mehr existiert.  

Wozu diente das „Salzhaus“ früher?

Das Salzhaus war das Salz-, Korn und Kaufhaus der Stadt Winterthur. Heute ist es ein belebtes und beliebtes Konzert- und Kulturhaus. Bekannt ist es für seine vielseitigen Konzerte von Funk, über Acid Jazz bis Rock und World Music, aber auch für seine legendären Partyreihen wie die kultige Pulp Fiction Party  


Welches Publikum möchtet ihr erreichen, wie sieht euer Programm aus?

Winterthur ist zu wenig gross, um einen Club mit dieser Kapazität auf nur einer Programmschiene fahren zu lassen. Wir versuchen einen guten Mix aus Partys und Konzerten im Bereich Pop/Rock zu machen. Einmal pro Jahr ist das Band it (www.band-it.ch) im Salzhaus zu Gast. Das Band it ist das Nachwuchsband-Festival des Kantons Zürich. Dieses Festival bietet jungen Bands die Chance, sich unter professionellen Bedingungen einem breiten Publikum zu präsentieren.  

Seit der Eröffnung hat sich vieles verändert, wieso?

Nachdem der Erfolg der Funk- und Acid- Jazz-Anlässe nachliess, mussten neue Programminhalte gesucht werden, die ins Salzhaus und ins kulturelle Umfeld passten. Zudem hat sich seit dem Jahre 1996 viel getan in der Club-Landschaft in Winterthur. Wir sind nun etwa die dritte oder vierte Generation, die das Salzhaus leitet. Die Organisation wurde stark professionalisiert und auch die Infrastruktur ständig verbessert.

Welche Vorschriften habt ihr und welche Bedingungen müsst ihr erfüllen? Zusammen mit den andern drei Musikclubs von Winterthur (Albani, Gaswerk und Kraftfeld) müssen wir pro Jahr eine bestimmt Anzahl von Konzerten im Bereich Pop/Rock organisieren. Eintritt haben bei uns Menschen ab 18 Jahren. Zudem sind wir bei Safer Clubbing dabei und halten uns an deren Vorgaben. Safer Clubbing setzt sich aktiv für eine lebendige Tanzkultur ein, sowie für Clubs mit hohen Qualitäts- Standards bezüglich Komfort, Sicherheit, Prävention und Erlebnis. 

Für alle die das „Salzhaus“ nicht kennen, was ist speziell und wie würdest du es beschreiben?

Das Salzhaus ist Winterthurs erste Adresse für Pop- und Rock-Konzerte. Internationale Stars wie Einstürzende Neubauten, Steve Earle oder Gogol Bordello lassen regelmässig die Salzhaus-Balken krachen und für Schweizer Bands wie Züri West, Stress oder Sina ist das Salzhaus fester Bestandteil jeder Tour. Dazwischen sind auch unbekanntere Künstler, besondere Überraschungen und kulturelle Perlen auf der Salzhaus-Bühne anzutreffen. Am Wochenende öffnet das Salzhaus seine Türen für Partys mit verschiedensten stilistischen Schwerpunkten. HipHop-Beats, Dancehall-Riddims, Eurodance, Electro, Rock und 60’s-Sounds lassen in der besonderen Club-Atmosphäre das Salz von der Decke rieseln.

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