Sport | 21.04.2009

Austausch im Schnee

Text von Oliver Nyffeler
Snowboarden, Skifahren, und das, obwohl man sich Hügel, die höher als zehn Meter sind, nicht gewohnt ist.
Manchmal muss es eben Huckepack sein: Zwei Teilnehmende des SnowExchange auf der Piste. Das Wetter spielt mit. Vielfältiges Rahmenprogramm: Unter anderem besuchten die Teilnehmenden ein Konzert. Ob es eine dritte Ausgabe des Projekts geben wird?

Schnee – für die einen lediglich ein Aggregatszustand von Wasser, für die anderen nur die lästigen weissen Flocken, welche im Winter vom Himmel fallen, für die letzten einfach eine gute Unterlage, um Sport zu treiben. Und für ganz Wenige, ein Stück Identifikation und Zugang zur Kultur. So auch für die gut 25 Teilnehmenden des zweiten SnowExchange in der Schweiz.

Organisiert wurde die zweite Auflage dieses internationalen Austausches von der Giuventetgna Rumantscha (GiuRu), der grössten Rätoromanischen Jugendorganisation der Schweiz, in Vuorz in der Surselva. Eingeladen waren Jugendliche aus verschiedenen Minderheiten Europas: die Nord- und die Westfriesen, die Dänen in Deutschland, die Deutschen in Dänemark, die Burgenlandkroaten und die Slowenen in Italien. Während des einwöchigen Aufenthalts hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich gegenseitig besser kennen zu lernen, neue Kontakte zu knüpfen, mehr über die einheimische Minderheit der Rätoromanen zu lernen und einen Einblick in die lokale Sprache und Kultur zu bekommen.

Vielfältiges Programm
Ein grosser Teil der Rätoromanischen Bevölkerung ist mit Bergen und Schnee aufgewachsen, was diese beinahe zu einem Teil der Romanischen Kultur macht. Für viele der eingeladenen jungen Leute waren weisse Gipfel und Pisten allerdings eher fremd. Die Friesen oder auch die Dänen empfinden Bodenerhöhungen über zehn Meter definitiv nicht als natürlich. Daher waren auch die ersten zwei Programmtage, die mit Snowboards und Skiern auf der Piste verbracht wurden, von einigen Höhepunkten geprägt. Die Einheimischen gaben ihr Bestes, den Gästen den Umgang mit steilen Hängen und Schneesportgeräten beizubringen, die Gäste ihrerseits taten was möglich war, um die erhaltenen Tipps und Tricks umzusetzen.

Während diesen zwei Tagen stand jedoch nicht nur das sportliche Treiben im Vordergrund. Vielmehr ging es auch darum, gemeinsam etwas zu erleben und zu unternehmen und sich besser kennen zu lernen. Während der ganzen Woche wurde den Teilnehmenden ein vielfältiges Programm geboten. Neben den abendlichen Aktivitäten wie einem Fackelmarsch durchs Dorf, dem Konzert einer einheimischen Sängerin, dem Vortrag eines Tourenführers, einer Schlittenfahrt bei Nacht und dem traditionellen ExchangeMarket (Austausch und Präsentation der Spezialitäten jeder Minderheit) bot vor allem auch der Ausflugstag viel Abwechslung. Nach einer Wanderung durch die verschneite Surselva konnten alle ihr Geschick im Eisstockschiessen unter Beweis stellen. Dabei fiel auf, dass sich viele der Gäste mit einer hügellosen Eisfläche besser anfreunden konnten, als mit Hügeln und Bergen.


Fortsetzung sehr wahrscheinlich

Alles in allem war die zweite Ausgabe des SnowExchanges ein Erfolg. Während einer Woche konnten sich alle Teilnehmenden an verschiedenen Aktivitäten beteiligen, dabei neue Kontakte knüpfen und die Vielfalt der Kulturen in Europa erleben. Für die Organisatoren des Austausches war es eine gute Möglichkeit, zu zeigen, wie man sich die Rätoromanen und ihre Kultur vorstellen kann und was es bedeutet, zu dieser Minderheit zu gehören. Nicht zuletzt bleibt zu hoffen, dass einige Jugendliche motiviert wurden, selbst einen solchen sportlichen Kultur-Austausch durchzuführen – die Wahrscheinlichkeit ist jedenfalls gross.

Jugend in Aktion


Wer Lust hat, selbst einen Gruppen-Jugendaustausch in der Schweiz oder im Ausland organisieren meldet sich am besten bei der Schweizerischen Koordinationsstelle des Programms "Jugend in Aktion" unter der Nummer 031 326 29 22. Oder auch im Netz.

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