Gesellschaft | 02.03.2009

Wechsel an kreativer Stelle

Text von Luzia Tschirky | Bilder von Kantipark.ch
Nicht nur die UBS hatte in den letzten Tagen die Führung ausgetauscht, auch beim Radio Kantipark.ch in St. Gallen gab es einen Führungswechsel. Noch nie von diesem Radio gehört? Dann wollen wir einmal diese Bildungslücke entsprechend füllen.
Xenia Artho und Damian Rüegg sind das neue Leitungsduo.
Bild: Kantipark.ch

Die Kantonsschule der Stadt St. Gallen, auch besser bekannt als Kanti Burggraben verfügt seit Mai 2008 über ein Radio. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ein eigener Radiosender. So viel zum Thema Gymnasiasten seien Freaks. Wem die Freak-Theorie noch immer nicht genügend widerlegt scheint, dem sei nahegelegt wenigstens von kreativen Freaks zu sprechen. Kreativ und engagiert. Zwei Worte die auf zwei Personen wohl ganz besonders zu treffend sind. Felix Unholz und Jonas Vollmer, die beiden Initianten des Radios.

Generationenwechsel

Ganz allein haben sie etwas geschaffen, was nicht nur Zeit und Geld fordert, sondern vor allem auch Mut und Enthusiasmus. Der Spruch „Wer nichts wagt, gewinnt nichts!“ scheint sich hier vollständig zu bestätigen. Ohne das Wagnis, wäre das Radio wohl nie entstanden. Doch genug der Lobeshymne, obwohl die beiden ein wirklich grosses Lob verdient haben. Diesen Sommer verlassen die beiden die Kantonsschule, weswegen es zu dem oben schon angetönten Führungswechsel gekommen ist. Xenia Artho und Damian Rüegg sind die Nachfolger. Die Übergabe ist bereits im Februar erfolgt, damit die beiden Neulinge genügend Zeit haben, sich in die Arbeit einzugewöhnen. Beide sind vierzehn Jahre alt und besuchen die Kantonschule Burggraben. Xenia besucht das Untergymnasium und Damian ist in der ersten Klasse des Gymnasiums.

Wetteinsatz: Sendemarathon

Man kann sich berechtigterweise fragen, ob sie nicht noch ein wenig jung sind für die Aufgabe. Auch die beiden Abtretenden stellten sich diese Frage, aber sie haben gute Gründe, die dagegen sprechen. „Unsere Nachfolger sind aussergewöhnlich jung für einen solchen Posten, aber wir sind davon überzeugt, dass sie das Radio weiter voranbringen werden.“ So zumindest ist es der Publikation zum Führungswechsel auf der Homepage zu entnehmen. „Das Alter der beiden ist zudem eine Art Garantie dafür, dass sie dem Radio noch lange erhalten bleiben und somit eine gewisse Konstanz ins Team bringen“, zählt Felix Unholz weitere Gründe auf, die für das junge Leitungsduo sprechen. Vorankommen soll das Radio also. Die Hörerschaft auszuweiten wäre da vermutlich eines der Ziele. Nicht ganz einfach, denn die Konkurrenz ist nicht gerade klein. Die Medienflut, die uns jeden Tag überspült, lässt uns immer weniger schnell mitreissen. Es braucht immer mehr, damit wir innehalten. Diese Reaktion ist durchaus verständlich, macht es aber für ein noch so junges Radio nicht wirklich einfacher. Profitieren kann das Ganze bestimmt von seiner Einzigartigkeit. Aber auch von seiner erstaunlichen Professionalität. Wüsste man nicht, dass hinter dem Mikrofon Kantonsschüler in einem kleinen Raum im Keller ihrer Schule sitzen, man würde es wohl kaum vermuten. Das Radio hat also durchaus Potenzial, genügend um noch mehr Hörerinnen und Hörer für sich gewinnen zu können. Dies sollte Xenia und Damian mit Engagement und Mut gelingen. Schliesslich steht ja auch noch eine Wette auf dem Spiel. Sollten sie es nicht schaffen die Anzahl der Zuhörenden innerhalb der nächsten drei Monate, verglichen mit den Zahlen der letzten drei Monate, zu verdoppeln, so dürfen sie eine 24-Stunden-Sendung moderieren. Sendemarathons haben aber ohnehin Tradition bei Kantipark.ch.

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