Gesellschaft | 02.03.2009

Leuchtfeuer der Intelligenz

Text von Mitzu | Bilder von Michael Baumann
War Mitzus Alltag vor kurzem noch ein trister, grauer Klumpen, so lobt er nun das Leben in den höchsten Tönen. Grund für den Stimmungswechsel: Ein klassisches Konzert in der Tonhalle.
Der eine in London, der andere in Solothurn: Baba und Mitzu.
Bild: Michael Baumann

Solothurn, 1. März 2009

Sie haben Dich aber offensichtlich nicht erwischt, das heisst du warst schneller und das ist gut so. Gewalt ist nicht gut. Und Armeen gehören abgeschafft. Und trotzdem besteht sie als Kulturgut oder eben als Anti-Kulturgut immerdar und unser aller Aufgabe ist es, Mittel und Wege zu finden, wie wir uns davon loslösen können.

Und wo du Recht hast, hast du Recht. Hier in unserer schönen Schweiz haben wir alle Angst vor zu wildem Leben. Darum bist du ja auch so eine krasse Sau, einfach so auf London zu ziehen (und mich hier zurückzulassen)((alleine!)). Aber im Ernst. Nimm dir alle diese Erfahrungen zu Herzen. Es ist neu und Du ein Greenhorn, aber wenn Du Deine Ausbildung fertig hast, wirst Du als stolzer Mann von Welt vielleicht zurückkommen und Du wirst sehen, alles was man erfahren hat, kann man wirklich sein Eigen nennen. Und nur das.

Wenn man da ab und zu rennen muss und durchf***en lassen muss oder in der Hast so etwas Abstraktes wie seine Männlichkeit verliert, macht das gar nichts.

Einer aus der Kiste für Dich:

Merke dir Alles, fotokopiere nichts und lebe weiterhin fröhlich und vergnügt!

Bei uns wird fröhlich jedes Wochenende gefeiert (was eigentlich?) und der tägliche Drogenkonsum – ob Hasch oder Alk, hinterlässt tiefe Spuren in den Psychen meiner alten Freunde. Dass nur für die jüngeren Leser: Probierts aus und dann lasst wieder die Finger davon. Es ist nicht cool und man wird nur dumm davon. Die Auswirkungen kommen dann später. Im Ernst.

Aber weil ich ja mal positiv schreiben will und nicht negativ, hier zum Abschied ein Schmankerl.

Ich hab es getan. Zum allerersten Mal. Und es war wunderbar. Und ich werde es wieder tun. Was man von einem Ex-Punker-misch-Skinnhead-misch-Techno-misch-Goa-misch-Rock’n’roller usw. vielleicht nicht erwartet hätte hab ich nun gemacht. Ich war in Zürich in der Tonhalle an einem klassischen Konzert.

Soziokulturell eine Wucht und wenn man dann in dieser barocken Halle sitzt und es wird still und die Konzentration und der Respekt vor Kultur und Geist knisternd in der Luft liegt, das Orchester zu spielen beginnt. Etwa 40 Geiger mit einer filigranen Eleganz die zusammen Töne erschaffen, die ich noch nie mit eigenen Ohren gehört habe und die mich verzauberten. Eine wunderbare Welt mit eigenen Regeln und Feinheiten, wirklich differenziert und ein Leuchtfeuer der Intelligenz im Zeitalter des Dschungelcamps und Nacktnachrichten auf RTL 2.

Mendelsson machte die Musik vor 150 Jahren. Und man kann sich eine Karte kaufen im Internet und dann in diese Welt eintauchen, und der riesige Lancster erzählt einem Geschichten aus fernen Zeiten, wo nur die Musik die gleiche war und sonst alles anders. Und „bam“ haut`s einem wieder einmal das Universum um die Ohren und ich bin so froh am Leben zu sein. Und muss nicht auf irgendwelche Parties

Little kisses for your lovely girlfriend and all the love for you.

Miss you overhere

Mitzu